Der Mann von der Botschaft

   Kinostart: 29.11.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Drama um die ungewöhnliche Beziehung eines Botschaftsangehörigen und eines Straßenmädchens.

Der Diplomat Herbert Neumann (Burghart Klaußner) arbeitet in der deutschen Botschaft in Georgiens Hauptstadt Tiflis. Sein wenig bedeutsamer Job erstickt ihn mit Langeweile. Die grassierende Einsamkeit kann er auch mit sporadischem Sex mit Botschaftsmitarbeiterin Nana nicht überwinden. Als er auf einem Markt dem 12-jährigen Flüchtlingsmädchen Sashka (Lika Martinova) begegnet, entsteht eine heitere Freundschaft, die ihn wieder aufleben lässt. Doch bald sieht er sich Misstrauen und Verdächtigungen ausgesetzt.

Eine über kulturelle Grenzen hinweg gespannte Beziehung zwischen einem deutschen Bürokraten und einem georgischen Flüchtlingskind gibt Anlass für provokante Fragen in Dito Tsintsadzes („Lost Killers„) ruhigem Locarno-Beitrag um ein ungleiches Paar.

Der Mann von der Botschaft im georgischen Tbilisi heißt Herbert Neumann. Er fühlt sich fremd in einem Land, dessen Sprache er nicht versteht. Als ihm das Straßenmädchen Sashka die Geldbörse auf dem Markt stehlen will, übergibt er sie erst den Ordnungskräften, rettet sie dann vor deren Willkür und nimmt sie sogar auf der Flucht im Auto mit. Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Mann von der Botschaft: Drama um die ungewöhnliche Beziehung eines Botschaftsangehörigen und eines Straßenmädchens.

    Burghart Klaußner wurde als melancholischer Botschaftsangestellter mit dem Goldenen Leoparden für den Besten Hauptdarsteller ausgezeichnet.

    Es ist eine sehr spröde und sehr seltsame Geschichte, die Dito Tsintsadze („Schussangst“) langsam und unaufgeregt erzählt. Der Mann von der Botschaft im georgischen Tbilisi heißt Herbert Neumann, unauffällig und ohne großen Elan erledigt er seine Aufgaben, fühlt sich fremd in einem Land, dessen Sprache er nicht versteht. Als ihm das Straßenmädchen Sashka die Geldbörse auf dem Markt stehlen will, übergibt er sie erst den Ordnungskräften, rettet sie dann vor deren Willkür und nimmt sie sogar auf der Flucht im Auto mit. Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft, die den Referenten für entwicklungspolitische Zusammenarbeit in eine nicht nur moralische Zwickmühle bringt. Was aus einem Schutzinstinkt begann, endet in Verdächtigungen, Erpressung und Gewalt. Es bleibt lange offen, in welche Richtung sich die Handlung bewegt, das Mädchen wirkt in seinen Klamotten wie ein Junge, was erst auf pädophile Neigungen schließen lässt. Wenn es sich am Ende im dünnen Fähnchen wiegt, weiß man wieder nicht, ob der Deutsche nur ein Gutmensch ist, der helfen und die eigene Einsamkeit überwinden will oder vielleicht doch etwas anderes dahinter steckt. Das Diplomatenleben stellt sich als monotone Abfolge von offiziellen Anlässen und langweiliger Büroarbeit dar, Plantschen im Pool der Botschaft, Pflegen von Vorurteilen und kleinen Sticheleien (ganz groß auf diesem Gebiet Irm Hermann als schmallippige Kollegin). Alles passiert nebenbei, der schnelle Sex mit der einheimischen Botschaftssekretärin, die sich wiederholenden Markt-Einkäufe, die Stippvisiten im Flüchtlingslager, die abendlichen Computerspiele, Treffen mit georgischen Geschäftsleuten und ihren halbseidenen Begleitungen. Die Annäherung zwischen Mann und Mädchen ist von Sympathie geprägt, gegenseitigem Verständnis ohne Worte, aber auch der Unmöglichkeit von unschuldiger Freundschaft in einer Welt der Korruption und permanenten Misstrauens. Dabei fällt es nicht leicht, die einzelnen Fragmente zusammenzusetzen und sich auf dieses ästhetisch sehr dem Minimalismus zuneigende Abenteuer einzulassen. Burghart Klaußner spielt die Hauptfigur eines in sich verlorenen Menschen zurückhaltend und von leiser Trauer umweht. Den Goldenen Leoparden in Locarno hat er verdient. mk.

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