Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um einen verunglückten Überfall eines liebenswerten Losers.

Andreas Berger ist arbeitslos und mit den Alimenten für seinen Sohn im Rückstand. Aus Verzweiflung will er einen Supermarkt überfallen. Stattdessen bedroht er den Schneider und einen Kunden im kleinen Laden nebenan. Den kann er nicht so schnell wieder verlassen, denn die Polizei ist angerückt – wegen eines Überfalls auf den Supermarkt.

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Kritikerrezensionen

  • Der Überfall: Tragikomödie um einen verunglückten Überfall eines liebenswerten Losers.

    Auch wenn sich österreichische Produktionen mit Ausnahme von Michael Hanekes „Die Klavierspielerin“, der mit beeindruckenden Kopiendurchschnittszahlen auf sich aufmerksam macht, in den deutschen Kinos schwer tun, scheint der kreative Output in unserem Nachbarland derzeit unerschöpflich zu sein. Nun ist es Florian Flicker, der in seiner dritten Regiearbeit drei außergewöhnlichen Darstellern die Möglichkeit gibt, sich nach allen Regeln der Schauspielkunst auszutoben. Allerdings wird „Der Überfall“ wegen seines speziellen lakonischen Humors, dem beschaulichen Erzähltempo und der schwer verständlichen Dialoge (genuschelter Austro-Dialekt) wohl nur in ausgewählten Kinos im süddeutschen Raum reüssieren können.

    Mit „Der Überfall“ erzählt Regisseur und Drehbuchautor Florian Flicker die klassische Geschichte eines Losers: Der arbeitslose Andreas Berger (Kabarettist Roland Düringer aus „Hinterholz 8“) braucht dringend Kohle, weil er mal wieder mit den Alimenten für seinen Sohn in Rückstand ist. Aus diesem Grunde beschließt er, die Dienstwaffe seines Schwagers an sich zu nehmen und als Clown maskiert einen Supermarkt zu überfallen. Doch kurz vor der Tat bekommt er Skrupel und so landet er nebenan in einer kleinen Schneiderei, wo er deren Besitzer (Burgschauspieler Joachim Bißmeier) und dessen Kunden (Kabarettist Josef Hader, gerade in Wolfgang Murnbergers „Komm, süßer Tod“ zu sehen) vergeblich nach Bargeld durchsucht. Als Berger das Geschäft wieder verlassen will, wimmelt es plötzlich – wegen eines tatsächlichen Überfalls auf den Supermarkt – draußen nur so vor Polizisten. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit seinen beiden Geiseln auszuharren…

    Ähnlich wie Romuald Karmakars „Der Totmacher“ ist auch „Der Überfall“ ein Experiment. Florian Flicker wollte beweisen, dass man auch großes Kino machen kann, wenn man nur einen einzigen Raum und drei Schauspieler zu Verfügung hat. Dieses Unternehmen ist nur teilweise gelungen. Zwar geben die drei Männer ihr Bestes – allen voran Josef Hader als wetterwendisches Weichei. Doch die Interaktionen zwischen dem ungleichen Trio wirken nicht selten unglaubwürdig und kaum nachvollziehbar. Zudem ist ausgerechnet Hauptdarsteller Florian Düringer, der zwar optisch-physiognomisch hervorragend in die Rolle passt, wegen seines extremen Dialekts und des ständigen Nuschelns selbst für Kenner Österreichs nur schwer zu verstehen. Mit einem originellen Toilettenbesuch und diversen Kameraschwenks nach außen, wo man Polizisten herumlaufen sieht, versucht Flicker zwar, ein wenig Bewegung und Tempo in seine Story zu bringen, doch letztlich wirkt „Der Überfall“ statisch, ziemlich träge und Kammerspiel-artig inszeniert. Dennoch werden Freunde des abwegigen, schwarzen Humors an dieser an Spannung armen Tragikomödie, deren Darsteller völlig zu Recht für ihre Ensemble-Leistung den Bronzenen Leoparden von Locarno 2000 in Empfang nehmen durften, auf ihre Kosten kommen. lasso.

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