Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Die goldenen Jahre

Die goldenen Jahre

JETZT ANSEHEN

Die goldenen Jahre: Köstliche und erfrischend subversive Komödie um ein Paar, das den Ruhestand mit einer gemeinsamen Kreuzfahrt feiern will, das aber noch mal ganz von vorn anfängt.

Poster

Die goldenen Jahre

Spielzeiten in deiner Nähe

„Die goldenen Jahre“ im Kino

Aktuell sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Handlung und Hintergrund

Das Ehepaar Alice und Peter möchte nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben bei einer ihnen von ihren Kindern geschenkten Kreuzfahrt wieder richtig zueinander finden. Was sich aber schwieriger gestaltet als erwartet. Alice geht schließlich in Marseille von Bord, blickt nicht zurück und stürzt sich in ein neues Abenteuer.

Darsteller und Crew

  • Stefan Kurt
    Stefan Kurt
  • Gundi Ellert
    Gundi Ellert
  • Lukas Hobi
    Lukas Hobi
  • Esther Gemsch
  • Ueli Jäggi
  • André Jung
  • Barbara Kulcsar
  • Petra Volpe
  • Reto Schaerli

Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. FBW-Pressetext:

      Der Tag, an dem Peter pensioniert wurde, sollte für ihn und Alice eigentlich der Aufbruch in eine schöne und spannende neue Lebensphase sein. Doch irgendwie kommen die beiden plötzlich so gar nicht mehr miteinander klar. Alice ist neugierig auf die Welt, will reisen, neue Menschen kennenlernen - und Peter lieber seine Ruhe. Und als dann auch noch Peter seinen besten Freund mit auf eine Kreuzfahrt nimmt, die eigentlich nur für die beiden bestimmt war, reicht es Alice und sie verlässt das Schiff -allerdings ohne Peter Bescheid zu geben.

      Der Film in der Regie von Barbara Kulcsar (Drehbuch: Petra Volpe) erzählt die Geschichte eines Ehepaares in der Krise - genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Leben im Grunde noch einmal zu einer ganz neuen Drehung ansetzt. Mit einem genauen Gespür für Pointen und Timing entwerfen Kulcsar und Volpe schmunzelkomische Momente, vergessen dabei nie die existenzielle und auch dramatische Tragweite dessen, was geschieht. Hier werden Drehbuch und Regie durch eine grandiose Darstellung des Ensembles unterstützt, das nicht aus bequemen Figuren besteht, sondern aus echten Charakteren mit Ecken und Kanten. Stefan Kurt als frisch pensionierter - und im Prinzip wegrationalisierter - Arbeitnehmer verkörpert glaubhaft die Resignation eines Menschen, der in solch einer Lebenssituation in ein tiefes Loch fällt. Und Esther Gemsch ist hinreißend als Alice, die lebenshungrig und neugierig ist. Wenn sie sich aufmacht, einen Teil der Welt auf eigenen Beinen zu erkunden und einen Einblick in alternative Lebensmodelle wie etwa eine lesbische Kommune/autarke Frauen-Kommune erhält, dann spürt man, wieviel Kraft und Zauber in ihrem Charakter liegt. Ein Zauber, der durch die klassisch-konventionelle Lebensform der Ehe eher unterdrückt wurde. Auch die Kinder von Alice und Peter haben Probleme im Gepäck. Doch Kulcsar und Volpe überdramatisieren nicht, sondern gehen ehrlich und schnörkellos mit den Konflikten um. Das Tempo der Handlung variiert zwischen humorvollen dynamischen Szenen und kontemplativen Momenten, die ein Innehalten zulassen. Und damit auch ein Reflektieren über die eigene Lebenssituation. Dazu liefert ein kongenialer Soundtrack genau die richtige Unterstützung einer sommerlichen Stimmung. Das alles macht DIE GOLDENEN JAHRE zu einem wunderbaren Wohlfühl-Kinovergnügen mit Tiefgang.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
      Mehr anzeigen
    2. Die goldenen Jahre: Köstliche und erfrischend subversive Komödie um ein Paar, das den Ruhestand mit einer gemeinsamen Kreuzfahrt feiern will, das aber noch mal ganz von vorn anfängt.

