Filmhandlung und Hintergrund

Komödie zum Thema "Pflege im Ausland" mit Hannelore Elsner und Anneke Kim Sarnau.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Diva, Thailand und wir!: Komödie zum Thema "Pflege im Ausland" mit Hannelore Elsner und Anneke Kim Sarnau.

    Über den eher an einen Freitagsfilm erinnernden Titel lässt sich streiten, aber er ist das richtige Signal: Die Komödie erzählt erfrischend respektlos und mitunter sehr böse, wie eine Frau ihre lästige Mutter beim gemeinsamen Familienurlaub in einem thailändischen Seniorenheim entsorgen will.

    Das Kunststück des Drehbuchs von Aglef Püschel und Franziska An der Gassen besteht darin, die Titeldiva als Frau einzuführen, die sich durch eine fast schon pathologische Ich-Bezogenheit auszeichnet; und dieses Bild schließlich in Frage zu stellen. Wie in vielen Geschichten dieser Art erfolgt die Läuterung der Hauptfigur dennoch etwas plötzlich, aber dank Hannelore Elsner fällt das nicht weiter ins Gewicht: Als eine der letzten deutschen Filmdiven ist sie die perfekte Besetzung für die Opernsängerin, die Zeit ihres Lebens stets nur an sich und ihre Karriere gedacht hat. Kein Wunder, dass Tochter Susanne (Anneke Kim Sarnau) der Meinung ist, dieser Frau, die sie früh in ein Internat abgeschoben hat, nichts schuldig zu sein.

    Die Handlung beginnt tragisch: Als Anneliese Behrens nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus kommt, wird ein Gehirntumor entdeckt; ihr bleiben noch maximal zwei Jahre. Sie ist zwar kein Pflegefall, braucht aber rund um die Uhr jemanden in der Nähe, weshalb Susanne sie zu sich nehmen soll. Anneliese verschweigt ihr jedoch die Wahrheit und berichtet stattdessen von einem „kleinen Schlaganfall“. Ihre Tochter will die Winterferien samt Familie in Thailand verbringen, und weil sie auf die Schnelle keine Pflegekraft findet, muss die Mutter notgedrungen mit.

    Schon allein die Konfrontation dieser beiden Charaktere ist ein darstellerischer Genuss, schließlich prallen mit Elsner und Sarnau zwei Schauspielerinnen aufeinander, die das richtige Potenzial für die Powerfrauen haben. Mit diebischer Freude haben Püschel und An der Gassen Situationen ersonnen, in denen sich Anneliese und die kontrollsüchtige Susanne, die ihre Mutter bloß „die Callas“ nennt, nichts schuldig bleiben. Nicht minder eindrucksvoll ist die Leistung der Dritten im Bunde: Die junge Lina Hüesker hält sich als 13jährige Tochter Leni in den bösen Dialogduellen mit Elsner vortrefflich. Die drei weiblichen Generationen lassen derart die Funken sprühen, dass Marcel Mohab als Susannes Mann Frank kaum zur Geltung kommt. Immerhin ist er präsent genug, um die moralische Instanz der Geschichte zu verkörpern: Als Susanne ihre Mutter hinter deren Rücken in einem Seniorenheim anmeldet, ist Frank schockiert von der Kaltblütigkeit, mit der sie Anneliese entsorgen will.

    Spätestens jetzt schlägt der Film auch andere Töne an, ohne jedoch belehrend zu werden. Um den moralischen Diskurs aber mogelt sich das Drehbuch trotzdem herum, denn nun ereignet sich beinahe buchstäblich über Nacht die angesprochene Läuterung: Nachdem sich die Eltern zerstritten haben, macht sich Leni heimlich aus dem Staub, um eine Vollmondparty zu besuchen. Als es sie auf dem Weg dorthin mächtig gruselt, taucht als rettender Engel ausgerechnet Anneliese auf. Die beiden besuchen die Party gemeinsam, haben einen Riesenspaß und stellen fest, dass die andere eigentlich gar nicht so übel ist. Das gleiche Erlebnis haben kurz drauf Anneliese und Susanne, die nach dem Verzehr halluzinogener Drogen eine wilde Nacht erleben. Das Familienglück scheint gerettet; bis der Manager des Seniorenheims auftaucht, als Susanne im Kleiderschrank ihren Rausch ausschläft, und Anneliese mitteilt, soeben sei ein Platz freigeworden.

    Neben den bösartigen Dialogen zeichnet sich der Film nicht zuletzt durch viel eliebevoll ersonnene Details aus. Clever ist auch die Idee, erst mal zu verschweigen, was in der Nacht passiert ist. Es muss ein mittleres Ereignis gewesen sein, denn am nächsten Tag beglückwünschen wildfremde Männer Susanne zu ihrer Vorstellung. Die verblüffende Auflösung gibt es als Schmankerl zum Schluss. tpg.

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