Filmhandlung und Hintergrund

Schwedische Romantikkomödie über die Liebe auf den ersten Blick zwischen einer Bibliothekarin und einem Landwirt.

Wenn die Mittdreißigerin Desiree (Elisabeth Carlsson) nicht gerade in ihrer Arbeit als Bibliothekarin aufgeht oder mit ihrem kulturbeflissenen Freundeskreis die schönen Künste erörtert, sitzt sie in der großen Stadt allein daheim in ihrer Designerwohnung und träumt von der Liebe. Wenn der Mittdreißiger Benny Söderström (Michael Nyqvist) nicht gerade die Milchkühe umhegt oder mit den Nachbarsbauern ein Schnäpschen kippt, sitzt er allein daheim auf dem Hof und träumt von der Liebe. Als die beiden einander auf dem Friedhof begegnen, könnte eigentlich alles ziemlich schnell gehen - aber nicht in Schweden.

Love Story mit Umwegen: Irrungen und Wirrungen verliebter Erwachsener, glänzend beobachtet und ironisch seziert von Regisseur Kjell Sundvall.

Bibliothekarin Desiree Wallin trifft eines Tages auf einer Friedhofsbank auf den Landwirt Benny Söderström. Beide führen ein eingleisiges Leben - auf der einen Seite in intellektuellen gesellschaftlichen Kreisen zwischen Bibliothek und Altersheim der Mutter, auf der anderen Seite zwischen 24 Milchkühen und gelegentlichen Besuchen von den Leuten vom Nebenhof. Am Ende des Tages bleibt beiden lediglich das Sinnieren über das Leben bei einer einsamen Tasse Kaffee in der eigenen Wohnstube. Bei so vielen Gemeinsamkeiten ist die Liebe auf den ersten Blick nur eine logische Konsequenz, die mit einem Mal alles anders macht.

Als die studierte Bibliothekarin Desiree Wallin und der waschechte Landwirt Benny Söderström sich auf dem örtlichen Friedhof kennen lernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch schon bald, nach reichlich wildem Sex, guten Gesprächen, viel Spaß und blindem Verstehen drängen sich Fragen auf: Kann er es intellektuell mit Desirees Snob-Freunden aufnehmen und weiß er, wie man mit Messer und Gabel umgeht? Kann sie, das Stadtkind, auch den Stall ausmisten, Kühe melken und - ganz wichtig - feine Fleischbällchen machen?

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Darsteller und Crew

  • Michael Nyqvist
    Michael Nyqvist
    Infos zum Star
  • Elisabeth Carlsson
    Elisabeth Carlsson
  • Annika Olsson
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  • Anna Azcárate
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  • Rolf Degerlund
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  • Anita Heikkilä
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  • Axelle Axell
    Axelle Axell
  • Sara Amia
    Sara Amia
  • Paula Brand
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  • Lasse Petterson
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  • Kjell Sundvall
    Kjell Sundvall
  • Sara Heldt
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  • Börje Hansson
    Börje Hansson
  • Charlotta Denward
    Charlotta Denward
  • Lars Blomgren
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  • Peter Possne
    Peter Possne
  • Bertil Sandgren
    Bertil Sandgren
  • Per-Erik Svensson
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  • Philip Øgaard
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  • Thomas Täng
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  • Sebastian Amundsen
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  • Trond Bjerknes
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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Typ vom Grab nebenan: Schwedische Romantikkomödie über die Liebe auf den ersten Blick zwischen einer Bibliothekarin und einem Landwirt.

    Neben dem Kinderfilm entdecken Schwedens Filmemacher immer mehr ihr Herz für die Generation der Über-Dreißigjährigen. Jüngstes Beispiel: Die romantische, unmögliche und höchst amüsante Liebesgeschichte zwischen einem Bauern und einer Bibliothekarin. Kjell Sundvalls „Der Typ vom Grab nebenan“ war in seinem Heimatland mit rund einer Million Besuchern - bei knapp neun Mio. Einwohnern! - der Überraschungshit des Jahres 2002 und sollte hierzulande dank zu erwartender positiver Mundpropaganda einen Achtungserfolg erzielen.

    Regisseur Sundvall, dessen „Kommissar Beck“-Verfilmungen auch dem deutschen TV-Publikum bekannt sind, profitiert bei seiner sechsten Arbeit fürs Kino eindeutig von der kraftvollen Romanvorlage, die 2001 unter dem Titel „Der Kerl vom Land - Eine Liebesgeschichte“ auch in Deutschland erschien und sich immerhin 40.000 Mal verkaufte. Die Autorin heißt Katarina Mazetti und machte zuvor als Verfasserin von Kinder- und Jugendbüchern Karriere. In „Der Typ vom Grab nebenan“ spielt sie geschickt mit Standesdünkel, Vorurteilen und sozialen Barrieren. Denn unter normalen Umständen würden Desiree Wallin und Benny Söderström, die Protagonisten dieser höchst unterhaltsamen Geschichte, kaum miteinander in Kontakt treten. Sie - studierte Bibliothekarin mit Aufstiegschancen, eingefleischte Vegetarierin, penible Hausfrau und alleinstehend. Er - waschechter Landwirt mit 24 Milchkühen, passionierter Mikrowellenkost-Esser, chaotisch-schlampiger Hausmann und ebenfalls alleinstehend. Als sich die Wege der beiden zufällig auf dem örtlichen Friedhof kreuzen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch dann, nach reichlich wildem, hemmungslosen Sex, vielen guten Gesprächen, noch mehr Spaß und blindem Verstehen, die ernüchternden Fragen: Kann er, der tumbe Bauer, intellektuell den tiefgründigen Gesprächen ihrer akademischen Freunde folgen und weiß er, wie man mit Messer und Gabel umgeht? Und: Kann sie, die Schreibtisch-Hockerin, auch mal anpacken, den Stall ausmisten, Kühe mit der Hand melken und - ganz wichtig - leckere Fleischbällchen machen?

    Das Schöne an „Der Typ vom Grab nebenan“ ist, dass sich dahinter - obwohl es der Titel vermuten ließe - alles andere als eine Horror-Komödie verbirgt. Das Wunderbare an Sundvalls Film sind ganz besonders die Hauptdarsteller, Kinodebütantin Elisabeth Carlsson und Michael Nykvist (der gewalttätige Gatte aus Lukas Moodyssons „!Zusammen!“), deren durch und durch glaubwürdiges Spiel im wahrsten Sinne zu Herzen geht. Denn selten hat ein Werk über die einfachste Sache der Welt so berührt, amüsiert und gleichzeitig das Leben an sich so treffend analysiert. Als es dann mit den beiden auseinander zu gehen droht, leidet das Publikum förmlich mit und wünscht sich nichts sehnlicher als ein glückliches Ende für den Bauern und die Bibliothekarin. Gut, dass es noch so unkomplizierte, ehrliche, unter die Haut gehende Filme gibt.lasso.

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