Der verlorene Bruder

  1. Ø 4
   2015
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Filmhandlung und Hintergrund

Der verlorene Bruder: Tragikomödie nach dem gleichnamigen Roman von Hans-Ulrich Treichel.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Film erzählt mit perfekter Mischung aus Beschwingtheit und nötigem Ernst eine tragikomische Geschichte aus den frühen Sechzigern.

    Es erfordert Mut und Feingefühl, ein Drama als Komödie zu tarnen. Andererseits sind die besten Komödien jene, in denen sich hinter heiteren Fassaden tragische Abgründe auftun. In diesem Fall funktioniert die Methode, weil die Handlung aus der Perspektive eines Dreizehnjährigen geschildert wird: Das Ehepaar Blaschke (Katharina Lorenz, Charly Hübner) hat sich in der westfälischen Provinz eine neue Existenz aufgebaut. Während Ludwig das Wirtschaftswunder genießt, wird Elisabeth regelmäßig von der Trauer um ihren Sohn Arnold übermannt, der bei der Flucht vor der Roten Armee verloren gegangen ist. Leidtragender dieser Trauer ist jedoch vor allem der 13jährige Max, der keine Chance gegen den nicht vorhandenen, aber dennoch allgegenwärtigen älteren Bruder hat. Als Elisabeth eines Tages erfährt, dass beim Roten Kreuz just am Tag des Schicksalsschlages ein Findelkind aus dem Flüchtlingstreck abgegeben wurde, ist sie überzeugt, dass es sich um Arnold handelt. Fortan unterzieht sich die Familie diversen immer absurderen Untersuchungen, die die Verwandtschaft belegen sollen. Zur Komödie wird die zu Herzen gehende Geschichte, weil Max alles tut, um die Familienzusammenführung zu sabotieren. Ruth Toma strukturiert die Handlung episodisch und nach einem mehrfach wiederkehrenden Muster: Elisabeth macht sich Hoffnungen, Max macht sich Sorgen und sinnt nach Auswegen, Ludwig macht gute Stimmung und versucht, seine Frau mit immer wieder neuen Anschaffungen zu trösten. Matti Geschonnek setzt Tomas Drehbuch mit genau der richtigen Mischung aus leichter Beschwingtheit, melancholischer Heiterkeit und nötigem Ernst um. Der junge Noah Kraus entpuppt sich als Naturtalent und überzeugt auch als Erzähler, der die Handlung mit ironischen Kommentaren würzt. tpg.

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