Filmhandlung und Hintergrund

Eindrucksvolle Dokumentation über eine auf Salzhandel spezialisierte Kleinstkultur Nordtibets.

Im Frühling machen sich die Drokpas, Hirtennomaden Nordtibets, auf ihren Weg zu den Salzseen. Vier Salzmänner führen die Karawane von über hundert Yaks, die das Salz zurücktransportieren sollen. Während der dreimonatigen Reise übernimmt jeder von ihnen eine bestimmte Rolle – als „alter Vater“, „alte Mutter“ und „Herr der Tiere“.

Die Dokumentarfilmerin Ulrike Koch recherchierte über 8 Jahre, bis sie einen Nomadenstamm in Nordtibet fand, der sie an dessen alljährlicher Reise zu den Salzseen teilhaben ließ. Mit dieser Doku beobachtet und porträtiert sie diese Drokpas, die auf ihrer Reise in feste Rollen schlüpfen, um die Strapazen des dreimonatigen Marsches zu meistern.

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Kritikerrezensionen

  • Die Salzmänner von Tibet: Eindrucksvolle Dokumentation über eine auf Salzhandel spezialisierte Kleinstkultur Nordtibets.

    Tibets Faszination als filmisches Mythen- und Sagenland scheint ungebrochen. Die karge Schönheit der baum- und strauchlosen Weiten, die von Sonne und Regen gegerbten Gesichter der Bewohner und das archaische Leben tragen für Westeuropäer eine Anziehung in sich, die Ulrike Kochs bildmächtiger Dokumentarfilm über die aussterbende Kultur der Salznomaden geschickt zu nutzen weiß.

    Nach jahrelanger Recherche war es der Schweizer Sinologin gelungen, Nomaden auf die Spur zu kommen, die jedes Frühjahr mit einer zotteligen Yakherde zu einer rituellen Reise in die menschenleere Hochebene Nordtibets aufbrechen, um in den Salzseen die „Tränen der Göttin Tara“ einzusammeln: „Weißes Gold“, das sich wegen seines hohen Mineralgehalts gut gegen Getreide tauschen läßt. Drei Monate lang begleiteten Koch und ihr Kameramann Pio Corradi die Karawane auf ihrer strapaziösen Hochgebirgstour durch den Himalaja. Die Aufnahmen, die während dieses Gewaltmarsches entstanden, vermitteln grandiose Eindrücke einer magischen, urzeitlichen Landschaft, durch die Menschen wie Traumwandler ziehen. Geblendet vom Licht und umtost vom Singen des Windes unterwerfen sich die Wanderer einem strengen religiösen Reglement, um die Salzgöttin gnädig zu stimmen. In den Interviews mit den vier Salzmännern, aber auch im „Gesar“-Epos, der als monoton-melodischer Gesang die Reiseetappen strukturiert, bringt sich eine Haltung zum Ausdruck, die der Natur Respekt und Achtung zollt – ganz unabhängig von ökologischen Notwendigkeiten. Was auf den ersten Blick manchmal fast naiv anmutet, erfährt in der Einbettung durch eine geschickte Montage und den ausgefeilten Soundtrack (Stefan Wulff) eine eindrucksvolle Weitung: der optisch brillante Blick aufs Dach der Welt und die jahrtausende alte Tradition der Salzmänner wird zur imaginären Reise in die Nachdenklichkeit. Ein Tip, nicht nur für Tibet-Fans. led.

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