Der Untergang der Lusitania

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Dokudrama um die Versenkung des britischen Luxusliners "Lusitania" durch ein deutsches U-Boot am 7. Mai 1915.

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Kritikerrezensionen

  • Der Untergang der Lusitania: TV-Dokudrama um die Versenkung des britischen Luxusliners "Lusitania" durch ein deutsches U-Boot am 7. Mai 1915.

    Die Tragödie war das Ergebnis einer Verkettung unglücklicher Umstände; aber einige dieser Umstände waren möglicherweise kein Zufall. Zumindest den Briten hat der Tod von fast 1.200 Menschen im Mai 1915 in die kriegsstrategischen Karten gespielt: Deutschland war nach der Torpedierung des Luxusdampfer „Lusitania“ weltweit geächtet, der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg nur noch eine Frage der Zeit.

    „Der Untergang der Lusitania“ ist eine deutsch-britische Koproduktion (BBC, NDR) und schildert die Ereignisse wohltuend neutral. Mehr noch: Der deutsche U-Boot-Kapitänleutnant Schwieger (Florian Panzner) hat sichtbar Skrupel, bevor er den todbringenden Torpedo abfeuern lässt. Andererseits konnte er davon ausgehen, dass dieser eine Treffer unter normalen Umständen nie genügt hätte, um ein riesiges Schiff wie die „Lusitania“ zu versenken. Schwieger erhielt später jedoch nicht etwa den erhofften Orden, sondern eine Abfuhr; man wollte den politischen Schaden in Grenzen halten. Rehabilitiert wurde Schwieger erst, als sich herausstellte, dass das vermeintlich ausschließliche Passagierschiff Munition transportierte. Die Kisten explodierten durch den Torpedotreffer, der Dampfer sank innerhalb von 18 Minuten. Prompt versuchte die britische Admiralität unter Führung des späteren Premierministers Winston Churchill kaltschnäuzig, das Beste aus der Katastrophe zu machen und gleichzeitig den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen; die Schuld wollte man Captain Turner, dem Schiffsführer der „Lusitania“, in die Schuhe schieben.

    Es dauert allerdings eine Weile, bis der Film Fahrt aufnimmt; die ersten 45 Minuten plätschern ein wenig vor sich hin. In Anlehnung ans Katastrophenfilm-Genre versuchen Christopher Spencer (Regie) und Sarah Williams (Buch), den verschiedenen Mitwirkenden Konturen zu verliehen. Doch so sorgfältig die historischen Hintergründe geschildert werden und so gelungen die Spezialeffekte sind (und das angesichts eines Budgets, das nur einen Bruchteil des „Titanic“-Etats ausgemacht haben dürfte): Das handelnde Personal bleibt einem fremd, zumal die britischen Darsteller (unter anderem John Hannah als Erzähler) hierzulande weitgehend unbekannt sind. Immerhin konnte der NDR durchsetzen, dass die Deutschen von Deutschen verkörpert werden. Die U-Boot-Szenen sind in München entstanden: Als Kulisse für U 20 diente das Set aus Wolfgang Petersens Klassiker „Das Boot“, das sich nach wie vor auf dem Bavaria-Gelände befindet und mit wenigen Handgriffen in ein U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg verwandelt werden konnte.

    Spencer ist voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit den deutschen Schauspielern und Technikern, der Dreh in München habe zu seinen „besten professionellen Erfahrungen überhaupt“ gehört. Für den britischen Regisseur ist „Kaleu“ Schwieger zudem die spannendste Figur der Geschichte: Seiner Meinung nach steckte der U-Boot-Führer „in dem höchst dramatischen moralischen Dilemma, ob er seine Pflicht erfüllen oder seinem Gewissen folgen soll.“ Panzner deutet diese Skrupel mit seinem Spiel nur an. Man spürt, dass Schwieger der „Lusitania“ am liebsten gar nicht begegnet wäre. Fast erleichtert stellt er fest, dass sie außer Schussweite ist, als das große Schiff seinen Kurs ändert und direkt auf U 20 zuhält.

    Die Innenaufnahmen des Passagierdampfers sind in Südafrika entstanden: Kapstadt war einer der Häfen, die die Reederei des Schiffes regelmäßig anlief. Dort wurde das bis heute berühmte Hotel Mount Nelson errichtet, dessen Räumlichkeiten denen eines luxuriösen Dampfers nachempfunden waren. Den eigentlichen Untergang der „Lusitania“ hat Spencer übrigens in Echtzeit gefilmt; nach exakt 18 Minuten ist der Spuk vorbei. Genau genommen besteht der Film neben seinem Herzstück also aus einem Prolog, der 45 Minuten dauert, sowie einem rund 25-minütigen Epilog über die gerichtliche Untersuchung des Ereignisses. tpg.

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