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Die Flut ist pünktlich

Filmhandlung und Hintergrund

Die stille Siegfried-Lenz-Verfilmung mit Starbesetzung entwickelt sich eher nebenbei zum Krimi.

Im Watt einer Nordseeinsel wird ein Toter gefunden. Wie sich herausstellt, war der Mann ein erfahrener Wattwanderer. Da die Leiche keinerlei Gewalteinwirkung aufweist, könnte Inselpolizistin Maike Harms die Sache auf sich beruhen lassen, aber irgendetwas lässt ihr keine Ruhe, zumal sie mit der Tochter des Toten befreundet ist. Als die Beamtin rausfindet, dass die schöne Witwe ein Verhältnis hat, wird sie hellhörig. Tatsächlich ist ein düsteres Geheimnis der Schlüssel zu dem Todesfall.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Flut ist pünktlich: Die stille Siegfried-Lenz-Verfilmung mit Starbesetzung entwickelt sich eher nebenbei zum Krimi.

    Beziehungsdrama nach der gleichnamigen Erzählung von Siegfried Lenz, das sich eher nebenbei zum Krimi entwickelt.

    Bislang schienen Lenz-Verfilmungen eine Domäne des NDR zu sein; die Filme mit Jan Fedder (zuletzt „Arnes Nachlass“, zuvor unter anderem „Das Feuerschiff“ und „Der Mann im Strom“) waren ausnahmslos herausragend. Man kann die entsprechenden Bücher von Siegfried Lenz zwar kaum als Kriminalromane bezeichnen, aber die Adaptionen durch Lothar Kurzawa hatten immer auch einen starken kriminalistischen Einschlag, obwohl er sich durchaus eng an die Vorlagen gehalten hat. André Georgis Version der Lenz-Erzählung „Die Flut ist pünktlich“ geht dagegen recht freizügig mit Lenz‘ gleichnamiger Kurzgeschichte um. Ein Krimi-Drehbuch im klassischen Sinn hat zwar auch Georgi nicht geschrieben, doch im Gegensatz zur Vorlage ist seine Protagonistin eine junge Polizistin: Maike Harms (Bernadette Heerwagen) versieht ihren Dienst auf einer Nordseeinsel. Eines Morgens wird sie zu einer Leiche gerufen: Ein Mann ist im Watt von der Flut überrascht worden. Wie sich herausstellt, war er ein kundiger Wattwanderer, allerdings schwer nierenkrank. Da es sich offenkundig nicht um einen Mord handelt, könnte die Polizistin die Akte umgehend schließen, aber irgendetwas lässt ihr keine Ruhe, zumal sie mit der Tochter des Toten befreundet ist.

    Trotz der starken Krimiebene inszeniert „Kommissarin Lucas“-Schöpfer Thomas Berger („Busenfreunde“, „Wir sind das Volk“) den Film der Erzählung entsprechend in erster Linie als Beziehungsdrama. Seine Umsetzung verzichtet komplett auf spannungssteigernde Elemente. Die Spannung lauert vielmehr hinter den Bildern: weil man ahnt, dass es um mehr geht als bloß um einen Unfall; und weil Berger und Georgi mit ihrer Rückblendenrekonstruktion quasi kriminalistisch arbeiten. Dabei lässt sich der Regisseur viel Zeit; die Charaktere der Protagonisten werden regelrecht obduziert. Entsprechend niedrig ist das Tempo des Films. Dass man sich dennoch darauf einlässt, ist nicht zuletzt der exquisiten Besetzung zu verdanken. Ina Weisse verkörpert die nur scheinbar kühle Witwe Bettina, hinter deren Überlegenheit sich eine stille Verzweiflung verbirgt, mit sparsamen Mitteln; mitunter scheint sich ihr Spiel allein auf die durch das Licht zusätzlich betonten stechend blauen Augen zu reduzieren. Bettinas Liebhaber Tom, bei Lenz eine der Hauptfiguren, ist von Georgi stark reduziert worden, weshalb Jürgen Vogel nicht viel zu tun hat. Andererseits ist seine Mitwirkung ein deutliches Signal für die Bedeutung der Rolle, zumal ausgerechnet Tom schließlich unfreiwillig den Schlüssel zur Auflösung liefert. Wie sorgfältig und durchdacht der Film ist, zeigt eine Einstellung, die Toms Seelenleben sehr schön veranschaulicht: Er ist der Mann, der im Traum seiner Frau (Nicolette Krebitz) herumsteht; sie führt eine Pension auf der Insel, er fühlt sich hier eher deplatziert.

    Zentrale Gestalt des Films ist jedoch die Figur, die gerade mal den Vorspann überlebt, und auch in diesem Fall signalisiert die Besetzung, dass Alexander Halbach im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen wird: August Zirner versieht den Mann mit einer subtilen Tragik, die sich von Anfang an vermittelt; viel später stellt sich raus, dass er ein düsteres Geheimnis hütet, das schließlich ursächlich für seinen Tod sein wird. Zu dieser Stimmung passen auch die Syltbilder: Frank Küpper ist das Kunststück gelungen, die Insel aller touristischen Schauplätze zum Trotz unwirtlich und abweisend erscheinen zu lassen. tpg.
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