Filmhandlung und Hintergrund

Aufwändiger Fernsehfilm über die von Richard und Cosima Wagner begründete Dynastie und die Machtkämpfe um die Bayreuther Festspiele nach dem Tod des Komponisten.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann hinterlasse uns einen Kommentar auf dieser Seite und diskutiere mit uns über aktuelle Kinostarts, deine Lieblingsserien und Filme, auf die du sehnlichst wartest. Wir freuen uns auf deine Meinung.

Alle Bilder und Videos zu Der Wagner-Clan - Eine Familiengeschichte

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 4,7
(3)
5
 
2 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Der Wagner-Clan - Eine Familiengeschichte: Aufwändiger Fernsehfilm über die von Richard und Cosima Wagner begründete Dynastie und die Machtkämpfe um die Bayreuther Festspiele nach dem Tod des Komponisten.

    Christiane Balthasars Film ist ein großartig besetztes und wunderbar fotografiertes Sittengemälde über die Geschichte der Erben Richard Wagners.

    Mit teilweise grandiosen, auch dank der Ausstattung wie Gemälde wirkenden Bildern erzählen Kai Hafemeister, (Buch) Christiane Balthasar (Regie) und Hannes Hubach (Kamera) in dem mit 105 Minuten eher noch zu kurzen Werk die Geschichte der Erben von Richard Wagner. Der große Name schützt die Clanmitglieder nicht vor Missgunst, Eifersucht und Intrigen. Die Handlung mag vor hundert Jahren spielen, aber die Konflikte sind zeitlos, zumal Hafemeisters Drehbuch teilweise durchaus deftig und sogar humorvoll ist; die Dialoge sind ohnehin wunderbar. Kühn ist dagegen der Entschluss, für den weitaus größten Teil der Handlung auf den Namensgeber zu verzichten: Der Film beginnt mit Wagners Tod, der überhaupt erst die weiteren Verwicklungen auslöst, weil Gattin Cosima das Vermächtnis mit Zähnen und Klauen zugunsten ihrer Kinder verteidigt. Iris Berben versieht diese herrische schwarze Witwe mit einer Kompromisslosigkeit, die einen Schaudern macht. Ähnlich gut besetzt sind die weiteren Rollen: Heino Ferch als intriganter, abstoßend deutschnationaler Engländer, der sein Glück der Reihe nach bei allen Wagner-Frauen probiert, Petra Schmidt-Schaller als später verstoßene Tochter Isolde und Felix Klare als ihr Mann, der sich trotz seines Talents als Dirigent hinter Siegfried Wagner anstellen muss. Lars Eidinger fügt seiner Vielzahl großer Rollen in den letzten Jahren als überschätzter schwuler Wagner-Sohn eine weitere schillernde Facette hinzu. Abgerundet wird das Ensemble durch Eva Löbau (Eva Wagner) sowie Justus von Dohnányi, der in den dramaturgisch raffiniert eingesetzten kurzen Rückblenden den alten Wagner verkörpert. Kongenial ist auch die Musik von Johannes Kobilke, der in seinen Soundtrack immer wieder Wagner-Motive einarbeitet, auch wenn es Wagnerianer womöglich nicht goutieren werden, dass zur Steigerung der Höhepunkte gern der „Walkürenritt“ ertönt. Eine Überraschung ist der Name der Regisseurin, allerdings keineswegs, weil Christiane Balthasar bislang nicht aufgefallen wäre. Ihre Filmografie besteht jedoch zum größten Teil aus Reihenkrimis und teilweise durchaus beachtlichen Thrillern („Die Kronzeugin – Mord in den Bergen“, auch mit Berben). Mit „Der Clan“ ist ihr ein wuchtiges und dennoch immer wieder verspieltes Sittengemälde gelungen, das dem gelegentlichen Pathos zum Trotz für ein historisches Drama überraschend mutig und modern ist. tpg.

Kommentare