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Die innere Zone

Kinostart: 31.07.2014
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Filmhandlung und Hintergrund

Psychologisches Drama um einen Tunnelbau in den Alpen, bei dem Radioaktivität freigesetzt wird.

Im Jahr 2026 entweicht aus einer Tunnelbaustelle in den Schweizer Alpen ein mysteriöses Luftgemisch. Daraufhin erhält die Psychologin Marta den Auftrag, in dem Tunnel nach drei Wissenschaftlern zu suchen, die nach der Evakuierung dort verblieben sind. Je tiefer Marta, deren Gehirn bei einem Biosphärenprojekt geschädigt wurde, in den Stollen eindringt, desto mehr verwischen bei ihr Traum und Wirklichkeit. Und auch als sie endlich einem der Wissenschaftler begegnet, wird sie weiter von düsteren Erinnerungen heimgesucht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Seit über dreißig Jahren porträtierten die Schweizer Brüder Donatello und Fosco Dubini, die eine in Köln ansässige Produktionsfirma betrieben, in ihrem Arbeiten Persönlichkeiten aus Kultur und Geschichte. Dazu gehören Dokumentarfilme wie "Hedy Lamarr: Secrets of a Hollywood Star" (2005) oder "Thomas Pynchon: A Journey in the Mind of P.", bei denen sie teils mit Verfremdungseffekten arbeiteten. Selbst ihre beiden Spielfilme "Ludwig 1881" (über König Ludwig von Bayern) und "Die Reise nach Kafiristan" (über Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach) folgten einer eher spröden Dramaturgie mit statischen Einstellungen und elliptischer Erzählweise. Ihr erster Science Fiction-Film "Die innere Zone" erweist sich daher stärker an philosophischen Fragen interessiert als an einer stringent entwickelten Geschichte.

      Nach Donatellos Tod 2011, der noch an Produktion und Drehbuch beteiligt war, beendete Fosco Dubini den Film allein. Am Projekt waren zudem zahlreiche Weggefährten wie Hauptdarstellerin Jeanette Hain ("Die Reise nach Kafiristan") oder Dietmar Mössmer ("Ludwig 1881") als unzurechnungsfähiger Wissenschaftler beteiligt. In einem stummen Cameo-Auftritt taucht Filmemacher Bernhard Marsch vom Kölner "Filmclub 813" als Hausmeister der Kontrollzentrale auf. Dass Fosco Dubini erneut Hain für die Rolle der zweifelnden Psychologin gewinnen konnte, erweist sich als Glücksfall. Nicht nur durch ihren Off-Kommentar, sondern auch durch ihr Porträt einer anfangs selbstbewussten, langsam zerbrechenden Frau hält die experimentierfreudige Akteurin den bizarren Plot zusammen.

      In ihm untersuchen die Dubinis - mit den Co-Autorinnen Barbara Marx und Heike Fink - die dünne Bruchstelle zwischen Realität und Scheinwelt. In der Tradition von Siebziger-Science Fiction-Klassikern wie "Solaris" halten Trugbilder und Rauschzustände zunehmend Einzug in die Vorstellungswelt der Wissenschaftler, was diese außer Kontrolle geraten lässt. Da die Protagonistin selbst an einem Biosphärenprojekt namens "Aurora" forschte und ihre Gesundheit in der Isolation durch Sauerstoffmangel angegriffen wurde, kann sie trotz eines selbst entwickelten Sensors ihrer Wahrnehmung nicht mehr trauen. Auf der Odyssee durch das Stollensystem überlagern sich Erinnerungen und Projektionen mit der Gegenwart, was sich zugleich an Jeannette Hains wechselnder Garderobe innerhalb eines Schauplatzes verdeutlicht. Manchmal wurde die Kleidung farblich auf die Umwelt abgestimmt.

      Als Ausgangssituation diente den Dubinis ein weitgehend vertuschter Reaktorunfall im unterirdischen Versuchskraftwerk Lucens Ende der Sechziger, bei dem aufgrund einer Kernschmelze radioaktive Gase entwichen. Das futuristische Drama verknüpft die Zerstörung und Beeinträchtigung der Umwelt mit der Destabilisierung des menschlichen Geistes. Was mit einem beeindruckendem Flug über verschneite Berge beginnt, begleitet durch die "Apocalyptica"-Version von "Nothing Else Matters", wandelt sich dem Titel gemäß später zur Reise in ein irreales Bewusstsein.

