Devil's Island

  1. Ø 5
   1996
Devil's Island Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Devil's Island: Isländisches Drama um eine arme Familie, die sich nach dem 2. Weltkrieg in den Kasernen-Baracken Reykjaviks durchschlägt.

Nach dem 2. Weltkieg hinterlassen die Amerikaner in Reykjavik nicht nur ihre Kasernen, sondern auch die amerikanische Kultur greift in das Leben der Isländer ein. In die heruntergekommenen und verlassenen Baracken ziehen die ärmsten Familie ein – unter ihnen auch die Familie Tomasson mit ihren zwei unterschiedlichen Enkelsöhnen. Nur der Alkohol und der importierte Rock’n’Roll machen den Alltag erträglich.

In der ehemaligen US-Militärsiedlung Camp Thule in der Nähe von Reykjavik sind hauptsächlich obdachlose Familien untergebracht. Trotz den miserablen Lebensbedingungen versuchen die Bewohner, das beste aus ihrem Schicksal zu machen. Nur Baddie hadert mit seinem Dasein. Seit seinem USA-Aufenthalt schwärmt der junge Mann vom „American Way of Life“, Elvis und Coca Cola. Aus Frust beginnt Baddie zu trinken und sinnlos herumzupöbeln. Als er auch noch seinem Bruder die Freundin ausspannt, hat er sämtlichen Kredit verspielt.

Isländisches Drama um eine arme Familie, die sich nach dem 2. Weltkrieg in den Kasernen-Baracken Reykjaviks durchschlägt.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im kalten Island der 50er Jahre heizt Amerikafieber die Jugend ein. „Devil’s Island“ illustriert am Beispiel eines jungen Rebellen die Symptome und Auswirkungen dieser „Kulturkrankheit“, die auf traditionelles, isländisches Leben einwirkt. Entstanden ist dabei ein erzählerisch unentschlossenes Porträt einer Großfamilie, dem Spannungsbogen, tiefe Gefühle und echte Sympathiefiguren fehlen. Ein Film also, für den sich auch Programmkinofans nicht zwangsläufig erwärmen werden.

    Mit dem „Mike-Hammer“-Thema, das auch Stacy Keachs gleichnamige TV-Serie begleitete, wird diese Verfilmung eines isländischen Bestsellers eröffnet. Damit fährt Regisseur Fridriksson nicht nur in die 50er Jahre ein, sondern verrät auch seine bereits in „Movie Days“ gezeigte Affinität zur US-Kultur. Zahllose andere Musiktitel von Sinatra bis Presley folgen, ohne, wie etwa in „American Graffiti“ gelungen, Gefühle zu etablieren. Sicher hatte Fridriksson mehr vor, als seine eigene Plattensammlung einmal im Kino vorzustellen. Aber ein zentraler, verbindender Gedanke wird nicht erkennbar, der klären könnte, worum es ihm in seiner Sammlung atmosphärischer Kurzeindrücke und zwischenmenschlicher Momentaufnahmen eigentlich geht. Vielleicht, wie in „Weiße Wale“, um den destruktiven isländischen Volkssport Marathontrinken, vielleicht um den amerikanischen Traum und das ernüchternde Erwachen, vielleicht aber auch um eine Form des Zusammenlebens, die in den Betonsiedlungen der Städte unmöglich geworden ist. Der gutmütige Thommie (Fridriksson-Veteran Gisli Halldórsson), der mit seiner Großfamilie in einer ehemaligen US-Militär-Barackensiedlung lebt, steht für das alte Island. Ebenso seine Enkelin und deren introvertierter Bruder, der nichts richtig zu machen scheint und sogar sein aus der Entfernung geliebtes Mädchen an seinen Bruder Baddie verliert (Baltasar Kormakur). Der nach einem Amerika-Aufenthalt im Elvis-Delirium und gibt seiner Frustration über das armselige Leben ein Ventil in Sauf- und Pöbelgelagen. Die Fixpunkte jugendlich-männlicher Erlebniswelt von Prügeleien bis hin zur Beobachtung weiblicher Baderituale hakt Fridriksson knapp und zusammenhanglos ab. Gleiches gilt für Baddies nächtliche Streifzüge, seine Entwicklung zum Kotzbrocken und seine Beziehung zur Freundin seines Bruders, die im Zeitraffer und ohne emotionale Begründung skizziert wird. Nicht leicht, sich für diese Milieu- und Personen-Graffitis zu begeistern, wenn Fridriksson außer Zorn kein glaubwürdiges Gefühl zuläßt (selbst die Liebe der Oma zu ihrem schwierigen Enkel bleibt rätselhaft) und dem Film ein erkennbarer erzählerischer Fokus fehlt. kob.

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