Die Herzogin

  1. Ø 3
   2008

Die Herzogin: Aufwändig-elegantes Kostümdrama über die skandalumwitterte Aristokratin Georgiana Spencer.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Herzogin: Aufwändig-elegantes Kostümdrama über die skandalumwitterte Aristokratin Georgiana Spencer.

Mit blutjungen 16 Lenzen wird Georgiana Spencer (Keira Knightley) von ihrer Mutter (Charlotte Rampling) mit dem deutlich älteren, einflussreichen fünften Herzog von Devonshire (Ralph Fiennes) vermählt. Ihre hohen Erwartungen an die Liebe werden bitter enttäuscht – der Gatte behandelt sie eiskalt. Gekränkt widmet sich die kluge Herzogin dem Gesellschaftsleben und wird zur Ikone. Während ihr Mann eine Geliebte hält, trifft sie Charles Grey (Dominic Cooper).

Nach der Bestseller-Biografie von Amanda Forman gelingt Saul Dibb ein aufwändiges Kostümdrama um die skandalumwitterte Aristokratin – eine Vorfahrin von Lady Diana. In dem eleganten und realistischen Sittenbild glänzt Keira Knightley („Fluch der Karibik„) als lebenshungrige Herzogin.

Mit großen Erwartungen an die Liebe blickt die 16-jährige Georgiana Spencer der von ihrer ehrgeizigen Mama arrangierten Hochzeit mit dem neun Jahre älteren, fünften Herzog von Devonshire entgegen. Der behandelt jedoch seine Hunde besser als die Gattin und verliert an ihr Interesse weil sie ihm Töchter, keine Söhne schenkt. Gekränkt stürzt sich die ebenso kluge wie hübsche Herzogin ins Gesellschaftsleben und avanciert zum Mittelpunkt der High Society. Da kreuzt Charles Grey, seines Zeichens ehrgeiziger Nachwuchspolitiker, ihren Weg.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In der historischen Biografie „Die Herzogin“ wird eine englische Adlige aus dem 18. Jahrhundert als früh um Emanzipation ringende Frau porträtiert. Georgiana, Herzogin von Devonshire, gehört als geborene Spencer zu den Vorfahren von Lady Diana. Der britische Regisseur Saul Dibb begibt sich auf die Spuren einer tonangebenden Societylady, die sich nicht mit der Pflicht begnügen wollte, einen Sohn zu gebären. Statt dessen maßte sie sich an, von ihrem untreuen Gatten gleiches Recht für ihr eigenes Liebesleben zu fordern.

    Keira Knightley und Ralph Fiennes spielen das ungleiche Ehepaar, das durch zahlreiche Tiefen geht – wobei Georgiana mit ihrer weitgehenden Rechtlosigkeit gedemütigt wird. Während sich der Herzog zahllose Affären gönnt, will er sich von seiner Frau keineswegs Hörner aufsetzen lassen, und erpresst sie mit der Drohung, sie von ihren Kindern zu trennen. Der Kostümfilm basiert auf der Biografie von Amanda Foreman und stellt seine feministisch aufmüpfige Perspektive von Anfang an heraus: Als Georgianas Mutter ihr mitteilt, dass sie den Herzog von Devonshire heiraten werde, wundert sich die junge Frau einen Moment lang, dass es sich nach zwei Begegnungen schon um Liebe handeln soll.

    Später, als die bereits von der Ehe enttäuschte Herzogin Lady Bess Foster kennen lernt, die ihren gewalttätigen Mann verlassen hat, entsteht zunächst eine modern anmutende, solidarische Freundschaft. Um so stärker ist die Demütigung, dass die Freundin mit dem Herzog ins Bett geht, um ihre Söhne zu sich holen zu dürfen. Selbst für damalige Zeiten unerhört, nimmt der Herzog Lady Bess für immer in seinem Haus auf.

    Ralph Fiennes gibt zunächst den schnöseligen, wortkargen Langweiler, der mit seinem privilegierten Leben wenig anfangen kann. Erst später lässt er den Herzog Emotionen zeigen, wenn auch vor allem Empörung und Zorn. Am Schluss schließlich nimmt der Herzog sogar versöhnliche Züge an und erscheint als ein typischer Mann seiner Zeit, der sich vor allem um sein Ansehen sorgte.

