Die fremde Familie

  1. Ø 4
   2010
Die fremde Familie Poster
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Auch in seinem jüngsten gemeinsamen Film erzählt das Duo Nocke/Krohmer eine Geschichte derart realitätsnah, dass sie fast dokumentarisch wirkt. Voraussetzung dafür sind Dialoge, die nicht ausgedacht und aufgesagt klingen, und Schauspieler, deren Darbietungen mitunter fast improvisiert wirken.

    Erneut beobachten Daniel Nocke und Stefan Krohmer, wie sich die Dynamik innerhalb einer Gruppe durch Einflüsse von außen wandelt: Das überschaubare Dasein des Ehepaars Ira und Marquard Wolfens ändert sich von Grund auf, als Iras Vater Robert einen Schlaganfall hat und zum Pflegefall wird. Weil sie sich eine angemessene Heimunterbringung nicht leisten können, soll Robert bei ihnen wohnen. Die Pflege übernimmt eine junge Rumänin. Als Iras sympathischer, aber nichtsnutziger Halbbruder Bernd auftaucht, eskalieren die Aggressionen; das Ideal der häuslichen Pflege zerbricht ebenso wie die Beziehung von Ira und Marquard. Anders als vergleichbare Produktionen zum selben Thema, aber ähnlich wie „Wohin mit Vater?“ (ZDF) von Tim Trageser, wird „Die fremde Familie“ nie zum Thesenfilm. Abgesehen von einem Pfleger (Jan Messutat), der Ira gleich zu Beginn von oben herab über die Risiken belehrt, vertritt keine der Figuren dogmatische Positionen. Daher mutet die Handlung wie das Dokument eines klassischen „Trial and error“-Modells an. Die Schauspieler verhindern allerdings, dass die Geschichte zur abgefilmten Fallstudie wird. Katja Riemann und Thomas Sarbacher (als Ehepaar Wolfens) sowie Fritz Schediwy (Robert) und Stephan Luca (Bernd) passen als Ensemble wunderbar zusammen, Katharina Nesytowa, gebürtige Berlinerin, ist eine ausgezeichnete Ergänzung als rumänische Pflegekraft (Casting: Nina Haun). Trotzdem bleibt ein Einwand. Der Einzug Roberts soll sich im dramaturgischen Konstrukt der Handlung wie ein Brandbeschleuniger auswirken, der ein Feuer entfacht, das vorher im Verborgenen glomm. Entsprechende Hinweise bleibt der Film aber schuldig. Die Ehe der Wolfens‘ wird im Gegenteil als harmonisch und leidenschaftlich beschrieben. Marquard erliegt nicht mal den Reizen der hübschen Rumänin, was ohnehin recht klischeehaft gewesen wäre; es reicht schon, dass Robert ein sturer Zyniker ist. Der eheliche Kollaps kommt also etwas plötzlich, selbst wenn Ira während eines Kongresses eine Affäre hat. Und dass ausgerechnet der Hallodri Bernd am Ende eine praktikable Lösung für das Pflegeproblem findet, ist gemessen am gewohnten grimmigen Realismus der Filme von Nocke und Krohmer fast zu schön, um wahr zu sein. Davon abgesehen gelingt dem Duo gemeinsam mit Kameramann Benedict Neuenfels, der schon bei „Sie haben Knut“ mit Krohmer zusammengearbeitet hat, erneut das Kunststück, die Kunst nie wie Kunst wirken zu lassen. tpg.

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