Der Vater meiner Schwester

Filmhandlung und Hintergrund

Ein von seinem Vater missachteter unehelicher Sohn rächt sich durch die Beziehung zu seiner nichtsahnenden Halbschwester.

Erst mit 19 Jahren und kurz vor seiner Gesellenprüfung erfährt der angehende Koch Paul von seiner Mutter, dass sein Vater nicht in Indien ums Leben gekommen ist, wie sie ihm jahrelang erzählt hat, sondern mit seiner Frau und einer 19-jährigen Tochter in derselben Stadt lebt. Paul beschließt, seinen Vater kennen zu lernen. Dieser, der Arzt Klaus Merbold, hat jedoch Angst, dass Frau und Tochter von der damaligen Affäre erfahren und blockt komplett ab. Das erste Treffen der beiden endet im Desaster. Paul fädelt eine zufällige Begegnung mit Klaus‘ Tochter Susa ein. Natürlich verliebt sie sich in Paul, ohne zu ahnen, dass er ihr Halbbruder ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Vater meiner Schwester: Ein von seinem Vater missachteter unehelicher Sohn rächt sich durch die Beziehung zu seiner nichtsahnenden Halbschwester.

    In diesem Film lügen zwar alle, doch entscheidend sind die Motive: Die einen tun es mit gutem Gewissen, die anderen mit schlechtem.

    Karola wollte ihrem Sohn Paul als Kind die Verletzung ersparen, dass sein Vater nichts von ihm wissen will. Also erfand sie eine Legende: Klaus habe vor vielen, vielen Jahren als Arzt in Indien gearbeitet und sei dabei gestorben. Später hat sie dann einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst, um Paul die Wahrheit zu sagen. Doch Klaus lebt, sogar in der selben Stadt, und Paul stellt fest, dass er nicht bloß einen Vater hat, sondern auch eine Schwester. Aber Klaus will nicht, dass seine Familie von Paul erfährt - und jetzt geht der Film eigentlich erst richtig los.

    Natürlich klingt die Handlung konstruiert. Andererseits gibt es im richtigen Leben oft genug Geschichten, die so unglaublich sind, dass niemand es wagen würde, sie zu erfinden. Die Frage ist bloß, wie die der Faden nun weitergesponnen wird, und da beginnt es zu haken, denn Jochen Bitzer (Buch) und Christoph Stark (Regie) treiben das Drama auf die Spitze: Es ist ein Leichtes für Paul (Ludwig Blochberger), Susa kennen zu lernen; wer er ist, verrät er nicht. Statt dessen lädt er sie und ihre Eltern zum Essen ein. doch als Susa (Katharina Schüttler) später Vorbereitungen für einen romantischen Abend trifft, hat Paul ein Problem.

    Spätestens jetzt fängt Bitzers Konstrukt an zu ächzen: Auch Starks darstellerfixierte Inszenierung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die reizvolle Grundidee ein bisschen viel aushalten muss. Die Konflikte treten nun zwar offen zu Tage, doch der Film tritt auf der Stelle. Das liegt nicht zuletzt an der Führung der Schauspieler: Berkel zum Beispiel bekommt als Klaus ausgiebig Gelegenheit, mit seinem bekannt dramatischen Blick um sich zu werfen, aber er kriegt keinen spürbaren Draht zu den Mitspielern. Und Schüttler pflegt durch ihr fragiles Spiel ohnehin die Mädchenhaftigkeit ihres Aussehens zu unterstreichen, weshalb man sich oft fragt, ob sich junge Frauen in diesem Alter wirklich so verhalten würden.

    Viel besser gelingt das Zusammenspiel in den Küchenszenen. Thomas Thieme spielt Pauls Chef als nicht unsympathischen Polterer. Von ihm ist auch der Spruch „Ein bisschen Chili im Hintern hat noch keinem Koch geschadet“. Für den Film gilt das nicht minder: Stark inszeniert derart zurückhaltend und unaufgeregt, dass man den Figuren am liebsten auf die Sprünge helfen möchte. tpg.

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