Die beste aller Welten (2017)

Die beste aller Welten: Preisgekröntes Familiendrama über den abenteuerlustigen Jungen Adrian, der in eine Fantasiewelt flüchtet, als seine Mutter in die Heroinabhängigkeit abdriftet.
Kinostart: 28.09.2017
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Filmhandlung und Hintergrund

Die beste aller Welten: Preisgekröntes Familiendrama über den abenteuerlustigen Jungen Adrian, der in eine Fantasiewelt flüchtet, als seine Mutter in die Heroinabhängigkeit abdriftet.

Der siebenjährige Adrian (Jeremy Miliker) kennt es nicht anders, für ihn ist das alles normal: Dass seine Mutter Helga (Verena Altenberger) und ihr Freund Günter (Lukas Miko) mal total euphorisch sind, dann wieder totmüde. Die Wohnung im Österriechischen Salzburg ist mit Leinentüchern abgedunkelt. Darin sitzen Freunde, trinken Bier, rauchen, verschwinden im Schlafzimmer. Es gibt selten Geld. Doch Adrian ist trotzdem glücklich, denn seine Mutter liebt ihn über alles.

Adrian hat keine Ahnung, dass seine Mutter heroinsüchtig ist. Der fantasievolle und erfinderische Junge malt sich stattdessen ein Abenteuer aus, in dem alles in seiner Umwelt einen festen Platz hat. Der griechische Dealer, der ihn zwingen will, Alkohol zu trinken, ist von Dämonen besessen. Die Flasche mit dem eigenartigen Inhalt im Wohnzimmer ist ein Zaubertrank nur für Erwachsene. Und er selbst, Adrian, hat einen Brandpfeil, mit dem er sogar Monster besiegen kann. Trotz seiner Umwelt wächst Adrian behütet auf. Grund dafür ist seine Mutter, die ihr Kind bedingungslos liebt. Doch wenn Helga das Sorgerecht behalten will, muss sie vom Heroin entziehen.

“Die beste aller Welten” – Hintergründe

Ebenso wie das philosophische Konzept, der Mensch würde in der besten aller möglichen Welten leben, ist auch das Kinodebüt von Adrian Goiginger von einem unerschütterlichen Optimismus geprägt. Trotz Drogensucht der Mutter, Existenznot und Armut hält der junge Adrian daran fest, das Leben als Abenteuer zu betrachten. Einfühlsam und intensiv zeigt das Drama eine Mutter-Sohn-Beziehung fernab aller gängigen Klischees. Goiginger verarbeitet damit auch persönliche Erlebnisse. Die Mutter des Regisseurs ist im Jahr 2012 im Alter von 39 Jahren verstorben. Laut Goiginger hat auch sie lange gegen ihre Heroinsucht gekämpft.

Bei der 67. Berlinale ist “Die beste aller Welten” in der Sektion “Perspektive Deutsches Kino” gelaufen und mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet worden. Darüber hinaus wurde Goiginger auf dem Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern mit dem NDR-Regiepreis ausgezeichnet.