      Köstliche und erfrischend subversive Komödie um ein Paar, das den Ruhestand mit einer gemeinsamen Kreuzfahrt feiern will, das aber noch mal ganz von vorn anfängt.

      Gleich zu Beginn des französischen Films „Alles was kommt“ lässt Regisseurin Mia Hansen-Løve ihre von Isabelle Huppert gespielte Heldin sagen: „Wenn man älter als Vierzig ist, kann man eine Frau auch gleich auf den Müll schmeißen.“ Um danach einen Film zu machen, der zwar zeigt, dass die Gesellschaft vielleicht so denken mag, sich niemand in diesem Alter aber daran halten muss. Das Leben und wie man es führt, darum geht es auch in der köstlichen und erfrischend subversiven neuen Regiearbeit der Schweizer Filmemacherin Barbara Kulcsar, die mit einem Drehbuch ihrer Kollegin Petra Volpe arbeitet und nicht einen Moment mit Hülsen und Floskeln, mit nichtssagenden Durchhalteparolen arbeitet. Kein „60 Jahre und kein bisschen weise“, keine Verweise auf „Best-Ager“ oder „Silberfüchse“, nichts, was nach Altersheim und Kukident riechen würde.

      Weil die Hauptfiguren hier zwar die 65 überschritten haben mögen, ihre Haltung zum Leben aber mehr aussagt über generelle menschliche Erfahrung als über ihr Alter, auch wenn eine Pensionierung das Schlüsselereignis ist, das die Handlung des Films auslöst. Ein Film, in dem es nicht um Abschluss und ein finales Aufräumen geht, sondern um Suche und Neuorientierung, um Lebenshunger und lust for life. Und wie verwirrend und lustig und überraschend und bitter das sein kann, wenn man bereits mehr als das halbe Leben miteinander verbracht hat wie das Ehepaar Alice und Peter, das nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben bei einer ihnen von ihren Kindern geschenkten Kreuzfahrt wieder richtig zueinander finden will, was sich aber schwieriger gestaltet als erwartet.

      Was etwas plakativ beginnt mit einer Ansammlung zeitgeistiger Klischees, in denen die moderne Welt auf gelebtes Leben prallen, lässt Oberflächliches spätestens in dem Moment zurück, in dem das Kreuzfahrtschiff ablegt, und entwickelt sich zu einem faszinierenden Charakterporträt einer Frau, die kurzentschlossen das Ankerseil kappt, bildlich zumindest: Alice geht in Marseille von Bord und blickt nicht zurück, das Abenteuer liegt vor und nicht hinter ihr.

      Esther Gemsch könnte man stundenlang zusehen, ohne dass es langweilig werden würde. Ihre Neugier ist ihr festgeschrieben in ihren Zügen, in ihrer Körperhaltung, in ihren Bewegungen. Mit dieser Frau geht man überall hin, auch wenn es einen zu einem Bauernhof eines feministischen Kollektivs führt und Erkenntnissen, wie man auch unkonventionell einander verbunden bleiben kann. Der Blick des Films macht es seinen Protagonisten nach: Er ist wach und unvoreingenommen, interessiert an all dem, was da noch passieren mag. An Gemschs Seite liefert auch Stefan Kurt eine Glanzleistung als in seinen Gewohnheiten feststeckender Mann, dem die Rente mehr den Boden unter den Füßen wegzieht, als er es wahrhaben will. Sein Weg im Film ist weniger aufregend und körperlich, aber nicht minder transformierend: Am Ende stehen zwei Eheleute, die einander nicht erkennen würden, hätte man ihnen zu Beginn des Films Fotos von sich vom (zwischenzeitlichen) Ende ihrer Reise gezeigt. Ohne dass der so genau und liebevoll beobachtete Film dabei schummeln würde: Was er erzählt, ist genuin, alle Entwicklungen erscheinen zwingend. Als Zuschauer ist man blendend unterhalten davon, weil man sich wiedersieht in den Figuren, egal wie alt man selbst sein mag.

      Thomas Schultze.
      Mehr anzeigen