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Desperate Measures

   Kinostart: 14.05.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Psychologisch elegant verzwickte Thriller-Unterhaltung mit gut-aufgelegtem Hauptdarsteller-Duo.

Der hochdekorierte FBI-Agent Conner muß feststellen, daß nur der Schwerverbrecher McCabe das Knochenmark besitzt, mit dem sein an Leukämie erkrankter Sohn zu retten ist. Nach langen Diskussionen kann er McCabe von dem Eingriff überzeugen, doch der will die Situation nutzen, um zu entkommen - und Conner muß ihn beschützen, will er nicht das Schicksal seines Sohnes besiegeln.

Der Cop Frank Connor sucht dringend nach einem geeigneten Knochenmark-Spender für seinen schwerkranken Sohn. Mit Hilfe nicht ganz legaler Methoden findet er heraus, daß der zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilete Mörder Peter McCabe die möglicherweise lebensrettende DNA-Struktur besitzt. Als der Killer einer Transplantation zustimmt, läßt Connor McCabe in ein schwerbewachtes Krankenhaus verlegen, wo die notwendige Operation vorgenommen werden soll. Da gelingt dem rücksichtslosen Killer die Flucht…

Der hochdekorierte FBI-Agent Conner muß den Schwerverbrecher McCabe auf der Flucht schützen, denn nur er könnte Knochenmark für seinen schwerkranken Sohn spenden. Psychologisch elegant verzwickte Thriller-Unterhaltung mit gut-aufgelegtem Hauptdarsteller-Duo.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. "Desperate Measures" ist ein spannender Action-Psycho-Thriller, der an den Ansprüchen scheitert, die er sich selbst gesetzt hat. Er scheitert jedoch nicht an unklaren Formulierungen oder einem schwammigen Skript, sondern daran, dass er ganz einfach seine Möglichkeiten nicht nutzt, nicht konsequent genug ist. Er stellt Frank Conner als einen Mann dar, der bereit ist, über Leichen zu gehen, um das Leben seines Sohnes zu retten. Jedoch muss Conner das nie wirklich unter Beweis stellen, er verstößt nur gegen ein paar unwichtige Gesetze, Dinge die ein Martin Riggs jeden Tag tun würde.

      Der Charakter des Peter McCabe wird nicht klar genug ausformuliert, nur damit der Film zu einem guten Ende findet. Dann wird der kaltblütige Killer zum mitfühlenden Menschen - ist ihm die Welt etwa doch nicht scheißegal, so wie es den ganzen Film über den Anschein hatte? Es wird versucht, dies durch die Killer - Kind Beziehung zu begründen, doch das plötzliche Mitleid McCabes für Conners Sohn ist durch seine Erkenntnis, dass sie "beide die gleichen Gene haben" ziemlich unglaubwürdig.

      Ebenso sieht es mit der Beziehung Killer – Polizist aus. Frank Conner tut alles, um McCabe am Leben zu halten, schmeißt sich zwischen ihn und das Kugelgewitter seiner Kollegen. Gut, er ist die einzige Möglichkeit, sein Kind am Leben zu erhalten, aber warum verbindet ihn dies mit dem Killer auch auf einer "Schweigen der Lämmer"-Basis? Mit "Desperate Measures" kann man sich bestens unterhalten, aber tiefgründig ist er leider nicht. Michael Keaton brilliert als Psychopath endlich wieder in der Rolle, die er am besten spielen kann, in der ihn das Publikum den Saubermann nur nicht gerne sieht.

      Fazit: Ein spannender aber nur wenig tiefgründiger Film, der sein Potential nicht voll ausschöpft
    2. Desperate Measures: Psychologisch elegant verzwickte Thriller-Unterhaltung mit gut-aufgelegtem Hauptdarsteller-Duo.

