Der letzte Applaus (2008)

Der letzte Applaus Poster

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Der letzte Applaus: Bewegende Hommage an eine historische Tangobar in Buenos Aires und die mit ihr gealterten Sänger mit fantastischem Soundtrack.

In Pompeya, einem Viertel von Buenos Aires, lag die Tangobar “Bar El Chino”, die landesweit für ihre melancholischen Sänger berühmt war. Heute sind die Barden gealtert und vergessen, ihr Ruhm Vergangenheit. Als der Besitzer 2001 unter mysteriösen Umständen starb, ruinierte seine Witwe den lebensfrohen Ort binnen Wochen. Die Sänger müssen seit der Wirtschaftskrise ums Überleben kämpfen. Sie träumen davon, noch einmal vor ihrem Publikum zu singen.

Bewegende und musikalisch famose Doku über die Solisten der berühmtesten Tangobar Argentiniens. 30 Jahre lang sangen sie über Liebe, Trauer und ihre Stadt, bis sie entlassen wurden. German Kral (“Música Cubana”) versteht es, ihre Sehnsüchte mit einem klasse Soundtrack zu verbinden.

Vor 30 Jahren erlebte die Tangobar “El Chino” in Buenos Aires eine Erfolgsgeschichte wie im Bilderbuch. Als Treffpunkt für Freunde des Tango avancierte sie zum Mittelpunkt der Szene und brachte so einige Musikergrößen hervor. Nachdem der Besitzer 2001 starb, wurde das Lokal schon bald geschlossen. Die zurückgebliebenen Künstler versuchen nun tagtäglich, die Musik aufrechtzuerhalten und ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten.

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Kritikerrezensionen

  • Bewegende Hommage an eine historische Tangobar in Buenos Aires und die mit ihr gealterten Sänger mit fantastischem Soundtrack.

    Der Anblick der sehr reifen Herren und Damen, die in der berühmten “Bar El Chino” aufgetreten sind, erinnert an Wim Wenders’ “Buena Vista Social Club”, und German Krals Doku über diesen einstigen Treffpunkt mit urigen Vertretern des traditionellen Tango ist so etwas wie “Tango Social Club”. Nicht supererotische Gestalten bevölkern die Tanzfläche, sondern ganz normale Leute aus dem Viertel, alt und jung, arm und reich.

    Der 1968 in Buenos Aires geborene und seit 1991 in Deutschland lebende Filmemacher kehrt in seine Heimat zurück und taucht ein in das Milieu dieser legendären Bar am Rand der Metropole, benannt nach ihrem Besitzer El Chino, der aber nichts mit China zu tun hatte, sondern Nachfahre spanischer Immigranten war. In seiner Bar pulsierte das Herz des volkstümlichen Tango, ehrlich und heftig. Die Sänger erzählten in ihren melancholischen Melodien von Liebe und Leidenschaft, Schmerz und Trauer. Die verwaschenen Bilder passen zur Atmosphäre des leicht heruntergekommenen Lokals mit seinem schäbigen Charme und der Patina längst vergangener goldener Jahre.

    Insgesamt drei Mal besuchte Kral die Bar und wurde Zeuge dramatischer Veränderungen, an deren Ende der letzte Tango steht. HFF-Professorin Doris Dörrie gab ihm den Tipp, sich diesen Ort der Nostalgie doch einmal anzuschauen. Beim ersten Besuch 1999 tobt noch das Leben im “El Chino”, zwei Jahre später ist die Stimmung gedrückt, der Besitzer liegt im Krankenhaus, 2003 hatte ein Teil der Musiker sich mit den neuen Besitzern zerstritten und seinem Lieblingsplatz den Rücken gekehrt.

    Die Doku hält ein Stück Zeitgeschichte fest und persönliche Schicksale, keine Exotik, sondern Alltag. Und in dem spielen die mit allen Wassern gewaschenen Sänger, darunter Legenden wie die 81-jährige Inès Arce, die 26 Jahre im “El Chino” auftrat, oder der 70-jährige Horacio Acosta, und die jungen Orchestermusiker so richtig mit Spaß an der Sache und den verführerischen Klängen auf. Und mit dem letzten wehmütigen Applaus verschwindet auch ein kleines liebenswürdiges Stück Leben und Intimität aus der großen anonymen Stadt. mk.

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