1. Kino.de
  2. Filme
  3. Die 1000 Euro-Generation

Die 1000 Euro-Generation

Kinostart: 19.07.2012
zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Optimistische Komödie über einen arbeitslosen Akademiker, der seinen Verdruss überwindet und neuen Mut trotz seiner misslichen Lage schöpft.

30-jährige Matteo hat sein Studium der Mathematik erfolgreich abgeschlossen, ist motiviert und begabt. Eigentlich vielversprechende Voraussetzungen. Dennoch steckt er in einem schlecht bezahlten, befristeten Job ohne Aufstiegsmöglichkeiten fest, und seine Freundin ist im Begriff, sich von ihm zu trennen. Alles ändert sich, als zwei Frauen in sein Leben treten. Beatrice, seine neue Mitbewohnerin, und Angelica, die neue Marketingleiterin in seiner Firma. Plötzlich bewegt sich etwas in Matteos Leben, und er ist bereit, alles zu verändern.

Bilderstrecke starten(8 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Die 1000 Euro-Generation

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Wenn am Anfang einer Komödie strenge Regeln aufgestellt werden, kann man sicher sein, dass sie wenige Momente später gebrochen werden. Zu Beginn von Massimo Veniers unterhaltsamer Charakterstudie „Die 1000 Euro-Generation“ („Generazione Mille Euro“) sind sich die dreißigjährigen Freunde Matteo und Francesco noch einig über die Eigenschaften neuer Mitbewohner ihrer Männer-WG: „Niente Donne, niente Stronzi, niente Interisti – Keine Frauen, keine Idioten, keine Inter-(Mailand)-Fans“. Was die beiden letzten Vorschriften betrifft, bleiben sich die unter finanziellen Nöten leidenden Slacker treu, doch als Studentin Beatrice gegen Matteos Widerstand einzieht, die Kindern Griechisch-Unterricht erteilt und einen „Botticelli-Körper“ besitzt, kommt es bald zu erwartbaren amourösen Konflikten.

      Natürlich kennt und beherzigt Genrespezialist Venier, der fünf Filme mit dem Komikertrio Aldo, Giovanni & Giacomo drehte, die Kinomechanismen, hinterfragt sie aber gleichzeitig auf der Meta-Ebene. Als Cineast und Filmvorführer zeigt sich Francesco bestens vertraut mit den RomCom-Regeln, so dass sich gelegentliche Diskussionen um Strukturen und Stereotypen der romantischen Komödie entspinnen, die Venier in Folge dann allesamt erfüllt. So macht sich der frustrierte Protagonist etwa schnell lächerlich, indem er seine Ex-Freundin nach Beziehungsende mit enervierenden SMS-Botschaften und Anrufen terrorisiert.

      Dass die temporeich inszenierte Komödie aus dem Jahr 2009 stammt, merkt allerdings am Anachronismus, dass Francesco wie selbstverständlich im Kino Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ als Filmkopie vorführt – selbst in Filmmuseen ist Zelluloid heute (leider) nicht mehr üblich. Natürlich wurde diese Szene nicht allein als Verbeugung vor der Filmhistorie eingebaut, sondern als Anspielung auf den Vater von Raffaella und Andrea Leone, die mit der Adaption eines autobiografischen Romans ihre erste rein italienische Produktion vorlegen. Eine weitere Hommage liefert der Auftritt von Komödienaltstar Paolo Villaggio als Matteos und Beatrices Professor, der seine Schützlinge erst auf den richtigen Weg bringen muss. Die schrägen Slapstickeinlagen rund um Matteos bruchreife Wohnung könnten fast aus einer seiner früheren Klamaukspäße stammen.

      Schon der Titel „Die 1000-Euro-Generation“, Synonym für arbeitslose Akademiker, weist auf den Kernpunkt von Veniers siebtem Film jenseits aller Intertextualität hin – die Angst vor und um die eigene Zukunft. Nicht nur steht Protagonist und Off-Kommentator Matteo zwischen zwei verführerischen Frauen, wobei sich seine Zuneigung für die attraktive Angelica sowohl in beruflicher als auch privater Hinsicht auszahlen würde. Angesichts einer angesetzten Frist für die Wohnungsmiete sieht sich der Gelegenheitsdozent mit der Frage um seinen weiteren Werdegang konfrontiert – soll er Initiative ergreifen oder den Dingen ihren Lauf lassen? Im Hinblick auf das Product Placement für eine bekannte Internet-Plattform fällt der Schlüsselsatz, Nostalgie bedeute im Grunde nur die Angst vor der eigenen Zukunft. Jenseits vertrauter Konventionen einer humorvoll erzählten Beziehungsgeschichte um Liebe und Enttäuschung mit damals noch unbekannten Akteuren zeigt sich Veniers Verdienst, existenzialistische Denkanstöße und optimistische Ausblicke zu liefern.

      Fazit: Die kurzweilige Komödie „Die 1000-Euro-Generation“ bietet eine schwungvoll-hintergründige Jugendstudie zwischen Slapstickeinlagen und cineastischen Anspielungen.
    2. Die 1000 Euro-Generation: Optimistische Komödie über einen arbeitslosen Akademiker, der seinen Verdruss überwindet und neuen Mut trotz seiner misslichen Lage schöpft.

      „Die 1000 Euro-Generation“ steht in Italien synonym für gut ausgebildete, arbeitslose Akademiker - in Frankreich ist es die „Géneration précaire“ und zu Deutsch die „Generation Praktikum“. Die beiden italienischen Autoren Alessandro Rimassa und Antonio Incorvaia haben in ihrem gleichnamigen Buch bereits ihre leidigen Erfahrungen zu dem Thema festgehalten und damit einen Verkaufsschlager gelandet. Auch der charmante Film von Massimo Venier fängt dieses Lebensgefühl einer ganzen Generation ein: stets in Zeitverträgen, voller Unsicherheit und desillusioniert. Doch schließlich ruft er auch zum Mut für Innovation auf und zeigt, dass man mit Optimismus das Beste aus der Lage machen kann.

    Kommentare