Die neun Pforten

  1. Ø 4.8
   1999

Die neun Pforten: Sinnliche, ironisch gebrochene, mysteriöse Adaption von "Der Club Dumas" mit Johnny Depp als Bücherjäger.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die neun Pforten: Sinnliche, ironisch gebrochene, mysteriöse Adaption von "Der Club Dumas" mit Johnny Depp als Bücherjäger.

Dean Corso erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines mit teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Das Buch hatte den Vorbesitzer zum Selbstmord getrieben. Dessen Witwe verfolgt Corso hartnäckig auf seiner Suche, aber auch ein geheimnisvolles Mädchen scheint über seine Schritte zu wachen.

Der Buchexperte Dean Corso schwatzt einer Klientin eine wertvolle Don-Quijote-Ausgabe für einen Spottpreis ab. Hilflos dabei zusehen muss der gelähmte Gatte, der nichts anderes tun kann, als seine Finger zornig in eine Decke zu krallen. Weil biblische Gerechtigkeit aber sein muss, geht Corso dann als moderner Faust durch die Hölle. Im Auftrag des dubiosen Boris Balkan vergleicht er die letzten drei Exemplare eines Buches miteinander, das Mephisto nicht nur mitverfasst, sondern auch als versteckten Schlüssel zu seinem Reich genutzt haben soll…

Buchexperte Dean Corso vergleicht die letzten drei Exemplare eines Buches miteinander, das Mephisto nicht nur mitverfasst, sondern auch als versteckten Schlüssel zu seinem Reich genutzt haben soll. Roman Polanskis bilderträchtige Verfilmung des spanischen Bestsellers „Der Club Dumas“.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Fünf Jahre nach "Der Tod und das Mädchen" taucht Regisseur Roman Polanski wieder in bekannte Regionen ab und verknüpft seine Filme "Chinatown", "Rosmarie's Baby" und "Frantic" zu einem okkulten Krimi.

    Von "Chinatown" kommt die Detektivstory, von "Rosemarie's Baby" die Merkmale des undurchschaubaren, gesichtslosen Schrecken, der sich hier durch das Teufelskind ausdrückte, von "Frantic" wird die aufreibende Suche durch Paris übernommen, denn weite Teile von "Die neun Pforten" spielen in Frankreich.

    Beeindruckend ist bereits die Credit-Sequenz. Man sieht die Kamera praktisch durch einen endlos scheinenden dunklen Raum fliegen. Ein Tor erscheint winzig klein in der Mitte und kommt rasend schnell näher. Nachdem die Kamera durch die Tür geflogen ist, tauchen auf die gleiche Art die Namen der Darsteller auf, was durch das grelle Weiß - zumindest im Kino - einen ungeheuren Effekt erzielt.

    Bereits in "Frantic" war dies sehr ähnlich, nur dass Polanski hier keine grellen Schwarz-Weiß-Effekte benutzte. Mit leisen ironischen Tönen bricht Polanski mit Genre-Klischees. So erscheint sein Held teils als wäre er einem Roman Raymond Chandlers entsprungen, ist dann aber auch wieder sehr linkisch und muss sich ständig von seinem weiblichen Schutzengel retten lassen.

    Wenn Polanskis Film nicht am Ende psychologisch total unmotiviert wäre, wenn seine Geschichte nicht auf eine so seltsame Weise enden würde, dass sich der Zuschauer nicht entscheiden kann, ob er verstört oder mit einem Gähnen auf den Lippen den Saal verlassen soll, dann wäre es Polanski gelungen, an seine 70er Jahre Klassiker anzuknüpfen.

    Er versucht genauso diabolisch zu enden wie damals und gerät dabei deutlich in einen Konflikt mit der Zeit, denn in den 90ern bleibt sein Ende zwar genauso interpretierbar wie in den 70ern, führt aber dennoch nur zu Achselzucken. Denn dem Zuschauer wird kein Grund geliefert, der stark genug wäre, sich mit dem Finale auseinanderzusetzen.

    So bleibt eine spannende, stilistisch absolut herausstechende, aber nichts desto trotz völlig obskure Genre-Verflechtung, bei der man nur zwei Möglichkeiten hat: entweder sie zu akzeptieren oder sie ganz schnell wieder zu vergessen. Ähnlich verhält es sich mit der Darstellung Johnny Depps. Der ehemalige Teenie-Star wird hier extrem veraltert, wirkt völlig anders, als in seinen üblichen Rollen und spielt dementsprechend auch anders.

