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Der Räuber

Kinostart: 04.03.2010

Der Räuber: Thriller nach authentischen Motiven über einen jungen Mann, der vom Marathonlauf einen ähnlichen Kick bekommt wie beim Bankraub.

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Filmhandlung und Hintergrund

Thriller nach authentischen Motiven über einen jungen Mann, der vom Marathonlauf einen ähnlichen Kick bekommt wie beim Bankraub.

In zwei Disziplinen ist Johann Rettberger Spezialist. Er ist ein talentierter Langläufer und ein erfolgreicher Bankräuber. In beiden Fällen geht er mit Pragmatismus und nüchterner Berechnung an die Sache. Selbst wenn ihm die Polizei auf den Fersen ist, erhöht sich sein Puls nicht unbedingt spürbar. So gelingt es ihm, mit seiner Freundin Erika ein an Zwischenfällen armes Leben in Wien zu führen. Dann ruft ihn das Verlangen nach dem ultimativen Kick wieder auf den Plan.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Auf dem authentischen Fall des österreichischen Bankräubers „Pumpgun Ronnie“ und der literarischer Aufarbeitung durch Martin Prinz beruht Benjamin Heisenbergs zweiter Spielfilm, der sich bei manchen Fakten erzählerische Freiheiten erlaubt. Im Berlinale-Wettbewerb stieß das präzise entwickelte Porträt zwar auf positive Kritikerresonaz, aber für eine Auszeichnung erwies sich das Krimidrama dann doch als zu spröde angelegt. Doch die kühle Blickweise unterstreicht auf lange Sicht die Stärke des existenzialistischen Stoffs.

      Nach „Schläfer“, der trotz einer dichten Sezierung des Überwachungsstaats darstellerische und inszenatorische Schwächen aufwies, legt Heisenberg an dramaturgischer Finesse deutlich zu. Dies betrifft sowohl die klaren, nüchternen Breitwandbilder als auch die trefflich besetzten Hauptdarsteller, welche dem Antrieb ihrer Charaktere noch eine Spur Geheimnis bewahren. Ähnlich kontrolliert wie die Inszenierung gibt sich der abweisende Protagonist, der niemanden an sich heran lassen will und nur gegenüber allzu aufdringlichem Interesse aus dem aufgebauten Panzer mit Gewalt hervor bricht. Gleichfalls liefern Johann Kastenbergers Verbrechen wie die Strapazen des Marathonlaufs den notwendigen Adrenalinschub, der ihm beweist, noch am Leben zu sein. Trotz der rauen Schale hält seine Freundin Erika lange zu ihm, bevor sie erkennt, dass der kriminelle Sprinter allein kaum zur Räson kommt.

      Zunächst greift Heisenberg auf die bewährten Mittel der „Berliner Schule“ wie statische Einstellungen und den weitgehenden Verzicht auf Dialoge oder Identifikationsmöglichkeiten zurück. Durch lange Kamerafahrten und mitunter schnelle Schnitte während der Verfolgungsjagden gewinnt der distanzierte Blick auf die kriminelle Energie des ambivalenten Protagonisten an Dynamik. Selbst hier hält sich Heisenberg beim Score noch zurück. Informationen werden weitgehend durch Nachrichteneinspielungen im Hintergrund geliefert, ebenso wie die ausgewählten Musikstücke aus den Radios der aufgebrochenen Fluchtfahrzeuge ertönen (wobei man sich fragen muss, welche öffentlich-rechtlichen Sender tagsüber diese Rock- und Waveklänge senden würden). Trotz oder aufgrund einer auf das Wesentliche konzentrierten Inszenierung entspinnt sich so das eindringliche Porträt eines Getriebenen, dessen Vorwärtsstreben in einer Sackgasse enden muss und dessen Faszination man sich schwer entziehen kann.

      Fazit: Nüchtern-sezierende Studie eines Hochleistungssportlers und –gangsters mit einigen rasant entwickelten Verfolgungsjagden.
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    2. Der Räuber: Thriller nach authentischen Motiven über einen jungen Mann, der vom Marathonlauf einen ähnlichen Kick bekommt wie beim Bankraub.

      Die dramatische Geschichte von „Pumpgun-Ronnie“, einem erfolgreichen österreichischen Marathonläufer und Serienbankräuber.

      Der spektakulärer Fall schrieb österreichische Kriminalgeschichte: Der Ex-Häftling Johann Kastenberger sammelte als Marathonläufer Meriten und spazierte nebenbei ungerührt in Bankfilialen, um in aberwitziger Maske abzukassieren. Das Geld bunkert er nachlässig unter seinem Bett, ohne sich etwas zu gönnen. Er ist ein Außenseiter und Getriebener, der nur eines will, immer weiter, Ziel unbekannt. Im Film heißt diese der Polizei auf der Nase herumtanzende Figur Rettenberger, cool und unbeteiligt gespielt von Andreas Lust, der nicht nur hart trainierte, sondern ein Jahr lang diszipliniert lebte.

      Regisseur Benjamin Heisenberg debütierte mit „Schläfer“ im Certain Regard des Festival de Cannes und entfernt sich in diesem publikumsfreundlicheren Mix aus Räuberpistole, Porträt und Biopic von der Berliner Schule, nähert sich dem ambivalentem Charakter vorsichtig, lässt ihm ein Geheimnis und eine Aura der Distanz, folgt im letzten Drittel der Dramaturgie den Gesetzen des Actionkinos. Im Gegensatz zum Buch von Martin Prinz wurde die Beziehung zu einer Frau ausgebaut, mit der er Wohnung und manchmal auch Bett teilt als Ausschnitt von Wirklichkeit, in dem der Hauch eines Gefühls existiert. Auf der anderen Seite steht die Einsamkeit des Langstreckenläufers, isoliert in der anfeuernden Masse, nur auf den Schlag des Herzens hörend und nur auf sich gestellt, Symbol der Energie im Extremzustand. Das Verbrechen ist für ihn Spiel und Kick. Wenn er am Ende seiner Flucht angeschossen im Nieselregen auf der Autobahn in Niederösterreich wie ein Tier verendet, seine Freundin mit letzter Kraft anruft, ist das auch der Schlusspunkt einer Suche - nach Identität, dem Sinn des Lebens, irgendwo ankommen. Erst im Tod findet er Erlösung.

      Die packende Story mit einigen brutalen Szenen funktioniert aufgrund der schauspielerischen Leistung und aufgrund atmosphärischer Dichte durch die Kamera von Reinhold Vorschneider, der mit gutem Gefühl für Licht und die Menschen die Verlorenheit noch unterstreicht, in Grautönen das innere Grau spüren lässt, das Abgestorbensein. Die Bewegung beim Laufen durch Feld und Wald und die ständigen Fluchten begleitet das Stakkato der mobilen Steadycam. „Der Räuber“ lässt sich im Film durch nichts und niemanden aufhalten, er ist sein größter Feind. mk.
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    News und Stories

    • Fakten und Hintergründe zum Film "Der R?uber"

      Kino.de Redaktion05.11.2012

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