Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarfilm von Agnès Varda über menschliche Sammelleidenschaft und den damit zusammenhängenden Konsumterror der heutigen (Wegwerf-)Gesellschaft.

Der Mensch ist von Natur aus Sammler und Jäger. Dieser Film zeigt die noch heute lebendige Tradition, in welcher Menschen, manchmal aus Not, nach der Ernte oder den Wochenmärkten Kartoffeln, Äpfel und andere zurückgelassene Dinge aufsammeln, nur dass heutzutage die Sammler auf ihren Wegen genauso gut Kühlschränke und anderen Schrott vorfinden können.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Sammler und die Sammlerin: Dokumentarfilm von Agnès Varda über menschliche Sammelleidenschaft und den damit zusammenhängenden Konsumterror der heutigen (Wegwerf-)Gesellschaft.

    Inspiriert von François Millets berühmten Bild der „Ährenleserinnen“ von 1857 ist Agnès Varda hier selbst eine Bildersammlerin, die mit ihrer Kamera die skurrilsten Dinge einsammelt und ins Visier nimmt, was unsere Gesellschaft wegwirft – Gegenstände ebenso wie Menschen.

    „Großmutter der Nouvelle Vague“ nannte man Agnès Varda schon vor Jahren liebevoll, denn bereits 1954 drehte sie ihren ersten experimentellen Kurzfilm „La Pointe Courte“ und läutete damit die Nouvelle Vague ein, bevor diese mit Truffaut und Chabrol tatsächlich begann. Seither verweigert sich die Filmemacherin konsequent den Grenzen zwischen dokumentarisch und fiktional. In ihrem neuen „Wanderstraßen-Dokumentarfilm“ setzt sie sich auf die Spur von Menschen, die manchmal freiwillig, manchmal aus Not Obst und Gemüse auflesen, sei es aus Mülltonnen vor großen Supermärkten oder auf den Feldern nach der Ernte. Mit der kleinen Digital-Kamera geht sie auf die Pirsch, sammelt Bilder wie Reisenotizen. Armut und Überfluss prallen aufeinander. Da werden Kartoffeln, die nicht der europäischen Normgröße entsprechen, einfach weggeworfen oder Trauben im Weinberg, die der Winzer nicht benötigt, bewusst unbrauchbar gemacht, damit niemand sie mehr nutzen kann. Aber überall gibt es sie, die Sammler, die zumeist einzeln die Reste – Nahrungsmittel oder Sperrmüll – aufklauben. Auf Obstplantagen, Müllkippen oder Schrottplätzen findet Varda ihre Protagonisten, die offen und unbekümmert fröhliche, traurige oder skurrile Geschichten erzählen. Ganz nebenbei entwirft sie ohne Soziallarmoyanz das pointierte Porträt einer Wohlstandsgesellschaft in der die Schere zwischen denen, die im Überfluss und denen die am Rande des Existenzminimums leben, sich immer weiter öffnet. Selbst nach der Fernsehausstrahlung reüssierte der Film in Frankreichs Kinos. Ein ähnlicher Erfolg währe ihm auch beim hiesigen Publikum zu gönnen. mk.

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