Der menschliche Makel

  1. Ø 3.5
   2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Der menschliche Makel: Starbesetzte Bestseller-Verfilmung von Robert Benton über einen Universitätsprofessor, der am Ende seiner Tage mit einer Lebenslüge konfrontiert wird.

Weil er mit einer flapsigen Bemerkung angeblich schwarze Studenten in ihrer Würde verletzte, steht der 71-jährige Professor Coleman Silk (Anthony Hopkins) plötzlich vor den Scherben seiner akademischen und gesellschaftlichen Karriere. Zeit genug also, dem jungen Journalisten und Biographen Zuckerman (Gary Sinise) ein paar verblüffende Wahrheiten in den Block zu diktieren: Für den beruflichen und privaten Aufstieg gab sich der für seine Herkunft erstaunlich hellhäutige Afroamerikaner Silk vor Jahren als Weißer aus – mit erstaunlichen Resultaten.

Frei nach Philip Roths gleichnamigem Bestseller inszenierte Robert Benton dieses fesselnde Drama um Liebe, Hass, Toleranz und Diskriminierung. Nicole Kidman und Ed Harris sind mit von der Partie.

Der 71-jährige Universitätsprofessor Coleman hat einen Makel auf seiner weißen Weste: Während der vergangenen Jahrzehnte hat er seine afroamerikanische Herkunft geleugnet und als „Weißer“ unter Weißen gelebt. Doch dann wird sein Dasein in den Grundfesten erschüttert: Ein einziges – angeblich rassistisches – Wort, genügt, um sein Leben zu zerstören. Coleman verliert seinen Ruf, seine Karriere, seine Familie.

Vor Jahrzehnten entschloss sich Coleman Silk dazu, seine afroamerikanische Herkunft zu verleugnen und sich fortan als weißer Jude auszugeben. 1998 verliert der mittlerweile angesehene Literaturprofessor wegen einer angeblich rassistischen Bemerkung Job, Frau und Freunde. Erst in der leidenschaftlichen Beziehung zur mysteriösen Putzfrau Faunia und der Freundschaft zu dem ebenfalls vom Leben gezeichneten Biografen Nathan findet Silk wieder Lebensfreude. Doch die wird durch das Auftauchen von Faunias Ex-Mann jäh getrübt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine amerikanische Tragödie ist das Thema der Bestseller-Verfilmung von Robert Benton („Nobody’s Fool“) nach dem hochgelobten Roman von Philip Roth, der sich mit einer All-Star-Besetzung und einem Drehbuch von „Eine verhängnisvolle Affäre“-Koautor Nicholas Meyer auf den Weg ins Oscar-Rennen macht. Produzent Miramax folgt einmal mehr der Erfolgsformel, mit der zuletzt der Ensemblefilm „The Hours“ ganze neun Nominierungen einstreichen konnte.

    An der Spitze besagten Ensembles wiederum empfiehlt sich Anthony Hopkins in der Rolle eines angesehenen Professors an einem College in New England, der seit 50 Jahren mit einer Lebenslüge lebt: Coleman Silks Haut ist so hell, dass er zu Beginn seiner Laufbahn beschlossen hat, sich unter jüdischer Herkunft durchs Leben zu schlagen, seine familiären Wurzeln verleugnet und als angesehener Repräsentant seiner Fakultät Karriere gemacht hat. Sein politisch vermeintlich korrektes Leben läuft komplett aus dem Ruder, als seine Bemerkung über zwei farbige Studenten als rassistisch interpretiert wird – ein einziges Wort, das zu viele Bedeutungen hat, bringt die aufgebaute Fassade ins Bröckeln. Die Ironie der Situation ist offensichtlich – allerdings nur für Silk. Er verliert den Respekt seiner Kollegen, Freunde wenden sich gegen ihn, seine Frau stirbt. Während sich der Skandal ausweitet, beginnt der Schriftsteller (zugleich die Erzählerfigur) Nathan Zuckerman (Gary Sinise), der an einer Biographie von Silk arbeitet, tiefer in der Vergangenheit des 71-Jährigen zu stöbern, womit sich für den Zuschauer in Rückblenden Silks Vergehen aufzeichnet. Als sich Zuckerman mit Silk anfreundet, erfährt er aber zunächst von einem anderen Geheimnis – der Affäre des Professors mit der jungen Hausmeisterin der Universität, Faunia Farley (Nicole Kidman), die Silk gleichermaßen sexuell wie emotional inspiriert und letztlich zur Konfrontation mit seiner Vergangenheit führt. Faunia trägt eine ähnliche Bürde wie der intellektuelle Coleman: Die gescheiterte Beziehung zu ihrem Ex-Mann Lester (Ed Harris), der sein Vietnamtrauma verarbeitet, und der tragische Tod ihrer Kinder verfolgt sie genauso wie ihre eigene vom Missbrauch durch den Stiefvater gezeichnete Kindheit.

    Als wohl attraktivste Putzfrau der nördlichen Hemisphäre erinnert Kidman insbesondere in den freizügigen Sexszenen mit Hopkins an ihre Arztgattin aus „Eyes Wide Shut“. Nicht nur, wenn Silk Viagra einnimmt wie Vitamintabletten, um die letzte Liebe seines Lebens wahrhaftig zu erleben, mag man auch für ihn nur schwer Sympathien aufbringen – für einen der gescheiterten Charaktere dieser Studie, deren Makel sich in der Tragödie zwischen der scheinbar unvereinbaren Sehnsucht nach Freiheit und Identität, zwischen Rassismus und Vorurteil, menschlichem und fehlerfreien Handeln manifestieren. Zweifellos handelt es sich bei beiden Protagonisten um zwei der besten Schauspieler unserer Zeit – dennoch hätte womöglich dem Proletarier-Charme auf der einen, den afroamerikanischen Wurzeln auf der anderen und letztlich dem glaubwürdigen Vordringen zum Kern der Figuren auf beiden Seiten womöglich eine andere Besetzung besser getan. Makellos ist ihre handwerkliche Leistung allemal – wie das aller Beteiligten übrigens auch. Benton, der bereits für „Kramer gegen Kramer“ seinerzeit sechsmal für den Oscar nominiert war und die Auszeichnung bereits zweimal gewann, bewies zuletzt unter anderem mit „Nobody’s Fool“ und „Zwielicht“ wieder seine ruhige und sensible Hand für das Zusammenspiel komplexer Charaktere vor dem Hintergrund eines kontroversen Themas, das hier von einem der wichtigsten zeitgenössischen amerikanischen Autoren vorgegeben, in der Ära der Clinton-Lewinsky-Affäre angesiedelt ist und einen tiefen Einblick in die amerikanische Psyche erlaubt. Eine bewegende wie intellektuelle Auseinandersetzung mit den Schatten der eigenen Vergangenheit, die besonders dann mit ausdrucksstarken Bildern überzeugt, wo Worte nichts hinzufügen können. cm.

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