„Die Brücke“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

TV-Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Gregor Dorfmeister.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Brücke: TV-Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Gregor Dorfmeister.

    Bernhard Wickis Drama „Die Brücke“ ist einer der Klassiker des hiesigen Nachkriegsfilms und gehört weltweit zu den populärsten deutschen Produktionen überhaupt. Eine Neuverfilmung ist da fast schon tollkühn.

    Wicki erzählt in seinem Antikriegsfilm „Die Brücke“ vom strategisch völlig sinnlosen Befehl für eine Gruppe 16-Jähriger, in ihrem Heimatort kurz vor Kriegsende eine längst zur Sprengung vorgesehene Brücke um jeden Preis zu verteidigen. Nicht nur wegen der bewusst schwarzweißen, fast dokumentarisch gehaltenen Bilder finden Jugendliche heute zunächst nur schwer Zugang zu dem Film. Wickis Kompromisslosigkeit sowie der selbstmörderische Aberwitz des jugendlichen Aktionismus‘ aber verfehlen ihre Wirkung nicht. Trotzdem hat ProSieben eine Neuverfilmung produzieren lassen, wohlwissend, dass das Remake bei Zuschauern jenseits der Zielgruppe des Senders (14 bis 29 Jahre) nur scheitern kann. Allerdings hätte es der Film auch ohne das legendäre Vorbild schwer: Zu ungelenk sind die Darbietungen der jungen Darsteller, die sich ausnahmslos schreiend verständigen, viel zu sehr Karikatur die Verkörperungen der erfahrenen Schauspieler.

    Um so intensiver sind Regisseur Wolfgang Panzer (Buch: Wolfgng Kirchner) die verschiedenen Scharmützel rund um die Brücke gelungen. Hier zieht er alle Register aktuellen Filmschaffens. Es wird geballert, was das Zeug hält, Querschläger summen wie böse Insekten durch die Gegend. Besonders viel Wert scheint Panzer bei der Inszenierung (oder der nachträglichen Vertonung) auf Schmerzensschreie gelegt zu haben. Kein Wunder: Notorische Konsumenten von Ballerspielen werden ihre wahre Freude an den Feuergefechten haben. Dass dabei mal einer ins Gras beißt, kennen sie aus „Counterstrike“ und ähnlichen virtuellen Wehr-Ertüchtigungen.

    Hinzu kommt: Man hat zu Beginn des Films kaum Muße, die Jungs näher kennen zu lernen. Später stecken sie alle in Uniform und sind ohnehin nicht mehr auseinander zu halten, auch wenn noch rasch ein paar Klischees verteilt wurden (der feige Dicke, der ehrgeizige Jungspund, der Pazifist, der rebellische Nazi-Sohn). Die Ergriffenheit aus Wickis Film stellt sich nie ein. Da nützt dann auch Franka Potente nichts mehr: Sie ersetzt den Lehrer aus dem Original, was für eine zusätzliche reizvolle Ebene sorgt, da sie eine leidenschaftliche Affäre mit einem ihrer Schüler beginnt. Endgültig fragwürdig ist schließlich das teils noch sattgrüne, teils schon farbenfrohe Laub auf den Herbstbäumen. Vermutlich haben die Produzenten darauf vertraut, dass die Zielgruppe gar nicht weiß, zu welcher Jahreszeit Deutschland 1945 kapituliert hat. Immerhin ist die Musik (Filippo Trecca) mehr als hörenswert. tpg.

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