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Die Flügel der Taube

Kinostart: 23.07.1998
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Filmhandlung und Hintergrund

Opulent ausgestatteter Kostümfilm nach dem Henry-James-Roman. Packende Dreiecksgeschichte.

1910: Kate liebt Journalist Merton, der ist aber nicht standesgemäß für ihre Tante. Die würde sie enterben, wenn sie ihn heiratet. Auf einer Reise mit ihrer betuchten, aber schwerkranken Freundin Milly nach Venedig scheint sich eine Lösung für das Paar aufzutun: Merton soll Milly den Hof machen, damit wäre eine gemeinsame Zukunft finanziell gesichert. Nur widerwillig akzeptiert Merton.

London 1910. Die temperamentvolle Kate Croy, die seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer reichen Tante Maude lebt, liebt den armen Journalisten Merton. Weil sie aber durch diese unstandesgemäße Liaison ihr Erbe riskiert, plant sie, ihren Angebeteten mit ihrer reichen, aber todkranken amerikanischen Freundin Millie zu verheiraten und ihn so später für sich selbst zu einer guten Partie zu machen. Gemeinsam bricht das Trio nach Venedig auf, wo Millie ihre letzten Lebenstage möglichst angenehm zu verbringen gedenkt…

Opulent ausgestatteter Kostümfilm nach dem Henry-James-Roman. Packende Dreiecksgeschichte.

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Kritikerrezensionen

  • Die Flügel der Taube: Opulent ausgestatteter Kostümfilm nach dem Henry-James-Roman. Packende Dreiecksgeschichte.

    In der Venedig-Reihe „British Renaissance“ gehörte Iain Softleys Adaption des Henry James-Romans „The Wings of the Dove“ zu einem der Höhepunkte. Die Reise dreier Menschen in die Welt der Gefühle wird zu einer Reflexion über Selbstsucht und Selbstlosigkeit in der Liebe.

    Der 41jährige Regisseur, der 1994 mit dem Drama „Backbeat“ über den fünften Beatle in der Settimana della Critica reüssierte, erzählt die Geschichte von Kate (Helena Bonham-Carter), die sich 1910 in den Journalisten Merton Densher (Linus Roache) verliebt und eine Entscheidung fällen muß: entweder den Mann heiraten, den sie liebt und von der reichen Tante enterbt werden oder eine angesehene und sichere Stellung in der Gesellschaft einnehmen. Aber sie sucht nach einer dritten Lösung. Auf einer Reise mit ihrer betuchten, aber schwerkranken Freundin Milly (Alison Elliott) nach Venedig entwickelt sie einen cleveren Plan. Warum sollte Merton Milly nicht den Hof machen, damit wäre eine gemeinsame Zukunft finanziell gesichert. Nur widerwillig akzeptiert Merton seine zweifelhafte Rolle. In der Stadt der Gondeln verbringt das Trio glückliche Tage. Als Kate nach London zurückkehrt, glaubt Milly an Mertons Emotionen. Doch dann erfährt sie die Wahrheit. Ein tödlicher Schock für die Kranke. Und Merton erkennt plötzlich seine wirklichen Gefühle. Vor der pittoresken Kulisse Venedigs spielt diese leidenschaftliche und dunkle Liebesgeschichte, an deren Ende die Herzen Trauer tragen. Es geht um den Kampf zwischen Verstand und Emotion, zwischen den Traditionen des vergangenen neunzehnten und den neuen Werten und Herausforderungen des begonnenen zwanzigsten Jahrhunderts. Kate als „Femme Fatale“ repräsentiert die Moderne mit einer neuen Moral und einem neuen Egoismus. Zwar läßt Softley kein Venedig-Klischee aus, die touristisch interessanten Plätze werden einer nach dem anderen abgehakt und der morbide Charme der Lagunenstadt als Symbol für Tod und Enttäuschung ist auch nicht gerade neu. Aber dennoch kann man sich der magischen Atmosphäre und den elegischen Momenten nicht entziehen, teilt man das Leid der Protagonisten in diesem psychologischen Vexierspiel. Softley geht es primär um Menschen, die gegen den Strom schwimmen, sich gegen gesellschaftliche Konventionen auflehnen, auch wenn sie vielleicht einen hohen Preis dafür zahlen. Die Dreiecksgeschichte in diesem opulenten Kostümfilm wirkt nicht eine Sekunde lang altmodisch, sondern ist packend inszeniert, die moralische Ambiguität hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Ein Edel-Epos nicht nur für Literatur-Connaisseures, das ein kleines, aber feines Publikum finden sollte. mk.

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