Filmhandlung und Hintergrund

Berührende Liebesgeschichte über die Beziehung Goethes mit Christiane Vulpius mit einer außergewöhnlichen Besetzung.

Um Arbeit für ihren Bruder zu erbitten kommt Christiane Vulpius zu Johann Wolfgang Goethe. Das Mädchen aus armen Haus und der Dichterfürst verlieben sich und leben fortan 18 Jahre in einer „wilden“ Ehe zusammen. Goethes frühere Geliebte Charlotte von Stein und die höhere Gesellschaft intrigieren gegen die junge Frau nach allen Regeln der Kunst. Doch die beharrliche und heitere Christiane kann sich durchsetzen und führt ein emanzipiertes, modernes Leben.

Um sich Arbeit zu erbitten, schickt August Vulpius seine Schwester Christiane zum Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe. Dort geschieht das Unfassbare: Das Mädchen aus armem Hause und der berühmte Dichter verlieben sich ineinander. Sehr zum Leidwesen von Goethes früherer Geliebten, Charlotte von Stein, die fortan alles daran setzt, Christiane in der „besseren“ Weimarer Gesellschaft herabzuwürdigen. Und auch Goethe selbst schließt die jahrelange Mätresse von seinem öffentlichen Leben aus – bis sie ihn eines Tages vor dem Tod rettet…

Nach „Lotte in Weimar“ und „Die Leiden des jungen Werther“ wagt sich Egon Günther an Goethes Leben selbst und schildert die Beziehung vom Dichterfürsten und dem einfachen Mädchen Christiane Vulpius.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Braut: Berührende Liebesgeschichte über die Beziehung Goethes mit Christiane Vulpius mit einer außergewöhnlichen Besetzung.

    Passend zum „Goethe-Jahr“ und zum 250. Geburtstag des Dichterfürsten erzählt Egon Günther von dessen leidenschaftlicher Beziehung zu Christiane Vulpius, einem einfachen Mädchen aus dem Volke. Das ungewöhnliche Liebespaar Veronica Ferres als geliebte und gedemütigte Frau und Herbert Knaup als Intellektueller des 18. Jahrhunderts werden nicht nur bei Goethe-Kennern für Überraschung und Irritation sorgen.

    Von Johann Wolfgang von Goethe kommt Egon Günther nicht los: Schon 1975 verfilmte er Thomas Manns „Lotte in Weimar“ ein Jahr später Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. für die Liebesgeschichte zwischen Christiane Vulpius und Goethe nimmt des Regisseur nur Eckdaten und geschichtliche Ereignisse als Basis, die Lücken füllt er mit Phantasie. Als die 23jährige Waise Christiane Vulpius dem 16 Jahre älteren Geheimrat einen Bettelbrief ihres arbeitslosen Bruders überbringt, funkt es zwischen den beiden. Goethe ist von seiner Geliebten Charlotte von Stein (Sybille Canonica wunderbar als furiose Rachegöttin) die von nun an haßerfüllt versucht, die Nachfolgerin mit Intrigen auszuschalten. Christiane lebt in Goethes Gartenhaus, schenkt ihm einen Sohn, bleibt aber nur seine Maitresse. Bei hohem Besuch von anderen Dichtern, dem Herzog Carl August (brilliant: Christoph Waltz) oder der Weimarer Gesellschaft darf sie zwar wie eine Hausangestellte alles vorbereiten, muß sich aber verschämt in der Küche verstecken. die Demütigungen und Vernachlässigungen (Lebemann Goethe ist kein Kostverächter) erträgt sie mit stoischer Verzweiflung. Erst nach 18 Jahren legalisiert Goethe das Verhältnis. Christiane leidet weiter unter Mißachtung und Verleumdung, führt ein Leben abseits gängiger Moral- und Wertvorstellungen. Bis zu ihrem qualvollen Tod steht sie Goethe zur Seite. Egon Günthers Film über das Geheimnis dieser Liebe zeigt Goethe als Genie „mit normalen Bedürfnissen“, der nach außen Liberalität verkörpert, zu Hause den professionellen Pascha mimt, der seine Frau selbst beim Sterben alleine läßt, seine eigene Sensibilität drei Zimmer weiter pflegt. „Die Braut“ sollte ein moderner Film sein mit einer modernen Sprache. Gerade die entpuppt sich aber als äußerst störend („Sind sie eine Putze?) „Sie haben wohl nen Knall“) und peinlich. Ein Rätsel ist die Arbeit der Maskenbildnerin, manche Darsteller altern innerhalb eines Tages, andere bleiben über 28 Jahre Kühltruhen-frisch, Veronica Ferres präsentiert auch als 51jährige einen makellosen nackten Körper während das Gesicht auf „alt“ geschminkt ist. Eine etwas gewöhnungsbedürftige und mit Symbolen überfrachtete Kameraführung komplettiert das Mißbehagen. Der dramaturgische Spannungsbogen kocht auf Sparflamme, Personen und Konflikte sind oberflächlich gezeichnet. Selbst ein gutwilliges Bildungsbürgertum wird sich schwer tun, Gefallen an diesem Period Piece zu finden. mk.

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