      Allerdings lässt die entschleunigte Dramaturgie diese surreale Versuchsanordnung zum theatralischen Kammerspiel vor der Green Screen verkommen. Wohl aufgrund des überschaubaren Budgets erscheint die deutsch-schweizerische Co-Produktion mit Schauspielern vor künstlichem Hintergrund wie eine Produktion des längst verblichenen Schulfernsehens. Ebenso wirkt Lili Fichtner als kindliche (ukrainische?) Krankenschwester in ihrer steten Naivität reichlich enervierend. Trotz des utopischen Ansatzes, wobei viele Plotelemente der Realität entlehnt wurden, erweist sich "Die innere Zone" als "typischer" Dubini-Film mit interessantem Ansatz und sperriger, distanzierender Ausführung.

      Fazit: Als Hommage an philosophische Science Fiction-Dramen aus den 1970er Jahren kann "Die innere Zone" aufgrund seiner herausragenden Hauptdarstellerin stärker fesseln als durch seine spröde Dramaturgie.
    2. Die innere Zone: Psychologisches Drama um einen Tunnelbau in den Alpen, bei dem Radioaktivität freigesetzt wird.

      In seinem futuristischen Drama über eine Atom-Katastrophe lässt Fosco Dubini Action und Spannung vorwiegend im Kopf seiner Protagonistin stattfinden.

      In seinem Science Fiction der intellektuellen Art versucht der Schweizer Fosco Dubini, der zuvor vorwiegend Dokumentationen wie „Klaus Fuchs - Atomspion“ oder Porträts wie „Jean Seberg - American Actress“ realisierte, den Auswirkungen einer nuklearen Katastrophe in der Größenordnung von Tschernobyl oder Fukushima auf den Grund zu gehen. Als Aufhänger dient ihm dabei der Unfall in einem Atomreaktor, der sich tatsächlich am 21. Januar 1969 im Schweizer Lucens ereignete und bis zum heutigen Tage totgeschwiegen wurde.

      „Die innere Zone“ ist im Jahr 2023 angesiedelt und beginnt mit einigen spektakulären Luftaufnahmen von verschneiten Gebirgsformationen. Prächtige Bilder, mit denen Dubini einmal mehr sein visuelles Talent, das bereits in dessen „Die Reise nach Kafiristan“ aufblitzte, unter Beweis stellt. Ebenfalls aus diesem Film hat der Regisseur seine Hauptdarstellerin Jeanette Hain übernommen. Sie spielt die Psychologin Marta, die in einem tief in den Schweizer Alpen gegrabenen Tunnel nach drei verschollenen Wissenschaftlern suchen soll. Nach und nach fördert der Trip zu Tage, dass hier vor kurzem wohl ein größtmöglicher Unfall, der die Luft kontaminierte, passiert sein muss. Zudem erfährt man, dass Martas Gehirn bereits bei einem vorangegangenen Biosphärenprojekt geschädigt wurde und sie deshalb Schwierigkeiten hat, Traum und Realität voneinander zu unterscheiden.

      Dubini beschränkt sich in seinem Film auf Andeutungen und Vermutungen, nichts wird beim Namen genannt, alles bleibt vage. Seine ruhige, kontemplative Kameraarbeit hält das Tempo der Geschichte niedrig, dramaturgische Höhepunkte sind die Seltenheit. Stattdessen rückt Hains ausdrucksstarkes Antlitz immer wieder in den Vordergrund. Wie sie ihr Seelenleben nach außen kehrt, in zahlreichen Großaufnahmen für den Betrachter transparent macht, ist eine große darstellerische Leistung. Allerdings versäumt es der Regisseur, mehr aus seiner Story und seinen weiteren hochkarätigen Schauspielern, darunter Nikolai Kinski, zu machen. So mutiert „Die innere Zone“ recht bald zum futuristischen Kopfkino, wortreich und actionarm, das seine hehre Botschaft derart verschlüsselt vermittelt, dass sie wohl nur von anspruchsvollen Arthausliebhabern dechiffriert werden kann. lasso.

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