Filmhandlung und Hintergrund

Surreales Zaubermärchen um einen präparierten Wal, in dessen Innerem Wünsche in Erfüllung gehen.

In einem Alpendorf strandet eine Jahrmarktsattraktion, ein präparierter Wal, in dessen Innerem Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man mit seiner Besitzerin schläft. Allerdings nur ein Wunsch pro Mann, wie der Bürgermeister bald herausfindet, als er dem kollektiven Treiben ein Ende machen möchte, das die Ortschaft in Haß und Zwietracht stürzt.

In einem Alpendorf strandet eine Jahrmarktsattraktion, ein präparierter Wal, in dessen Innerem Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man mit seiner Besitzerin schläft. Surreales Zaubermärchen; Heimatfilm und Gesellschaftssatire in einem (Wal).

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Kritikerrezensionen

  • Der Unfisch: Surreales Zaubermärchen um einen präparierten Wal, in dessen Innerem Wünsche in Erfüllung gehen.

    Was kann ein Walfisch in den Alpen schon anderes bewirken als Aufruhr und Verwirrung? In Robert Dornhelms surrealem Zaubermärchen bringt das Tier nicht nur die innersten Wünsche eines kleinen Bergdorfes ans Tageslicht, auch der Film und mit ihm sein Regisseur erlauben sich einen kleinen Jahrmarktbuden-Trick, indem sie im Erscheinungsbild der fünfziger Jahre der Raffsucht der Gegenwart ein ironisches Spieglein vorhalten: Sag, wer ist der Gierigste im ganzen Land?

    Zehn Jahre lang haben der in Amerika lebende Filmemacher Dornhelm und sein Drehbuchautor Michael Köhlmeier an dieser verrückten Geschichte gebastelt, bis schließlich ein Produzent tollkühn genug war und Scriptdoctor Syd Field warnte: „Don’t compromise!“, weshalb der präparierte Wal (der, wie jedes Kind weiß, kein Fisch, sondern ein Säugetier ist) schließlich dort landete, wo ihn seine Erbin Sophie Moor (Maria Schrader) genau an dem Tag besichtigt, an dem Karl von seiner Braut sitzen gelassen wurde. Und weil im begehbaren Inneren des Wals nicht nur magische, sondern auch amouröse Kräfte wirken, wird sein Geheimnis schnell offenbar: Jeder, der mit seiner Besitzerin schläft, bekommt einen Wunsch erfüllt. Allerdings nur einen, wie der Bürgermeister bald erkennen muß, als er dem kollektiven Größenwahnsinn Einhalt gebieten will, der seinen verschlafenen Flecken in Haß und Zwietracht stürzt. selbst der Pfarrer kann der Versucheung nicht wiederstehen, seinen Wunsch vor den zu stellen, alles rückgängig zu machen.

    Auf wunderbare Weise verbindet dieses verquere Filmunikat Märchenambiente, Heimatfilm und süffisante Gesellschaftssatire zu einem höchst unterhaltsamen Kuriositäten-Kabinett, dessen kunstvoll altmodische Kommentierungen durch einen allgegenwärtigen Erzähler nur im ersten Moment irritiert. Getragen von einer skurril intonierten Volksmusik („Die Knödel“) und einer Reihe einfacher, aber origineller Wendungen entfaltet die lose gewobene Erzählung einen ebenso liebevollen, wie schrägen Charme, eine fast nostalgische Reminiszens an längst vergangene Kirmeszeiten und die Reize des fahrenden Volkes. Wer über die unreflektierte Gleichsetzung von williger Sex-, Gebär- und Wunschmaschine stolpert, die Maria Schrader als reichlich nackte Zauberfee mißbrauchen, verkennt die gesuchte Stilisierung, die sich neben exotischer Fantasie um eine stimmige Perspektive auf die Nachkriegszeit bemüht. Eine schuppenreiche PR-Strategie wie während der Berlinale, als eine Teildekoration des „Unfischs“ viele Neugierige anlockte, sollte ihn mühelos auch jenseits des Weißwurstäquators zum Schwimmen bringen.led.

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