Filmhandlung und Hintergrund

Heimatdrama mit Henriette Confurius als junge Lehrerin, die in einem steirischen Dorf alte Wunden aufreißt.

Nach einem Erdbeben steht die junge Lehrerin Rosaria vor den Trümmern ihrer Existenz. Zur Erholung fährt sie mit einigen Schülern für ein paar Tage in eine steirische Gemeinde. Dort verliert sie ihr Herz sogleich an den ungestümen Jungbauern Josef. Doch die Liebe der beiden steht unter keinem guten Stern. Eifersüchteleien zwischen Josef und seinem Bruder Franz, ein tragischer Unfall und Anfeindungen durch die Dorfgemeinschaft gefährden Rosarias Aufbruch in ein neues Leben.

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Kritikerrezensionen

  • Die Fremde und das Dorf: Heimatdrama mit Henriette Confurius als junge Lehrerin, die in einem steirischen Dorf alte Wunden aufreißt.

    Ein schlichter Vorspanneffekt genügt, und schon wird klar, dass das „und“ im Titel ein trennendes Bindewort ist: Erst erscheint „das Dorf“, dann „Die Fremde“. Tatsächlich gelingt es der jungen Rosaria (Henriette Confurius) in kürzester Zeit, die Einwohner der steirischen Gemeinde gegen sich aufzubringen: weil sie im Gegensatz zu den Einheimischen Fragen stellt.

    Das Drehbuch der seit einigen Jahren überwiegend als Autorin tätigen Schauspielerin Konstanze Breitebner basiert auf einer Idee von August Schmölzer. Er verkörpert auch die Schlüsselrolle dieser dramatischen Geschichte: Nach einem Erdbeben in Norditalien hat ein Dorf in der Steiermark eine Schulkasse eingeladen, sich für eine Tage von dem Schock zu erholen. Die hübsche Lehrerin Rosaria erregt nicht nur Aufsehen, sie weckt auch Missgunst: Weil die Brüder Hosef und Franz ihr Herz verlieren, macht sie sich gleich mehrere Frauen zu Feindinnen. Für Anton Wolf (Schmölzer) gilt das nicht minder, aber dem jähzornigen Grantler, dem gern mal die Hand ausrutscht, kann es ohnehin niemand recht machen. Vor allem nicht sein jüngerer Sohn Josef (Manuel Rubey): Der Musiker erinnert ihn mit seinem unsteten Wesen an seine Frau, die ihm vor Jahren davon gelaufen ist. Als die gegenseitigen Aggressionen in eine Schlägerei ausarten und der Vater den Sohn anzeigt, wird der vorbestrafte junge Mann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Sein verwitweter Bruder Franz (Max von Thun), der Rosarias Freundlichkeit falsch versteht, macht ihr den Hof; sehr zum Missfallen der Bürgermeisterin (Franziska Weisz), die ihn heimlich liebt. In der Stadt entdeckt Josef derweil in einer Nervenklinik, in der er einst zur Behandlung war, den Schlüssel zu dem düsteren Geheimnis, das seit Jahrzehnten auf der Familie lastet.

    Die Handlung mag nach einem üblichen Heimatdrama klingen, das große Gefühle durch entsprechende Naturaufnahmen illustriert, doch davon ist Peter Keglevics Inszenierung weit entfernt. Der Österreicher, für „Du bist nicht allein - Die Roy Black Story“ (1996) und „Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker“ (2000) mehrfach ausgezeichnet, hat alles andere als einen touristischen Film gedreht. Die frühsommerliche Steiermark ist, der Atmosphäre im Dorf entsprechend, eher abweisend als einladend, das Bergpanorama eher bedrohlich als pittoresk (Kamera: Emre Erkmen). Umso besser war die Idee, die Titelrolle mit Henriette Confurius zu besetzen: Die aristokratische Attraktivität der jungen Schauspielerin betont die Deplaziertheit der Figur noch. Dabei kommt Rosaria, die beim Erdbeben Eltern und Freunde verloren hat, gerade recht, denn sie wäre bereit, die Nachfolge der demnächst pensionierten Dorfschullehrerin (Franziska Walser) anzutreten, aber selbst das sorgt für Missmut. Ohnehin lebt der Film davon, dass Rosaria mit sämtlichen handelnden Personen über Kreuz gerät: Die Wirtin (Saskia Vester) hat ein Verhältnis mit Josef und ist daher ebenso eifersüchtig wie die Bürgermeisterin, die Lehrerin ist die Schwiegermutter von Franz und will verhindern, dass sich Rosaria ins gemachte Nest setzt, und dem alten Wolf, eine Paraderolle für Schmölzer, ist ohnehin alles ein Gräuel, was nach Romantik riecht. tpg.

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