Die Erfindung der Liebe

  1. Ø 0
   2013
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Erfindung der Liebe: Ungewöhnliche Tragikomödie, die Liebesintrige und eine verschachtelte Film-im-Film-Geschichte miteinander verknüpft.

Am Anfang sprechen die Schauspieler über den Tod der Hauptdarstellerin und dem Abbruch der Dreharbeiten. Dann taucht eine junge und nicht gerade talentierte Nachfolgerin auf, die den Part weiter spielt. Gemeinsam mit ihrem Freund will sie eine reiche, dem Tod geweihte Unternehmerin um ihr Geld erleichtern. Die soll sich in ihren Freund verlieben. So richtig geht der perfide Plan nicht auf. Die Eltern der Kranken und ihr Arzt intervenieren, obgleich die Unternehmerin durchaus Gefühle für den Mann empfindet. Auch beim Drehen des Films geht alles drunter und drüber.

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Kritikerrezensionen

  • Das Film-im-Film-Drama "Die Erfindung der Liebe" ist im Grunde aus der Not heraus entstanden. Die Regisseurin Lola Randl ("Die Besucherin", "Die Libelle und das Nashorn") musste die ursprünglichen Dreharbeiten im Jahr 2011 abbrechen, als die Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky starb. Die Filmversicherung weigerte sich, die Kosten der Produktion zu übernehmen. Randl schrieb das Drehbuch so um, dass im Sommer 2012 zu Ende gedreht werden konnte. Mit der doppelten Konstruktion der fiktiven Story um Amine von Kirsch und den Problemen am Set gerät dieser ungewöhnliche, mehrfach gebrochene Film zur philosophischen Auseinandersetzung über das schauspielerische Erzählen.

    Man bekommt ja selten Einblicke in die Emotionen am Set eines Films. Randl lässt die Protagonisten dieser Ebene humorvoll aufeinanderprallen: Es geht um gekränkte Egos, den Umgang mit der Unvollkommenheit und um die Vermischung von privaten und beruflichen Wünschen. Gerade weil die Beteiligten so wenig perfekt sind, wird die Geschichte, die sie erzählen, auch so sehr zu ihrer eigenen. Die fiktive Handlung um Amine von Kirsch wirkt so altmodisch und schwülstig wie dieser Name, aber sie wird ständig unterbrochen von den viel weniger glamourösen Problemchen am Set. Auch Amine hadert ja damit, dass die Liebe womöglich nur eine Fantasie ist, an die man glauben kann oder nicht, aber sie macht es den Darstellern und der Crew vor, wie aus Spiel Ernst werden kann.

    Der Film profitiert von seiner Riege namhafter Schauspieler wie Sunnyi Melles oder Mario Adorf. Vor allem aber zeigt er die junge, talentierte Maria Kwiatkowsky in ihrer letzten Rolle, ihren Witz, ihre sperrige, eigenwillige Präsenz. Die komplizierte Konstruktion aber wirkt zu wenig aus einem Guss, um mehr zu bieten als eine improvisierte intellektuelle Spielerei. Letztendlich scheint sie auf die Bejahung des Mittelmäßigen hinauszulaufen, auf die Notwendigkeit, wie Amine von Kirsch im Leben Kompromisse zu schließen.

    Fazit: Mit dem humorvollen, verschachtelten Film-im-Film-Drama "Die Erfindung der Liebe" rettet Regisseurin Lola Randl eine vorzeitig abgebrochene Produktion in den akzeptablen Kompromiss einer intellektuellen Spielerei.
  • Radikal erzählter Film über Leben und Tod, Leidenschaft und Tragik des Filmemachens und über das Scheitern und Gelingen.

    Zu Beginn stand die Idee einer Intrige. Eine Schauspielschülerin, gespielt von Maria Kwiatkowsky, will mit ihrem Freund eine steinreiche und todkranke Frau um ihr Vermögen erleichtern. Dann starb die Hauptdarstellerin 2011 während der Dreharbeiten und das Projekt lag erst einmal auf Eis. Nach einer längeren Pause machte sich Lola Randl erneut an die Arbeit. Das alte Material sollte behalten und in die neu konzipierte Handlung integriert werden.

    Am Anfang sprechen die Schauspieler über den tragischen Tod und Abbruch der Dreharbeiten. Dann taucht eine junge, nicht gerade talentierte Praktikantin auf, die den Part der „Emily“ übernimmt. Sie rettet die betuchte Armine von Kirsch, die ihrem Leben ein Ende bereiten will. Ihr Freund schleicht sich in das Vertrauen der Lady, soll ihr Gefühle vorgaukeln und sie heiraten, damit das Paar die Erbschaft kassieren kann. Das Unvorstellbare geschieht: Obgleich sie das Spiel durchschaut, verliebt sich Armine in den jungen Mann, der plötzlich ihre Empfindungen erwidert und damit den perfiden Plan misslingen lässt. Neben diesem Erzählstrang nimmt die Film-im-Film-Handlung sukzessive zu, das Drehbuch entfernt sich immer mehr vom Ursprung, bald geht alles drunter und drüber, weil das undisziplinierte Filmteam macht, wozu es Lust hat und die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen verschiedenen Realitäten verschwimmen.

    Wer ohne jegliche Information ins Kino stolpert, braucht Zeit und Geduld, bevor er sich im kryptischen Wirrwarr der emotionalen und filmischen Verwicklungen zurechtfindet. Die Regisseurin, die in der Zwischenzeit „Die Libelle und das Nashorn“ drehte, setzt mutig alte Bruchstücke und neues Material zusammen, arbeitet mit Zumutungen und immer neuen Volten. Für sieist „Die Erfindung der Liebe“ ein Film, “ der mit sich selber ringt und seine Form findet“. Und die ist radikal und kompromisslos, aber auch mit Komik unterfüttert. Dass die Liebeserklärung ans Filmemachen trotz streckenweiser Langatmigkeit gelingt, dafür sorgt ein wild aufspielendes Cast, darunter Bastian Trost als Erbschleicher und Sunnyi Melles als bleiches Objekt der Begierde. mk.

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