Filmhandlung und Hintergrund

Epos über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem ein friedliebender Familienvater zum Held wird.

1776: Benjamin Martin, verwitweter Vater von sieben Kindern, hat dem Krieg abgeschworen. Doch sein ältester Sohn Gabriel meldet sich freiwillig zum Kampf gegen die Briten. Als der grausame Colonel Tavington seine Kinder bedroht, greift Benjamin doch zu den Waffen und wird zum Führer einer Armee aus Farmern gegen das gut ausgebildete, britische Militär.

South Carolina, 1776: Benjamin Martin, Held im Kampf gegen Franzosen und Indianer, will, inzwischen zum Pazifisten geworden, nichts weiter als das Glück im Kreise seiner vielköpfigen Familie genießen. Da überzieht wieder ein Krieg das Land, diesmal gegen die englischen Usurpatoren. Doch Martin weigert sich, die Seinen zu verlassen. Erst als einer seiner Söhne stirbt und sein Gut dem Erdboden gleich gemacht wird, greift er wieder zu den Waffen, um die Kolonialherren aus seiner Heimat zu vertreiben.

South Carolina, 1776: Der inzwischen zum Pazifisten geläuterte Kriegsheld Benjamin Martin greift noch einmal zu den Waffen, als die englischen Kolonialherren sein Gut verwüsten und seinen Sohn töten. Roland Emmerichs emotionsgeladener Ausflug in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem Mel Gibson als Action-Held wider Willen brilliert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Patriot: Epos über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem ein friedliebender Familienvater zum Held wird.

    Erstmals bläst Roland Emmerich nicht in futuristischen Zusammenhängen zum gigantischen Hollywood-Halali. Sein Gespür für imposante Ausstattungen und Filmemotionen kommt dem Exil-Deutschen auch in seiner wuchtigen Verfilmung eines Drehbuchs von „Der Soldat James Ryan“-Autor Robert Rodat zu Gute, in dem Amerika wieder einmal den gerechten Krieg und Emmerich nach „ID4“ erneut für die Unabhängigkeit kämpft. Keine Sorge, in der Berserker-Mär aus dem Revolutionskrieg findet kein öder Diskurs über den Wert der Freiheit statt. Denn politische oder ideologische Hintergründe spielen eine Statistenrolle, wenn Mel Gibson auf Mad-Max-Modus schaltet, um in den Kriegswirren den Tod eines seiner Söhne zu sühnen und en passant auch noch die Geburt einer Nation zu besiegeln.

    Niemand dreht amerikanischere Filme als Roland Emmerich: Das mag daran liegen, dass seine Liebe von jeher dem Überwältigungskino Marke Spielberg gilt, das den Zuschauer allemal lieber staunen lassen will, als ihn intellektuell zu kitzeln. Emotionen wollen seine Bilder auslösen - und nichts anders. Wenn es denn einer heroisch geschwungenen Fahne bedarf oder der Tränen eines kleinen Mädchens, um das Publikum zu bewegen, dann wird Emmerich keine Sekunde zögern sie einzusetzen.

    Das trifft auf seine Fantasy-Popcorn-Hits wie „Independence Day“ (gelungen) oder „Godzilla“ (weniger gelungen) ebenso zu wie auf seinen epischen Abstecher in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit dem er dem Vorbild Spielberg näher kommt als je zuvor. Hier wird nicht um Werte gekämpft, sondern um die Befriedigung der Rachegefühle eines Vaters. Das bedeutet, dass man so manche historische Ungenauigkeit und Simplifizierung hinnehmen muss: So dürfen schwarze Sklaven bei Benjamin Martin, dem Südstaaten-Helden von „Der Patriot“, als Gleichberechtigte auf der Farm arbeiten. Die Bösen sind die Rotröcke, also die Truppen des Königs von England, die mit einer Ausnahme hassenswerte Bösewichte, arrogante Pinsel oder Kanonenfutter sind, während die amerikanischen Siedler trotz finsterer Gesichter fast ausschließlich zutiefst aufrichtige Kerle sind.

    Es hilft, dass Emmerich mit „Der Patriot“ seine filmemacherisch bislang ambitionierteste und gelungenste Arbeit vorlegt: Die logistisch kompliziert zu realisierenden Schlachtszenen mit ihren blutigen Details (vor allem Kanonenkugeln richten Dinge mit Körpern an, die bis vor wenigen Jahren ausschließlich dem Splatterfilm vorbehalten waren) meistert er ebenso souverän wie die Arbeit mit seiner riesigen Besetzung, mit der der Regisseur einen epischen Bogen schlägt. Von unschätzbarem Wert ist natürlich Mel Gibson als siebenfacher Familienvater (wie im realen Leben) und seit Jahren erklärter Pazifist Martin. Wenn er nach den frühen, harmonischen Momenten auf seiner Farm dazu gezwungen wird, seinen hart erkämpften inneren Frieden aufzugeben und den Guerillakrieg gegen die Briten aufzunehmen, nachdem einer seiner Söhne getötet und ein anderer verschleppt wurde, ist damit zu rechnen, dass das Publikum wie ein Mann auf seiner Seite steht, speziell wenn er beim Showdown mit erhobener Fahne gegen den Feind stürmt.

    Dass dem getriebenen Mann auch zu diesem entscheidenden Zeitpunkt Blutrache weiterhin wichtiger ist als der Kampf um höhere Werte, er bis zum Schluss weniger „Der Patriot“ ist als „Der Rächer“, könnte auch denen unangenehm aufstoßen, die Gibson bislang ohne Murren durch Dick, Dünn und manch melodramatisches Pathos gefolgt sind. Selbstjustiz im Stil von „Ein Mann sieht rot“ ist ein unwürdiges Ende für dieses opulente Abenteuerdrama, über dessen Inhalte sich wohl streiten lässt, der darüber hinaus kompetent und leidenschaftlich umgesetzt wurde. Nun bleibt abzuwarten, inwiefern das deutsche Publikum bereit ist, in den Hurra-Patriotismus des potenziellen Blockbusters einzustimmen. ts.

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