Der Wind zieht seinen Weg (2005)

Originaltitel: Il vento fa il suo giro
Der Wind zieht seinen Weg Poster

Bilder

Filmhandlung und Hintergrund

Der Wind zieht seinen Weg: Lyrischer, dokumentarisch anmutender Sleeper-Hit im italienischen Kino um ein abgelegenes Bergdorf, in dem einer neu zugezogenen Familie Ablehnung entgegen schlägt.

In der wilden Bergwelt der italienischen Alpen liegt das idyllische Dorf Chersogno, dessen nur noch wenige, meist ältere Einwohner den seltenen okzitanischen Dialekt sprechen. Hierher zieht es den französischen Schäfer Philippe (Thierry Toscan). Er will mit seiner Familie und einer Ziegenherde ein neues Leben im Einklang mit der Natur beginnen. Zunächst empfängt man den ehemaligen Lehrer begeistert, doch dann schlägt die Stimmung im Dorf um.

Dokumentarisch anmutende Studie über Neid, Misstrauen und Intoleranz, mit der Giorgio Diritti Erfolgsgeschichte schrieb. Nur durch Mundpropaganda eroberte sein für wenig Geld entstandenes, rundweg bewegendes Drama über Fremdenfeindlichkeit das italienische Kino.

Der französische Lehrer Phillippe wagt einen Neuanfang und zieht mit seiner Familie in das idyllische italienische Bergdorf Chersogno, um dort als Schäfer zu leben. Anfänglich ist die Familie ganz verzaubert von der Herzlichkeit, mit der sie empfangen und in das Gemeinschaftsleben integriert wird. Doch nach und nach wird das Umfeld misstrauischer und begegnet den Neuankömmlingen mit zunehmender Feindseligkeit. Schließlich schaukelt sich die Lage zu einem schweren Konflikt zwischen den Ansässigen und den Neulingen hoch.

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Kritikerrezensionen

  • Lyrischer, dokumentarisch anmutender Sleeper-Hit im italienischen Kino um ein abgelegenes Bergdorf, in dem einer neu zugereisten Familie Ablehnung entgegenschlägt.

    Nur ein Mailänder Kino wollte anfangs Giorgio Dirittis mit geringen finanziellen Mitteln entstandenes Spielfilmdebüt zeigen. Doch durch Mundpropaganda verwandelte sich das von großen Kinoketten ignorierte Independent-Werk zum Dauerbrenner, der obendrein für fünf Donatellos nominiert wurde. Eine rare Erfolgsgeschichte, der ein authentisch wirkendes, wenngleich fiktionales Thema zu Grunde liegt: Der französische Hirte Phillippe (Naturbursche: Thierry Toscan) möchte in dem entlegenen italienischen Bergdorf Chersogno – wo der fast ausgestorbene okzitanische Dialekt gesprochen wird – neu anfangen. Er zieht mit seiner Familie in das idyllische Nest und wird von den meist älteren Bewohnern zunächst freundlich empfangen. Nach einer gewissen Zeit schlägt jedoch die Stimmung um. Den Zuwanderern schlägt Ablehnung, Anfeindung und Fremdenhass entgegen.

    Anstatt eine gängige Moral-Parabel zu stricken, wahrt Diritti in seinem naturalistischen Konzept eine gewisse Unzugänglichkeit, liefert eine Art Langzeitbeobachtung. Dabei verzichtet er auf Postkartenmotive und betört dennoch mit Landschaftseindrücken von nachgerade lyrischer Schönheit. Zum Eindruck trägt auch das pastorale musikalische Leitthema stark bei. Er porträtiert einen schwierigen Menschenschlag, der Fremden gegenüber reserviert ist und selbst Simples verkompliziert. Zwar besteht der Wunsch nach Veränderung, nach neuem Leben, doch alltägliche Vorkommnisse werden durch Tratsch aufgeblasen, lassen Neid und Missgunst sprießen. Viele Eigenschaften der Bergbewohner sind unangenehm, ihre Ressentiments empören, doch manchmal schlägt Diritti mit seinem in sich ruhenden Stil auch komische Volten aus dem Dauerstreit um Phillippes Ziegenherde. Ein recht pessimistisches Gutachten über menschliche Schwächen, Unzufriedenheit und das Unvermögen, versteinerte Strukturen zu durchbrechen. tk.

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