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Kritiken und Bewertungen

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    Für den siebenjährigen Adrian ist seine Mutter Helga die Beste. Zusammen leben die Beiden in einer kleinen Wohnung am Rande von Salzburg. Helga liebt ihren Sohn abgöttisch, erzählt ihm Geschichten und ermutigt ihn zu träumen. Doch während Helga alles daran setzen möchte, ihrem Sohn eine gute Zukunft zu ermöglichen, scheitert sie an sich selbst. Denn Helga ist drogenabhängig, genau wie ihr Lebensgefährte Günther und dessen Freunde, allesamt gescheiterte und von der Gesellschaft vergessene Existenzen. Ständig lebt Helga in der Angst, dass das Jugendamt ihr Adrian wegnehmen wird. Und so erfinden die Beiden ein Spiel, in dem es darum geht, nach außen hin ein normales Leben zu führen. Auch wenn im Inneren alles ein Tanz auf dem Drahtseil ist. DIE BESTE ALLER WELTEN von Adrian Goiginger ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Film. Nicht nur erzählt Goiginger in seinem Langfilmdebüt seine eigene Geschichte. Er erzählt sie auch so konsequent und lebensnah aus der Perspektive eines siebenjährigen Kindes, dass man als Zuschauer gar nicht anders kann als sich dafür zu öffnen. Immer ist die großartige Kamera von Yoshi Heimrath und Paul Sprinz ganz nah bei Adrian, den Jeremy Miliker entwaffnend authentisch verkörpert. Es ist seine Sicht auf die Welt, die oftmals, auch und gerade in der Wohnung, düster und schmuddelig wirkt und die doch ganz nachvollziehbar für Adrian ein Zuhause darstellt, welches seine Mutter mit Liebe und Wärme füllt. Verena Altenberger spielt überzeugend und eindrücklich beide Seiten dieser Frau, die sich ihrer Sucht nicht erwehren kann, obwohl sie weiß, dass sie dadurch riskiert, das Wichtigste in ihrem Leben zu verlieren. Die einzelnen Szenen sind atmosphärisch und auch in den Dialogen so beklemmend dicht inszeniert, dass sie, aufgrund der teilweise drastischen Situationen, fast schon dokumentarisch wirken. DIE BESTE ALLER WELTEN ist ein eindrucksvoll realistisches Sozialdrama, dass sich dank der beeindruckenden Darsteller und Goigingers sicherer Regieführung nie der Hoffnungslosigkeit ergibt. Ein starker Film, der den Zuschauer auch nach dem Abspann so schnell nicht wieder loslässt.

    Jurybegründung:

    Adrian Goiginger, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, erzählt in DIE BESTE ALLER WELTEN aus der Sicht eines siebenjährigen Jungen vom Leben am Rand der österreichischen Gesellschaft.
    Die Mutter von Adrian, Helga (Verena Altenberger), ist heroinabhängig, was sie vor ihrem Sohn (Jeremy Miliker) verbirgt. Er geht gern zur Schule, hat gute Noten und verbringt viel Zeit mit ihr und ihrem Lebensgefährten Günter (Lukas Miko). Wenn es dem Jungen zu viel wird, flüchtet er in eine abenteuerliche wie beängstigende Fantasiewelt. Die Mutter weiß, dass sie ihr Geheimnis nicht mehr lange verbergen kann und lebt in ständiger Angst vor der Entdeckung ihrer Sucht durch das Jugendamt. Goiginger inszeniert diese Angst in einer dichten Milieubeschreibung, in der sich Euphorie, Depression und Alltag abwechseln.
    Immer wieder kommt es zu Vorfällen, etwa wenn während einer Party das Kind auf dem Balkon vergessen und morgens unterkühlt gefunden wird. Der Kampf der Mutter um ein normales Leben wird schauspielerisch überzeugend vermittelt - vor allem in den beiden Hauptrollen von Mutter und Kind. Die Kamera bleibt nah am Geschehen und schafft in allem Naturalismus einen sehr persönlichen und intimen Zugang zu den Charakteren. Die als Fantasyfilm-Vignetten einmontierten Phantasien des Jungen versinnbildlichen den Kampf gegen die Sucht als Bewährung des Abenteurers Adrian gegen einen zombiehaften Dämon und führen konsequent zur Eskalation am Ende. Dennoch bietet der Film ein unerwartetes Happy End.
    Die Jury war von diesem autobiografischen Sozialdrama höchst beeindruckt, denn selten hat man das beschriebene Milieu in dieser Drastik und Emotionalität gesehen. Die gelebte Realität wird konsequent subjektiv vermittelt und durch außergewöhnliche Darstellungsleistungen in eine beklemmende Intensität gesteigert.
    Die Jury würdigt diesen atmosphärisch sehr starken und inszenatorisch virtuosen Film mit dem Prädikat besonders wertvoll.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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