Filmhandlung und Hintergrund

Remake des italienischen Films "Ein letzter Kuss" mit Shooting Star Zach Braff.

Architekt Michael (Zach Braff) sieht mit gemischten Gefühlen dem bevorstehenden 30. Geburtstag entgegen. Könnte es sein, dass es nun ein Ende hat mit jugendlicher Experimentierfreude und Spontanität? Dass nun das Spießerleben mit Kindern, Eigenheim und immer derselben Frau bevorsteht? Fast sieht es so aus: Freundin Jenna (Jacinda Barrett) ist schon seit zehn Wochen schwanger, und mancher Kumpel ächzt bereits im Ehejoch. Da taucht anlässlich der Hochzeit des besten Freundes eine neue Flamme (Rachel Bilson) auf, und Michael gerät ins Wanken.

Schauspieler Tony Goldwyn inszenierte das von Oscar-Preisträger Paul Haggis reibungslos amerikanisierte Hollywood-Remake der italienischen Romantikkomödie „Ein letzter Kuss„.

Im Gegensatz zu seinen besten Freunden hat der 29-jährige Michael zwar die ruhigeren Gewässer des Lebens bereits erreicht, doch als seine Freundin überraschend schwanger wird und sich die perfekte Beziehung in Familie mit Haus und Garten zu verwandeln scheint, gerät er in eine vorzeitige Midlife-Crisis. Da begegnet ihm die junge, lebensfrohe Kim. Nach einem Kuss mit ihr stellt sich Michael die Frage, ob er seine Zukunft als Familienvater aufs Spiel setzen soll.

Michaels 30. Geburtstag steht unmittelbar bevor, als ihm seine langjährige Freundin Jenna offenbart, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Mit der Vorstellung, die wilden Jahre könnten damit endgültig vorbei sein, kann Michael sich nicht so recht anfreunden, und so schlittert er in einen One Night Stand mit der deutlich jüngeren Kim. Das Beispiel seines Freundes Chris, der sich nach der Geburt seines Sohnes mit Frau Lisa häufiger streitet als jemals zuvor, hilft Michael genauso wenig weiter wie das Leben des Schürzenjägers Kenny.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Der letzte Kuss“ ist ein amerikanisches Remake des italienischen „L’Ultimo Bacio“ von 2001. Niemand Geringerer als der Autor von „Million Dollar Baby“ und Regisseur von „L.A.Crash“, Paul Haggis, hat das Screenplay geschrieben. Angeblich soll der Film von Regisseur Tony Goldwyn ein Komödiendrama sein, womit die Probleme schon beginnen, die einen im Kinoraum bald vom Sitz zu heben drohen. Witze beschränken sich im wesentlichen auf Michaels, gespielt von Zach Braff, Verlegenheitsmimik in Dialogen. Dramen wiederum drängen zahlreich auf die Bühne, haben aber ihre Lösung schon im Schlepptau.

      Das Ganze geht dann ungefähr so: Jenna will ihren Vater trösten, der gerade von ihrer Mutter verlassen wurde. Da kommt ein Anruf, dass der Vater eines Freundes von Michael gestorben ist. Jenna also eilt zum Freund, ist klar, doch dort erfährt sie, dass Michael sie belogen hat und gar nicht mit Chris ausgegangen ist. Sie will also Michael per Handy erreichen, die Anderen sind vergessen. Bis sie, was sie schnell macht, ist auch klar, wieder bei ihren Eltern einzieht, sind die neu vereint. Sie schafften es gar, ihre Versöhnung auf eine dazwischen geschnittene, wortlose Miniszene zu komprimieren. In diesem Verlauf wird leider aber nie angedeutet, ob man vielleicht den Spaßfaktor einer kurvenreichen Bauerntheater-Dynamik beabsichtigte.

      Die Ausgangslage lautete: Männer Ende 20 fürchten sich vor dem Erwachsenwerden und können mit Frauen im gleichen Alter, die Kinder wollen oder gar erwarten, relativ wenig anfangen. Das Unschöne ist, dass Michael und seine Freunde entsetzlich kindisch, ja abstoßend unsympathisch wirken, während sie vom Schicksal an der Hand gezerrt werden. Je stärker die Beziehungskrisen eskalieren, desto mehr Zeit haben die Figuren tagsüber so – vermutlich aber war die latente moralische Aussage nicht beabsichtigt, wonach Müßiggang aller Laster Anfang ist.

      Das verführerische Mädchen Kim, das Jenna ziemlich ähnlich sieht, nur mehr Wimperntusche trägt, kichert und nuschelt oft, als hätte sie was eingenommen. Michael macht die unglaubwürdigste Minutenwandlung von Ich-will-nicht-untreu-werden, zu Ich-will-doch, zu Ich-bereue-entsetzlich durch, die seit den Anfängen bewegter Bilder behauptet worden sein mag. Und Jenna kommt um kofferschleppende Hysterie schon deswegen nicht herum, weil die Kamera sie dabei hektisch nahe an der Karosserie des Geländewagens begleiten will, den sie, man weiß nicht wie, doch noch unfallfrei ausparkt.

      Das Stilmittel des Springens von einem Schauplatz zum anderen kennt man aus „L.A. Crash“. Dass es hier jeweils um Emotionen geht, merkt man, weil zum Teil folkige Love Songs einsetzen, die aus einer Parallelwelt stammen. Das Ende schließlich... lässt einen vergessen, den Mund zu schließen. Paul Haggis hat bewiesen, dass er auch nur ein Mensch ist, das nimmt ihm wenig von seinem guten Ruf. „Der letzte Kuss“ hingegen lässt betretene Zeugen zurück.

