Filmhandlung und Hintergrund

Abenteuerdrama um einen britischen Journalisten, der mit einer Gruppe chinesischer Waisenkinder vor den japanischen Besatzern flieht.

Dem jungen britische Fotoreporter George Hogg soll von den japanischen Besatzern in Nanking der Prozess gemacht werden. Der chinesische Untergrundkämpfer Jack Chen rettet George und begleitet ihn in die Berge zu einem Waisenhaus, wo der britische Heißsporn Lehrer und Freund der Waisen wird, die von der hübschen US-Krankenschwester Lee betreut werden. Als die Japaner weiter vorrücken, machen sich Hogg, Lee und Chen mit den Kindern auf den beschwerlichen 500 Meilen langen Weg in den Westen bis zur Wüste Gobi.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Nach „John Rabe“ wird in „Die Kinder der Seidenstraße“ ein weiterer Held und Retter aus der Zeit der japanischen Besatzung in China porträtiert. Der britische Reporter George Hogg rettete zwar nicht so viele Menschen wie Rabe, aber sein Marsch über das Gebirge im Winter 1944 mit 64 Kindern eignet sich ebenfalls dazu, als Leinwandabenteuer verewigt zu werden. Regisseur Roger Spottiswoode inszenierte die deutsch-australisch-chinesische Produktion, die vor allem durch ihre Zurückhaltung überrascht.

      George Hogg, gespielt von Jonathan Rhys Meyers, will der Welt auf seinen Fotos zeigen, wie die japanischen Soldaten in Nanking wüten. Doch dann wird er beinahe hingerichtet, und muss in Huang Shi seine Wunden pflegen. Nur sehr widerwillig bleibt er in der verlassenen Schule, in der jetzt Waisenkinder hausen, deren Eltern von den Japanern getötet wurden. Vor allem die blonde amerikanische Krankenschwester Lee Pearson, auf deren medizinische Hilfe die Kinder angewiesen sind, imponiert Hogg und bewirkt seinen Sinneswandel. Hogg stellt für die Kinder einen Basketballkorb auf, bringt einen alten Generator wieder in Schwung, so dass die Glühbirnen abends wieder brennen. In der Schule findet bald wieder Unterricht statt und Hogg legt ein Gemüsebeet an.

      Die meisten Kinder helfen Hogg gerne, nur ihr jugendlicher Anführer Shi-Kai lehnt den Engländer feindselig ab. Im Ort lernt Hogg die Händlerin Wang kennen, von der er Saatgut erhält. Michelle Yeoh spielt die Chinesin, Chow Yun Fat den Partisanen Jack Chen, die sich beide mit Hogg anfreunden. Radha Mitchell bringt als die selbstlose, idealistische Lee Pearson die Liebe in Hoggs neues Leben.

      In stimmungsvollen Bildern vor malerischer Naturkulisse wird Hoggs segensreiches Schaffen in Huang Shi festgehalten. Doch der nahe Krieg sorgt für dramatische Zwischenfälle und tragische Wendungen, auch auf dem späteren Fußmarsch über das Gebirge. Die Geschichte bleibt insgesamt spannend und erhält am Schluss noch eine besondere authentische Note, als einige der damaligen Kinder, die jetzt alte Männer sind, ihre Erinnerungen vor der Kamera schildern.

      Aber dem Film fehlt der Glanz eines großen Kinoabenteuers. Vielleicht aus Kostengründen, vielleicht um möglichst viel an Informationen unterzubringen, verweilt die Geschichte nicht an geeigneten Punkten, setzt keine Meilensteine auf ihrem Weg. Die Liebe zwischen Lee Pearson und Hogg, die Beziehungen des Briten zu den chinesischen Kindern und seinen Freunden Jack Chen und Madame Wang bleiben eher hingetupft. Keiner der Charaktere erhält die Gelegenheit zu wirklicher Entfaltung. Die Dialoge und Motive der Figuren wirken manchmal wie bloße Behauptungen und die interessante Handlung wird emotional unter Wert verkauft.

      Fazit: Ein Brite rettet chinesische Waisenkinder vor der japanischen Besatzung: Zurückhaltend inszenierte Heldengeschichte.
    2. Die Kinder der Seidenstraße: Abenteuerdrama um einen britischen Journalisten, der mit einer Gruppe chinesischer Waisenkinder vor den japanischen Besatzern flieht.

      Abenteuerdrama um einen britischen Journalisten, der mit einer Gruppe chinesischer Waisenkinder vor den japanischen Besatzern flieht.

      Unter anderem mit deutschen Geldern drehte der kanadische Regisseur Roger Spottiswoode, dessen Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ bereits in China spielte, das historische Kriegsabenteuerdrama um einen Menschenretter an Originalschauplätzen. Wie auch Florian Gallenbergers Biopic „John Rabe“ basiert die Geschichte auf Fakten – der Biografie des britischen Reporter George Hogg. Die von ihm geretteten Kinder huldigen ihm im Abspann. „Die Kinder der Seidenstraße“ beginnt in Nanking, das von den Japanern belagert wird.

      Der junge Fotoreporter Hogg („Tudors“-Heinrich Jonathan Rhys Meyers) dokumentiert eine Massenerschießung der barbarischen Besatzer. Dafür soll ihm kurzer Prozess gemacht werden. Untergrundkämpfer Jack Chen (angegraut: Asiens frühere Nummer eins Chow Yun-Fat) befreit den naiven Abenteurer. Statt an die Front, wo Hogg hin will, schickt Jack den fließend japanisch, aber kein Wort Mandarin sprechenden Heißsporn in ein entlegenes Waisenhaus in den Bergen. Dort soll er der US-Krankenschwester Lee (so ruppig wie verletzlich: Radha Mitchell) helfen, 60 Waisenjungen zu versorgen. Obwohl ein traumatisierter Rädelsführer ihn vor Ort erschlagen will, siegt Hoggs Herz über seinen Verstand und er organisiert das (Über)Leben der Kinder. Einige Fish-out-of-Water-Komik begleitet den Kulturschock schwungvoll. Als die Japaner jedoch ins Landesinnere vorrücken, müssen sie fliehen. Von Chen, Lee und Hogg begleitet, marschieren die Kinder 500 Meilen nach Westen bis zur Wüste Gobi, ein Weg voller Gefahren, den Spottiswoode im klassischen Abenteuerkinostil behandelt. Dazwischen erinnert er immer wieder an den gegenwärtigen Krieg: Schusswechsel, wilde Fluchten, Tieffliegerangriffe auf Flüchtlingstrecks sorgen für pyrotechnische Action. Zwar sind fast alle versehrt an Leib und Seele, aber die Traumata werden nicht weiter vertieft. Das geht zu Lasten der Intensität und hält die Dramatik am kurzen Zügel, um die vielen Ereignisse rasch abwickeln zu können. Dass Arthur Cohn produziert, fällt angesichts der lockeren thematischen Nähe zu „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ auf. Dazu wandelt die Liebesgeschichte zwischen Meyers und Mitchell auf den Spuren von „Der englische Patient“, womit ein breites Spektrum abgedeckt ist. Auch die pazifistische Botschaft des gesamten Filmes ist erfreulich. tk.

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