Filmhandlung und Hintergrund

Trotz tragischer Züge fast eine Komödie: Denise Zich in einem sehenswerten Drama über eine Karrierefrau, die sich plötzlich um zwei Waisen kümmern muss.

Die elternlos aufgewachsene Isabelle, Redakteurin einer Lifestyle-Zeitschrift, erfährt durch die Polizei, dass ihr Vater mitnichten vor Jahrzehnten, sondern erst gestern gestorben ist. Als sie seinen Bauernhof besucht, stellt sie fest, dass sie außerdem große Schwester ist. Angesichts der drohenden Heimeinweisung der beiden kleinen Kinder muss sie sich entscheiden: Karriere oder Familie. Ein sympathischer Verwalter macht es ihr leichter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die geerbte Familie: Trotz tragischer Züge fast eine Komödie: Denise Zich in einem sehenswerten Drama über eine Karrierefrau, die sich plötzlich um zwei Waisen kümmern muss.

    Die Geschichte klingt nach Rührstück: Erfolgreiche Redakteurin, praktisch zeitlebens elternlos, erfährt durch die Polizei, dass ihr Vater mitnichten vor Jahrzehnten, sondern erst gestern gestorben ist. Als sie seinen Bauernhof besucht, stellt sie fest, dass sie außerdem keineswegs Einzelkind war. Plötzlich hat sie nicht bloß zwei kleine Geschwister, sondern muss sich angesichts der drohenden Heimeinweisung der beiden kleinen Kinder entscheiden: Karriere oder Familie.

    Dank Hauptdarstellerin Denise Zich und der unsentimentalen Inszenierung durch Christine Kabisch schont „Die geerbte Familie“ die Tränendrüsen. Wenn die junge Journalistin durch die rheinhessische Landschaft stöckelt, bekommt die Geschichte (Markus Mayer sowie Maja und Wolfgang Brandstetter) sogar komische Züge. Erwartbar ist hingegen die Sympathieverteilung der Kinder: Der kleine Junge akzeptiert sie rasch als Mutterersatz, seine ältere Schwester gibt dem neuen Familienmitglied erst mal keine Chance. Ebenfalls eher skeptisch verhält sich der Verwalter des Landguts, aber da er von Hendrik Duryn als klassischer romantischer Held verkörpert wird, sind die anfänglichen Verbalscharmützel zwischen Isabelle und Daniel bereits Teil einer Beziehungsanbahnung. Bis es soweit ist, vergeht allerdings der komplette Film. Vorher muss sie, so will es die Dame vom Jugendamt, die Kinder mit in ihre vornehme Frankfurter Wohnung nehmen. Dort sind sie nicht bloß völlig deplaziert, sie treffen auch auf einen Lebensgefährten ihrer großen Schwester, in dessen Plänen außer Isabelle keine weiteren Menschen vorgesehen sind. Ihre Chefin Norma (Eleonore Weisgerber) erwartet von ihrer Redaktionsleiterin ohnehin „Einsatz bis zur Selbstaufgabe“ für das Hochglanzmagazin.

    Für Denise Zich ist die schlagfertige, selbstbewusste Großstädterin, die über Nacht den Boden unter den Füßen verliert, eine Rolle, die sie ausgezeichnet ausfüllt. Dass sich Eleonore Weisgerber als Chefredakteurin unübersehbar an Meryl Streeps ganz ähnlich angelegter Figur in „Der Teufel trägt Prada“ orientieren musste, stört weniger als ihre mitunter wichtigtuerisch klingenden Dialoge, wenn von „Commercials“ (eigentlich Werbespots im Fernsehen) oder einer „Editor’s-Konferenz“ die Rede ist. Zum Ausgleich darf Norma am Ende zeigen, dass auch sie ein Herz hat. Ein Wiedersehen gibt es außerdem mit Günther Schramm als Isabelles Großvater. tpg.

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