      Nach „Davor und Danach“ begibt sich Barbet Schroeder für ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem FBI-Agenten und einem Schwerverbrecher, deren Schicksal durch eine Verkettung nicht immer glaubwürdiger Umstände verknüpft wird, geradewegs auf das glatte und dem Regisseur offenbar nicht allzu behagliche Eis eines John-Woo-Stoffes. Wo der allerdings die Schnittpunkte von Gut und Böse thematisiert, um jüngste Actiongerichte mit emotionalem und moralischem Gewicht zu entfesseln, dient Schroeder sein stuntlastiges Suspense-Szenario in einem evakuierten Krankenhaus zur Forcierung und Vertiefung der Gewissenskonflikte und unvermeidlichen Annäherung seiner Gegenspieler.

      Thriller mit psychologischer Tiefe sind die Stärke von Barbet Schroeder (siehe „Weiblich, ledig, jung sucht…“ und „Kiss of Death“): sorgfältig führt er seine Figuren ein, stellt ihre Beziehungen zueinander dar, nur um eine sichtlich normale Situation schließlich in eine Katastrophe eskalieren zu lassen. Das Verhalten des Individuums in Extremsituationen ist sein Leib- und Magenthema. Als ehemaliger Dokumentarfilmer weiß Schroeder, daß Realismus und die damit verbundene Glaubwürdigkeit von elementarer Bedeutung für das Funktionieren seiner fein auskalibrierten, aber nur selten spektakulären Stoffe sind - das genaue Gegenteil zum gängigen Majorvehikel, in dem gerade Spektakel, Effekte und große Geste längst zur raison d‘ être geworden sind.

      „Desperate Measures“ ist Schroeders Versuch der Aussöhnung mit dem Mainstream. Sehr bewußt setzt der Regisseur auf Action und Tempo und nimmt dafür in Kauf, Logik und die von ihm stets gepflegte Sensibilität im Umgang mit den Figuren zu vernachlässigen. Bisweilen wirkt der visuell kühle, aber dennoch exquisite Thriller mit seinem kleinen Einmaleins der Pop-Psychologie wie eine Comicvariante vorangegangener Filme Schroeders. Das ist schon in der ersten Szene sichtbar, wenn sich der FBI-Topagent Frank Connor illegalen Zugang ins FBI-Büro verschafft, um einen Knochenmark-Spender für seinen an Leukämie erkrankten Sohn Matt zu finden. Nur der abgebrühte Killer McCabe kommt dafür in Frage. Erst nachdem der sich mit Matt getroffen hat, willigt er in die Operation ein. Trotz höchster Sicherheitsnaßnahmen gelingt McCabe im Krankenhaus die Flucht, und Connor sieht sich gezwungen, den Flüchtling vor dem Zugriff der Polizei zu schützen, will er seinen Sohn retten.

      Arg kompliziert hat Schroeder seine Variante eines klassischen Katz-und-Maus-Spiels konstruiert. Bis alle Elemente in Position gebracht worden sind, um beim Duell zwischen Andy Garcia und Michael Keaton, Gut und Böse, aus dem Vollen schöpfen zu können, muß man schon ein gerüttelt Maß an Geduld mitbringen. Wenn die beiden Protagonisten dann in den Korridoren des Hospitals gezwungen werden, immer neue Allianzen einzugehen, ohne zu wissen, ob der andere zu seinem Wort stehen wird, stellt sich doch ein diabolischer Spaß ein. Das ist den beiden Stars zu verdanken, die perfekt besetzt sind: Andy Garcia ist ein derart aufopfernder Vater, daß man dem Film sogar verzeiht, daß er töricht den Tod einer ganzen Reihe Unschuldiger in Kauf nimmt, um das Leben eines einzelnen Kindes zu retten. Und Michael Keaton ist ein wunderbarer Psycho, dem ein Platz in der Hollywood-Killer-Ruhmeshalle zwischen Hannibal Lecter und Max Cady sicher wäre, wenn man ihn in ein dankbareres Vehikel gesteckt hätte. So aber verschenkt Schroeder eine schauspielerische Glanzleistung, indem er sich nicht entscheiden kann, ob er aus McCabe ein Monster oder einen Unhold mit dem Herz am rechten Fleck machen soll. Unter dieser latenten Unentschlossenheit leidet der ganze Film, der sich bei mehr Konsequenz und Stringenz über das Gros der Actionfilme locker hätte hinwegsetzen können, sich in seiner Form aber kampflos in die Masse einreiht. ts.

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