Filmhandlung und Hintergrund

In „Der Trip“, in dem „RTL Samstag Nacht“-Shooting Star Esther Schweins und Seventies-Parodist Dieter Thomas Kühn ihre jeweiligen Kinodebüts als unfreiwillige romantische Paarung geben, werden nicht nicht nur die Protagonisten in die Vergangenheit transportiert. Der Film selbst scheint in seiner bisweilen etwas biederen Machart in den siebziger Jahren, der Hochzeit des deutschen Holzhammerhumors, verankert. Seine Visitenkarte...

Als der Schlagerfan Dieter auf einer Party Petra begegnet, ist es auf beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick. Tatsächlich ist die Energie zwischen den beiden so groß, daß sie 20 Jahre in die Vergangenheit katapultiert werden. Dieter landet in Berlin, Petra verschlägt es nach München. Sehnsüchtig macht sich Dieter auf die Suche nach seiner Traumfrau.

Dieter ist Mitte 20, wohnt bei seinen Eltern und hat Null Bock auf gar nichts: weder auf regelmäßige Arbeit noch auf schöne Frauen. Doch Amor hat ihn bereits fest im Visier. Auf einer Rave-Party trifft Dieter Petra und verliebt sich Hals über Kopf. Nach einem leidenschaftlichen Kuß findet er sich plötzlich im Berlin der 70er Jahre wieder. Um seine geliebte Petra, die durch die Zeitreise ins ferne München katapultiert wurde, wiederzufinden, begibt sich Dieter auf eine abenteuerliche Reise.

Schlagerfan Dieter und seine herzallerliebste Party-Bekanntschaft Petra werden in die gute alte Zeit der Schlager versetzt, leider in verschiedene Städte, also macht sich Dieter auf den Weg. Schnulzensänger Kuhn und „RTL Samstag Nacht“-Esther Schweins als Traumpaar auf einem abgefahrenen Trip.

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Kritikerrezensionen

  • In „Der Trip“, in dem „RTL Samstag Nacht“-Shooting Star Esther Schweins und Seventies-Parodist Dieter Thomas Kühn ihre jeweiligen Kinodebüts als unfreiwillige romantische Paarung geben, werden nicht nicht nur die Protagonisten in die Vergangenheit transportiert. Der Film selbst scheint in seiner bisweilen etwas biederen Machart in den siebziger Jahren, der Hochzeit des deutschen Holzhammerhumors, verankert. Seine Visitenkarte hat Wolfgang Büld längst abgegeben. Denn nicht seine ambitionierten Musik-Dokus „British Rock“ oder „I’ll Never Get Out of This World Alive“ hatten Erfolg an den Kinokassen, sondern vielmehr seine harmlosen Kalauerkomödchen „Der Formel-1-Film“, „Manta Manta“ oder „Das war der wilde Osten“, die allesamt zeitgeistliche Phänomene aufgriffen und in stromlinienförmige Popunterhaltung auf Kalauer-Niveau auflösten. „Der Trip“ steht deutlich in dieser Tradition. Diesmal ist es das Siebziger-Jahre-Revival, das unter’s Messer der Filmemacher kommt, wobei der Film seine stärksten Momente hat, bevor Dieter, der einfältige Held der einfachen Geschichte, mit einem Kuß aus der Gegenwart in die Zeit der Schlaghosen, freien Liebe, APO-Wohngemeinschaften, schrecklichen Schlager und mehrstündigen DDR-Durchquerungen transportiert wird. Wenn Büld beispielsweise einen ganzen Trupp Vorstadtspießer ihr Barbecue - très chic - in sengender Hitze in modischen Fetischgarnituren aus Gummi und Lack feiern und dabei obendrein über den nächsten Mittelmeerurlaub räsonnieren läßt, ist das sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß, aber immerhin ein boshafter und treffend beobachteter Seitenhieb auf bundesdeutsche Befindlichkeiten anno 1996. Weniger gelungen: die eindimensionale Zeichnung von Dieters Eltern, ihres Zeichens Althippies, für die kein Klischee zu schade war. Auch sonst setzt „Der Trip“ eher auf grob skizzierte Typen als auf fein gezeichnete Charaktere. Das kommt vor allem dem Spiel von Otto-Verschnitt Dieter Thomas Kuhn zugute, der nur bei witzigen Schlagerparodien aus seinem mimischen Winterschlaf zu erwachen scheint. Wenn er sich mit „Tränen lügen nicht“ aus prekären Situationen befreit, dann erinnert das ein wenig an die Rumba-Einlage in „Die Maske“. Sein Love Interest Esther Schweins, ganz arrogante Diva, empfiehlt sich da schon eher für eine Filmkarriere, auch wenn die Filmemacher ihre Petra ähnlich oberflächlich zeichnen wie die siebziger Jahre. Ein paar Schlagworte müssen da ausreichen, um eine ganze Ära zu skizzieren. Wenn man aus der Not des mangelnden Budgets öfters eine Tugend gemacht hätte und dem ganzen Projekt mehr von dem anarchischen Augenzwinkern angedeihen hätte lassen wie bei den ulkigen Zeitreisesequenzen, dann wäre noch mehr bei „Der Trip“ herausgekommen als ein brauchbarer Spaß vom Format 08/15. ts.

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