    Bei "Die neun Pforten" ist es besser, kein Depp-Fan zu sein, denn auch denen bleiben auf Depps eigentlich sehr gute Leistung bezogen nur die zwei gleichen Möglichkeiten: akzeptieren oder vergessen. Herausstechend ist Polanskis Ehefrau Emanuelle Seigner, die zwar diesmal ausnahmsweise fast zugeknöpft, aber sehr eindringlich und überzeugend spielt.

    Fazit: Eine okkulte aber völlig obskure Genre-Verflechtung, die man akzeptieren oder ganz schnell wieder vergessen kann.
  • Eine elegant ironische Teufelei, ein intensiver Film über die Stille, suggestiv erzählt wie ein fesselnd geschriebener Roman, in dem man sich gern versenkt, intellektuell wie emotional: Roman Polanskis Film ist ein spielerisch spannendes Kinovergnügen. Sinnlich, witzig, mysteriös und mit einer guten Dosis Zwielichtigkeit kommentiert er Okkultismus, Esoterik und andere Übernatürlichkeiten ziemlich originell. Johnny Depp ist eine Art phantastischer Philip Marlowe auf den Spuren eines satanischen Buches, sexuell verfolgt von einem furiosen Weibsteufel (Lena Olin) und erotisch beschützt von einem pfiffigen jungen Mädchen (Emanuelle Seigner).

    Schon in „Tanz der Vampire“ vor gut 30 Jahren hat er das Horror-Genre parodiert, das den Rationalisten Polanski jetzt wieder zu einer selbstironischen Leinwanderzählung inspiriert. Den spanischen Bestsellerroman „Der Club Dumas“ von Arturo Perez-Reverte hat er filmisch bearbeitetet und sich dabei vor allem auf die Geschichte von den neun Toren zum Reich der Schatten konzentriert. Dean Corso (Depp) erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines mit teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Der Autor des Buches war auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, der New Yorker Sammler Boris Balkan (Frank Langella) besitzt das Exemplar, das den vorherigen Eigentümer in den Suizid getrieben hat. Dessen Witwe (Olin) will es unbedingt zurück haben und drangsaliert Corso deshalb auf heftige Weise. Die Ich-Erzählung des Films setzt den Zuschauer von Anfang an in die Situation des Bücherjägers Corso, der ein bißchen erinnert an Jack Nicholons Gittes in Chinatown, ein Privatdetektiv, der immer wieder in die Irre geführt, in Verlegenheit gebracht, manipuliert und provoziert wird. Der Film hat, trotz aller Leichtigkeit der Inszenierung, etwas Klaustrophobisches. Ganz im Sinne besten Suspense fühlt, man sich an jedem neuen Ort, den der Buchexperte Corso besucht, wohlig unwohl und unheimlich, ob in New York, Toledo, Cintra in Portugal oder Paris. Und überall taucht überraschend und immer gerade im richtigen Moment ein geheimnisvolles Mädchen in Jeans und Sneakers als eine Art Schutzengel auf und verhindert, daß er sich in dem teuflisch hermetischen Labyrinth total verheddert. Wird er die fehlenden zwei Bücher finden und, auf alle drei verteilt, jene neun Illustrationen ermitteln, die angeblich vom Teufel selbst stammen und das Geheimnis des Zugangs zu seinem Reich enthalten? Aus der Finsternis, die einen Geschmack von Asche hinterläßt, tritt am Ende das Licht – und Roman Polanski lacht sich ins Fäustchen. Er und sein Kameramann Darius Khondji spielen virtuos auf dem Klavier der Genres und deren Stereotypen und Klischees, um sie in der extrem sinnlichen Bildästhetik melancholisch bedrohlicher Brauntöne und imposanter Großaufnahmen zu brechen.

