Filmhandlung und Hintergrund

Brillante Verfilmung von Graham Greenes gleichnamigen Roman über eine tragische Dreiecksgeschichte in Saigon kurz vor Ausbruch des Vietnamkriegs.

Saigon in den frühen fünfziger Jahren. Während die Untergrundkämpfer der Vietminh die französische Kolonialmacht bekämpfen, ziehen hinter den Kulissen bereits erste CIA-Agenten ihre Fäden. Noch hat der alternde britische Korrespondent Fowler (Michael Caine) – der soeben seinen dritten Frühling an der Seite der schönen Einheimischen Phuong (Do Hai Yen) erlebt – keine Ahnung, dass sein neuer Freund, der angebliche Entwicklungshelfer Alden (Brendan Fraser), auch so einer ist…

Eine knisternde Dreiecksgeschichte voller Romantik, Intrigen und aktueller politischer Brisanz serviert Phillip Noyce in diesem exotischen Spionagethriller nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene.

Saigon in den fünfziger Jahren. Während die Amerikaner versuchen, das kommunistische Regime im Untergrund zu schwächen, verstricken sich inmitten der Vorkriegsereignisse der alternde britische Korrespondent Fowler, seine junge vietnamesische Geliebte Phuong und der amerikanische vermeintliche Entwicklunshelfer und verdeckte CIA-Agent Pyle in ein Dreiecksverhältnis mit tragischem Ausgang.

Vietnam, 1952. Während im Norden des Landes blutige Kämpfe zwischen einheimischen Rebellen und der französischen Kolonialmacht toben, trifft der junge Alden Pyle, Leiter einer obskuren US-Hilfsmission, im vergleichsweise idyllischen Saigon ein. Dort findet er im erfahrenen britischen Times-Korrespondenten Thomas Fowler einen Freund, der ihn in die Geheimnisse der exotischen Stadt einführt. Doch die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als der zwielichtige Pyle versucht, Fowler dessen Geliebte Phuong auszuspannen.

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Kritikerrezensionen

  • Der stille Amerikaner: Brillante Verfilmung von Graham Greenes gleichnamigen Roman über eine tragische Dreiecksgeschichte in Saigon kurz vor Ausbruch des Vietnamkriegs.

    Exakt ein Jahr lang lag Phillip Noyces Verfilmung von Graham Greenes Roman aus dem Jahr 1955 auf Halde – wie zu vernehmen ist, fand Miramax-Chef Harvey Weinstein keinen Gefallen an dem ausgesprochen kritischen Blick auf militärische Interventionen der Vereinigten Staaten. Dass „Der stille Amerikaner“ nun doch noch ganz still das Licht der Leinwand erblickt, ist ein Glücksfall: In Noyces bislang zweifellos bestem Film läuft Michael Caine als alternder britischer Journalist in Vietnam, der durch eine Verkettung von Umständen gezwungen wird, seine berufliche Distanz aufzugeben, zu großer Form auf. Aber auch das von Christopher Hampton und Robert Schenkkan nah an der Vorlage gestrickte Geflecht aus komplexen Beziehungen und historischen Ereignissen ist mehr als sehenswert.

    Eine erste Verfilmung stellte Joseph L. Mankiewicz nur drei Jahre nach der Veröffentlichung des Romans im Jahr 1958 mit Audie Murphy und Michael Redgrave in den Hauptrollen vor (dt. Verleihtitel: „Vier Pfeifen Opium“). Ein Film nicht ohne Meriten, aber doch völlig der politischen Dimension der Vorlage beraubt. Der titelgebende Alden Pyle war damals nur ein Privatmann, der Freundschaft mit dem Briten Fowler schließt und sich in dessen vietnamesische Mätresse Phuong verliebt.

    Bei Noyce ist der stille Amerikaner, mit hinreißender Großäugigkeit und Aufrichtigkeit gespielt von Mumien-Jäger Brendan Fraser, eben auch ein getarnter CIA-Mann, der Einfluss auf die politischen Entwicklungen im Krisengebiet Indochina nehmen soll. Angesichts dieser Verstrickungen gewinnen natürlich auch die privaten Ränkespiele zwischen Pyle, Fowler und Phuong eine andere Gewichtung. Die größte Leistung des handwerklich absolut makellosen Dramas ist es, dass es nicht nur trotz aller Komplexität und Verzweigtheit stets packend und spannend bleibt, sondern gerade die komplizierte Konstruktion so enorm großen Unterhaltungswert hat.

    Dabei steht das Ende am Anfang: Die Leiche von Pyle wird in einer trügerisch stillen Nacht in Saigon aus dem Wasser gefischt. Als bester Bekannter des Amerikaners wird Thomas Fowler zu dem Mord befragt. Bereitwillig gibt er Auskunft, und mit der Geschichte eines Amerikaners in Vietnam wird vor allem auch Fowlers persönliche Story aufgerollt. In die Jahre gekommen, droht seine ebenso bequeme wie bescheidene Existenz zu scheitern: Seine Geliebte, die sich immer damit abgefunden hat, dass Fowlers Ehefrau in Großbritannien nicht in die Scheidung von ihrem Gatten einwilligt, gibt dem Drängen Pyles nach und verlässt Fowler; die Times will ihn nach London zurückrufen. Fowlers Lüge, die Frau wolle sich nun doch von ihm trennen, und eine gefährliche Nacht auf dem Land, in der Pyle ihm das Leben rettet, steigern die komplexe Natur der Geschichte. Gleichzeitig finden die Amerikaner in einem größenwahnsinnigen General einen Verbündeten, um beim imperialistischen Spiel um Südostasien mitmischen zu können. Privates und Politisches kulminieren schließlich, als ein von Pyle orchestrierter Bombenanschlag in Saigon unschuldige Menschenleben fordert. Der Freund und Konkurrent ist mit einem Schlag auch Terrorist – und Fowler wird zum Handeln getrieben.

    In seiner prachtvollen visuellen Gestaltung – gedreht wurde vor Ort in Vietnam – sowie mit dem epischen Atem seiner Erzählung erinnert „Der stille Amerikaner“ vor allem an die letzten Arbeiten von Anthony Minghella („Der englische Patient“, „Der talentierte Mr. Ripley“), der hier mit seinem Partner Sydney Pollack auch als ausführender Produzent fungiert. Auch Phillip Noyce vertraut auf die Intelligenz seines Publikums, nicht immer nur einfache/eindimensionale Figuren sehen zu wollen. So vielschichtig die Charaktere sind, so anspruchsvoll ist auch die Handlung. Aber das Resultat ist allemal atemberaubend – in doppeltem Sinne: Denn wenn es einen Kritikpunkt an diesem ansonsten wunderbaren Filmerlebnis gibt, dann ist es, dass seine handwerkliche Perfektion und Schönheit manchmal beinahe gelackt wirkt und manch menschliche Emotion in den erlesenen Bildkompositionen zu versinken droht. Wenn Michael Caine allerdings im Bild ist, wird jeder Makel Nebensache: So gut wie als stiller Brite hat man den Oscar-Gewinner seit den siebziger Jahren nicht mehr gesehen. Er ist noch explosiver und brisanter als die politische Aussage des Films – und die ist in den Tagen des amerikanischen Hurra-Patriotismus nicht zu unterschätzen. ts.

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