Filmhandlung und Hintergrund

Politdrama über die letzten 68 Tage der Amtszeit von Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

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Kritikerrezensionen

  • Der Rücktritt: Politdrama über die letzten 68 Tage der Amtszeit von Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

    Pünktlich zum Ende des Wulff-Prozesses zeigt Sat.1 das Doku-Drama über die letzten 68 Amtstage des früheren Bundespräsidenten.

    Ein Jahr nach „Der Minister“ greift Sat.1 erneut ein Thema der aktuellen Bundespolitik auf. Doch „Der Rücktritt“ über Christian Wulffs letzte Tage als Bundespräsident ist vollkommen anders gelagert als die Guttenberg-Satire. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Thomas Schadt („Der Mann aus der Pfalz“) inszeniert ein minutiös recherchiertes Eingeschlossenendrama vor politischem Hintergrund. Auf der einen Seite zeigt er die Journalisten, die nach und nach die vermeintlichen Verquickungen zwischen beruflichen und privaten Interessen des damaligen Staatsoberhaupts aufdecken und den darauf folgenden Mediensturm. Auf der anderen Seite schildert er, was hinter den Kulissen geschah. Schadt, der sich auf die Bücher „Die Affäre Wulff“ und „Der böse Wulff?“ stützte sowie mit seinem Ko-Autor, dem Spiegel-Journalist Jan Fleischhauer umfangreiche Recherchen anstellte, gibt einen Einblick in das Ringen der Verantwortlichen im Bundespräsidialamt um Schadensbegrenzung, deutet aber auch das Ehedrama im Hause Wulff an. Dabei überschreitet Thomas Schadt nie die Grenzen des guten Geschmackes; die Ehekrise wird vor allem durch die zurückhaltende, aber überzeugende Schauspielleistung von Anja Kling als First Lady nachvollziehbar. Angemessen sachlich ist die gesamte Inszenierung, die Verwendung von Dokumentarmaterial knapp und treffend. Eine Bewertung der Ereignisse wird vermieden, der Zuschauer soll sich selbst eine Meinung bilden können. Trotz aller Zurückhaltung werden die Verfehlungen Wulffs überdeutlich, genauso wie der überzogene und teilweise respektlose Umgang der Medien mit ihm und sein fehlendes Schuldbewusstsein. Kai Wiesinger macht sich die Rolle des Christian Wulff zu Eigen, ohne ihn nachzuahmen. Er hat dabei vor allem auch den Mut, als Schauspieler nicht um Sympathie zu heischen. Denn das ist das große Manko des Filmes: Die Hauptfigur ist und bleibt unsympathisch. Umso höher ist der Mut des Privatsenders Sat.1 zu würdigen, sich dieses „heißen Eisens“ anzunehmen und zur besten Sendezeit auszustrahlen. Ein wichtiger Film. sw.

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