      Fazit: Markante Bauchlandung zum Thema Geschlechterkriege und Erwachsenwerden mit Ende 20.
    2. Der letzte Kuss: Remake des italienischen Films "Ein letzter Kuss" mit Shooting Star Zach Braff.

      Amerikanisiertes Remake der italienischen Beziehungsdramedy „Ein letzter Kuss“ von 2001, das „L.A. Crash“-Ocarpreisträger Paul Haggis als Drehbuchautor und Shooting Star Zach Braff („Garden State“) in der Hauptrolle vorweisen kann.

      „Trau keinem über 30!“ ist ein vielsagender Ausspruch, der jeden jenseits dieser Altersschallgrenze endgültig zum langweilig-verantwortungsbewussten Erwachsenen abstempelt. Mit dieser herannahenden (symbolischen) Reifeprüfung haben die männlichen Endzwanziger im von Tony Goldwyn („Someone Like You“) inszenierten Remake ein empfindliches Problem. Allen voran Protagonist Michael, der eigentlich mit seinem Leben zufrieden sein könnte. So erfreut er sich einer erfolgreichen Karriere als Architekt und einer harmonischen Beziehung mit der hübschen und smarten Traumfrau Jenna (Jacinda Barrett). Doch als sie schwanger wird, gerät er innerlich in Panik. Ein abtörnendes Beispiel für bevorstehenden Familienfrust bildet Michaels Freund Chris (Casey Affleck), der von seiner konstant keifenden Frau und ihrem weinenden Baby an den Rand der Verzweiflung getrieben wird. Als Michael bei einer Hochzeit von der sexy Collegestudentin Kim (Rachel Bilson aus der TV-Serie „OC“) ungeniert angebaggert wird, verspürt er erstmals statt lähmender Routine und undefinierbarer Sehnsucht wieder Gefühle von abenteuerlustiger Spontanität und prickelnder Lebendigkeit. Trotz seines anfänglichen Zögerns stürzt er sich in einen One-Night-Stand mit der jungen Nymphe und bezahlt diesen Vertrauensbruch mit bitteren Konsequenzen. Ebenfalls vor den Scherben ihrer Beziehung stehen Jennas Eltern (Blythe Danner und Tom Wilkinson demonstrieren famos die Gefühlsstarre und -hilflosigkeit der Elterngeneration) nach ihrer 30jährigen Ehe. Letztlich erlangen jedoch (fast) alle Beteiligten einen gewissen Grad an emotionaler Reife.

      Aufgelockert werden all diese schwermütig-melodramatischen Aspekte vorrangig durch die locker-lakonische Performance von Braff und etwas Situationskomik. Etwas unglücklich mutet an, dass ein Großteil der Figuren – und dabei vor allem die weiblichen – eher unsympathisch angelegt werden. Es fehlt an den charmant-eigenwilligen Individuen (und jemanden vom hinreißenden Kaliber einer Natalie Portman), die „Garden State“ so vergnüglich machten. Stattdessen wird den stets nörgelnd mehr Intimität und Verantwortungsbewusstsein fordernden Frauen des Films grundsätzlich der schwarze Peter für das emotionale Leiden der sich infantil egoistisch verhaltenden Männer zugeschoben. Angesichts des Umstandes, dass sich das Zielpublikum in erster Linie aus dem sogenannten „schwachen“ Geschlecht zusammensetzt, war dies vielleicht nicht gerade die stärkste Idee der Filmemacher. ara.
    3. „Wertvoll”

        Männer sind anders, Frauen auch, so ließe sich der Film unter der Regie von Tony Goldwyn nach einem Buch von Paul Haggis charakterisieren. Was hier mit feinem Humor abgehandelt wird, das ist einmal mehr die „alte Geschichte“ von Männern, die keine Verantwortung übernehmen wollen, und von Frauen, die das satt haben. Diesem Thema, das in jeder Generation erneut behandelt werden muss, gewinnt der klug gebaute Film manch schöne Überraschung und eine nicht unbeträchtliche Tiefe ab.

        Mit geschicktem dramaturgischem Aufbau werden die Akteure eingeführt. Eine Gruppe von Highschool-Freunden um die 30 trifft man beim Junggesellenabschied, denn einer der Freunde heiratet. Bereits bei seiner Hochzeit am nächsten Tag ereilt den nächsten die Krise in Gestalt einer attraktiven Flötistin, die ihn verführen will. Er bleibt standhaft, wird dafür aber von seiner Freundin, die ein Kind erwartet, hart bestraft, was ihn umgehend rückfällig werden lässt. An seinem Beispiel wird nun erzählt, wie die Krise entsteht, wächst und sich schließlich vielleicht doch lösen lässt. Der Film bringt auch die Elterngeneration überzeugend ins Spiel.

        Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet und stimmig besetzt. Dabei erhebt sich kein moralischer Zeigefinger. Eine Freundesclique in den späten Zwanzigern und auch ein „altes“ Ehepaar lassen den Zuschauer miterleben, wie schwer es manchmal sein kann, dem anderen nicht weh zu tun. Der Film zeigt die klassischen Konfliktsituationen, ohne in platte Klischees zu verfallen. Unterhaltsam fächert er all die Möglichkeiten auf, die in Paarbeziehungen zu lauern scheinen. Und wenn der Vater den Schwiegersohn ermutigt: „Du kannst nicht verlieren, wenn du nicht aufgibst“, möchte das wirklich jeder gerne glauben.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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