    Keira Knightley macht im Laufe des Films ebenfalls eine Entwicklung durch: Zunächst fällt ihr mageres Gesicht auf, das mit der Hochfrisur noch knochiger wirkt, bald aber stellt sich wieder dieses schauspielerische Charisma ein, der strahlende Blick und die lebendige Freude, mit der diese Darstellerin ihre Rollen ausfüllt. Ein authentisch wirkendes Zeitgemälde will dieser Film dabei offenbar nicht sein. Die Hauptfiguren wirken vielmehr wie in die Vergangenheit hineintransportiert. Georgiana bleibt stets Sympathieträgerin und ordnet der Liebe zu ihren Kindern alles unter.

    Fazit: Keira Knightley und Ralph Fiennes spielen eine hochdramatische Ehe im 18. Jahrhundert in England, in der die Frau gleichberechtigt sein wollte.
  • Keira Knightley erweckt die skandalumwitterte Aristokratin Georgiana Spencer in Saul Dibbs aufwändig-elegantem Kostümdrama mit viel Einfühlungsvermögen zum Leben.

    Bevor das Wort „It Girl“ überhaupt geprägt wurde, gab es schon eins: Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire, 1757 als Georgiana Spencer geboren, verstorben 1806. Sie, Ur-Ahnin von Lady Diana Spencer, war eine frühe Personifizierung dieses Begriffs. Mit 16 ehelicht sie den einflussreichen, neun Jahre älteren, fünften Herzog von Devonshire. Kaum verheiratet, erobert sie mit Intelligenz, Schlagfertigkeit und ihrem untrüglichen Gespür für Mode die britische Gesellschaft und mischt auch – höchst ungehörig – auf politischer Ebene kräftig mit.

    „Georgiana, Duchess of Devonshire“ heißt Amanda Formans Bestseller-Biografie aus dem Jahre 1998, die Saul Dibb unter dem Titel „The Duchess“ verfilmt hat. Als Protagonistin gewann er Keira Knightley, die die langfederigen, höchst unpraktischen Hüte des 18. Jahrhunderts mit gleicher Nonchalance zu tragen versteht wie ihre verwegene Seeräuberkluft in der „Fluch der Karibik“-Reihe. Überhaupt scheint dieses aufwändige Kostümdrama geradezu für sie maßgeschneidert. Nicht nur weil Sie mit ebenmäßigem Gesicht, verheißungsvollem Blick und verschmitztem Lächeln Männerträume von verruchten, skandalumwitterten Aristokratinnen befriedigt, sondern es auch versteht, Georgianas Charisma ebenso verständlich zu machen wie deren immensen Herzschmerz. Und besonders letzteres hatte sie reichlich.

    Mit Freude stürzt sie sich in die von der ehrgeizigen Mama – Charlotte Rampling lässt einen Eisschrank frösteln – arrangierten Hochzeit. Ralph Fiennes gibt den Gemahl, kalt, wortkarg und very british. Seine Hunde behandelt er besser als seine Frau, der Beischlaf dient bei ihm primär der Fortpflanzung. Als es der Herzogin nicht gelingt, einen männlichen Nachfahren zur Welt zu bringen, verliert er an ihr das Interesse. Georgiana beklagt sich bei der Mutter, die rät zur Contenance und merkt an, dass eheliche Turbulenzen am leichtesten mit „Geduld, Standhaftigkeit und Verzicht“ zu überstehen sind. Womit sie bei ihrer heißblütigen Tochter auf taube Ohren stößt. Kopfüber stürzt die sich ins Gesellschaftsleben, avanciert zu dem, was man heute Society-Star und Trendsetter nennt. Da kreuzt zufällig ein alter Verehrer, Charles Grey (Dominic Cooper), seines Zeichens ehrgeiziger Nachwuchspolitiker, ihren Weg.

    Leicht hätte dieser saftige Stoff zur semi-royalen, tränenreichen Kolportage im „Goldenen-Blatt“-Stil verkommen können. Doch Dibb vermeidet jedwedes Klischee, fühlt sich vielmehr größtmöglicher historischer Authentizität, verpackt in erlesenen Bildern (Kamera: Gyula Pados) und ziselierten Dialogen, verpflichtet. Zu Rachel Portmans elegantem Score zeichnet er seine Heldin als moderne Frau, die erkennt, dass die Zeichen der Zeit auf Neuerung stehen, sie selbst aber in einem Klassensystem gefangen ist, aus dem es (für sie) kein Entrinnen gibt. Den Geliebten – der spätere Premierminister Grey ist heute eher wegen des nach ihm benannten Tees bekannt – verlässt sie auf Druck ihres Mannes, dessen Mätresse Bess Foster (Hayley Atwell) wiederum zieht auf ihrem Landsitz ein – der Beginn einer Ménage à trois, die bis zu Georgianas Tod Bestand hat. Das kommt einem alles doch irgendwie bekannt vor. geh.

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