Der Tod und das Mädchen

  1. Ø 5
   1994

Der Tod und das Mädchen: Klaustrophobischer Thriller von Roman Polanski nach Ariel Dorfmans gleichnamigen Theaterstück.

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Filmhandlung und Hintergrund

Der Tod und das Mädchen: Klaustrophobischer Thriller von Roman Polanski nach Ariel Dorfmans gleichnamigen Theaterstück.

Obwohl bereits 15 Jahre vergangen sind, seit Paulina als aufständische Studentin in einer Diktatur gefoltert wurde, glaubt sie anhand seiner Stimme in Dr. Miranda sofort ihren einstigen Peiniger wiederzuerkennen. Sie beschließt, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und hält nun ihrerseits Dr. Miranda gefangen, um ein Geständnis von ihm zu erpressen. Der beteuert jedoch seine Unschuld.

Ein Land in Südamerika, nach dem Ende der Diktatur. Paulina Escobar wartet nervös auf die Rückkehr ihres Gatten. Als dieser endlich nach Hause kommt, befindet er sich in Begleitung eines Fremden, in dem Paulina jenen Mann wiederzuerkennen glaubt, der sie vor 15 Jahren mit Elektroschocks gefoltert und mehrfach vergewaltigt hatte. Sie beschließt, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, fesselt und mißhandelt den unliebsamen Gast und versucht so, ein Geständnis aus ihm herauszupressen.

In Dr. Miranda glaubt Paulina den Mann zu erkennen, der sie zur Zeit der Diktatur gefoltert und vergewaltigt hat. Gewaltsam versucht sie ihm ein Geständnis abzuringen. Klaustrophobischer Thriller von Roman Polanski nach Ariel Dorfmans gleichnamigem Theaterstück.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wie schon seine Meisterwerke „Ekel“, „Rosemaries Baby“ und „Chinatown“ ist auch „Der Tod und das Mädchen“, das neueste Projekt des stets skandalumwitterten Starregisseurs Roman Polanski, ein dunkler, verstörender Film. Der fesselnde Psychothriller um den unerwarteten Rollentausch zwischen einem weiblichen Folteropfer (Sigourney Weaver) und ihrem Peiniger (Ben Kingsley) mutet an wie ein klaustrophobisches Kammerspiel. Seine Grundlage ist das gleichnamige Broadway-Theaterstück des Chilenen Ariel Dorfman von 1992, der für die vom Original nur geringfügig abweichende Leinwandadaption mit dem Drehbuchautor Rafael Yglesias („Fearless“) zusammenarbeitete. Angesiedelt in einem nicht näher spezifizierten Land in Südamerika nach dem Ende der Diktatur, wartet Paulina Escobar (Weaver) nervös auf die Heimkehr ihres Gatten Gerardo (Stuart Wilson), der just zum Vorsitzenden der Menschenrechtskommission ernannt wurde. Aufgrund einer Panne wird er von einem Fremden nach Hause gebracht, der sich als Dr. Robero Miranda vorstellt. Entsetzt, aber nicht ohne einen Hauch von masochistischer Freude glaubt Paulina, in ihm den Arzt zu erkennen, der die politische Aktivistin während des faschistischen Regimes mit Elektroschocks folterte und mehrfach vergewaltigte. Da ihr damals stets die Augen verbunden waren, identifiziert sie ihn lediglich anhand seiner nasalen Stimme, seiner Redeweise und seines Geruchs. In der Folge dreht Paulina den Spieß um, fesselt und mißhandelt den mitleiderregenden Miranda, um so ein Geständnis und Reue aus ihm herauszupressen. Bei dieser von dem psychisch und physisch gleichermaßen vernarbten Nervenbündel durchgeführten imaginären Gerichtsverhandlung, wird der Zuschauer zum Jurymitglied, das zwischen Zweifeln an Paulinas Geisteszustand und Mirandas Unschuld schwankt, und zum sensationslüsternen Voyeur, der die Details der abnormen Abscheulichkeiten erfahren will. Die Ausnahmesituation beschwört zudem eine gravierende Ehekrise, da sich Paulina von ihrem Gatten in mehrfacher Hinsicht verraten fühlt. Die Spannung wird bis zuletzt aufrechterhalten, als der scheinbare Biedermann seinerseits Miranda fesselt und seine überwältigende Sucht nach Macht eingesteht. Die Handlung findet fast ausschließlich in den beengenden Räumlichkeiten eines Strandhauses statt. Die daraus resultierende bedrückende Atmosphäre wurde von Kameramann Tonino Delli Colli effektvoll eingefangen. Nach dem eher enttäuschenden Erotikdrama „Bitter Moon“ bietet Polanski hier exzellente, anspruchsvolle Unterhaltung, die auch dank der Darstellerleistungen in den deutschen Kunstkinos über Hitpotential verfügen dürfte. ara.

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