    Wer einen Mainstream-Horror-Schocker erwartet, wird entweder enttäuscht oder angenehm überrascht sein. Das ist auch nie Polanskis Filmstil gewesen, weil er viel subtiler erzählt und die Ambiguität von Geschichten liebt. So dürfte er wieder eine künstlerisch anspruchsvolle, cineastische Zuschauergemeinde finden und ganz sicher noch all jene anlocken, die intelligent unterhalten werden wollen und sich gern eine klassisch spannenden Geschichte erzählen lassen, ohne daß die Spezialeffekte dauernd um die Ecke knallen. Denn auch die sind bei Polanski leise, subtil, unauffällig. fh.
  • Our Daily Free Stream: Roman Polanski - The Ninth Gate. Our Daily Free Stream: Roman Polanski - The Ninth Gate. Polanskis The Ninth Gate eröffnet mit einer spektakulären Titel-Sequenz und flacht dann langsam ab. Ganz allmählich, so dass es in der ersten Stunde noch Hoffnung gibt. The Ninth Gate bietet viele gute Ansätze und ich hoffte inständig, Polanski möge seinem Okkultismus Thriller noch Leben einhauchen. Nach der letzten Szene aber liess mich das Werk staunend zurück: Wirklich?!? Johnny Depp spielt Dean Corso, einen Raritäten-Buchhändler. Depp wirkt merkwürdig teilnahmslos und unentschlossen. Angeheuert wird er von Boris Balkan (Frank Langella), der auf der Suche ist nach einem verschwundenen Exemplar des 1666 in Venedig gefertigtem Buch The Ninth Gate. Verfasst wurde es von Aristide Torchia, im Auftrag von Satan persönlich. Ein Exemplar befindet sich in den Händen von Balkan, zwei weitere gehören bekannten Sammlern. Corso macht sich nun auf die Suche. In einer frühen Szene erleben wir, wie sich der Sammler Andrew Telfer erhängt - er war einer der Besitzer, der an Balkan verkaufte. Allerdings zeigt seine Witwe Liana (die tolle Lena Olin) ein unbändiges Interesse an dem Buch. Corso stattet nun den beiden verbliebenen Sammlern einen Besuch ab: Einem portugiesischen Aristokraten (Jack Taylor) und einer Pariser Baronesse (Barbara Jefford) im Rollstuhl. Polanski und Depp verleihen The Ninth Gate den Charme eines Film Noir der 40er und zusätzliche Spannung entsteht, wenn Corso merket, dass er verfolgt wird. Eine junge Frau (Emmanuelle Seigner) scheint ihn in Notsituationen zu beschützen... Weder die Motive Balkans, noch das Geheimnis der Gravuren soll an dieser Stelle verraten werden. Versucht man aber, an dieser Stelle die Geschichte zu Ende zu denken; welche Bedrohung würde uns erwarten? Wird das absolute Böse auferstehen? Satan selbst? Welche Rolle spielt die junge Frau? Ist sie gut oder böse? Eine Hexe? Gar Satan selbst? Das alles klingt nach einer faszinierenden Geschichte und tatsächlich müsste Polanski einfach nur seinem Material vertrauen. Das tut er aber nicht und setzt stattdessen auf billige Effekte. Dabei sind die einzelnen Todes Szenen wunderbar angeordnet wie ein Tarot Spiel und Lena Olin wirkt wirklich furchteinflössend! Die Dialoge hat Polanski mit viel Liebe entworfen und sie transportieren genug Fachwissen aus der Welt der Bücher. Corsos Recherchen, die Bedeutung der Gravuren zu erforschen und damit den Zweck, den Balkan verfolgt, zu enthüllen, wird sehr detailliert gezeigt. Eine gut gemachte Kriminalgeschichte, die noch interessanter wird für diejenigen, die eine Liebe zu alten Büchern hegen. Es ist so schade, dass Polanski so eine wundervolle Atmosphäre schafft und unseren Durst nach Informationen im Finale gar nicht stillt! Immerhin funktioniert The Ninth Gate auch als Liebesfilm zwischen Corso und der jungen Frau! Alles gipfelt in einer Sex-Szene beider, doch was wird in diesem Akt gezeugt? Der Teufel selbst? Stattdessen präsentiert uns der Film am Ende einfach nur ganz viel Feuer, das aussieht, als hätte man es am Computer animiert. Dazu gibts unsere Film List mit den nach unserem Geschmack spannendsten Okkultismus Filmen auf der Seite unserer Videothek cinegeek.de
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