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Der Kuss des Bären

   Kinostart: 11.12.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Modernes Märchen über die Liebe einer jungen Artistin, die einen Braunbären in einen Mann verwandelt.

Artistentochter Lola (Rebecka Liljeberg) reist mit ihrem Wanderzirkus von Rußland Richtung Spanien, als russische Wilderer dem Direktor einen jungen Bären verkaufen. Lola verliebt sich auf der Stelle in den Teddy und nimmt ihn auch dann noch unter ihre Fittiche, als aus dem kleinen Kuschel ein mächtiges Raubtier erwachsen ist. Umso überraschter ist sie, eines Tages statt Meister Petz einen nackten, jungen Mann in dem Käfig zu finden. Der behauptet felsenfest, der Bär zu sein…

Germanys Joachim Król ist mit von der internationalen Partie, wenn Rußlands Regisseur Sergej Bodrow Personal aus aller (Euro-)Herren Länder zur Märchenreise für Erwachsene bittet.

Die 14-jährige Lola arbeitet mit ihrer Mutter in einem russischen Zirkus und liebt den jungen Braunbären Leo, der sich nachts in einen jungen Mann verwandelt. Durch Lolas Liebe könnte Leo für immer in menschlicher Gestalt bleiben - vorausgesetzt, er tötet innerhalb eines Jahres keinen Menschen mehr. Doch als er Lola aus großer Gefahr retten muss, bricht Leo die Regel.

Die 14-jährige Zirkusartistin Lola, ein Findling, überredet ihre Zieheltern, ihr einen jungen Bären zu kaufen. Mischa tauft sie das Tier, ihren treuen Gefährten auf der langen Reise von Russland nach Spanien. Eines Tages ist der Bär verschwunden und im Käfig sitzt ein junger Mann, der vorgibt, Mischa zu sein. Lola traut ihren Augen nicht, befragt in der Kirche Gott, ob sie vielleicht den Verstand verloren hat. Doch Mischa ist tatsächlich ein Gestaltwandler, ein Wesen gefangen zwischen den Welten, das sich als Mensch erst bewähren muss.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Kuss des Bären: Modernes Märchen über die Liebe einer jungen Artistin, die einen Braunbären in einen Mann verwandelt.

    Sergei Bodrov, Vorreiter und Exponent der „Neuen Welle“ des russischen Films, bekannt für seine harten, sozialkritischen (Polit-)Dramen wie etwa dem Oscar-nominierten „Gefangen im Kaukasus“ (1996), überraschte 2002 auf den Filmfestspielen von Venedig mit der märchenhaften Liebesgeschichte „Der Kuss des Bären“. Schön fotografiert und gut besetzt, zielt diese unkonventionelle, ruhige Arbeit eher auf ein aufgeschlossenes Arthouse-Publikum.

    Aus deutscher Sicht, ob der Diskussionen um Doris Dörries „Nackt“ und Winfried Bonengels „Führer Ex“ 2002 am Lido fast übersehen, kommt der diskussionswürdige Wettbewerbsbeitrag des sibirischen Regisseurs nun in die heimischen Kinos. Weitgehend mit deutschen Mitteln finanziert, von Schweden, Russland, Spanien, Frankreich und Italien koproduziert, fußt die Arbeit des 1948 geborenen Filmemachers angeblich auf einem Lied eines Schamanen, in dem der behauptet, Sohn eines Bären zu sein. „Don’t be afraid to believe!“ - sinngemäß also „Fürchte dich nicht, das Unglaubliche zu glauben“ - steht dem Film als Motto folgerichtig voran, während die animierte Eröffnungssequenz, in der ein Mädchen durch den Wald spaziert, auf den märchenhaften Charakter der Geschichte verweist.

    Das kleine Mädchen könnte die 14-jährige Zirkusartistin, der Findling Lola sein, die ihre Zieheltern dazu überredet, ihr einen jungen Bären zu kaufen. Misha tauft sie das Tier, ihren treuen Gefährten auf der langen, beschwerlichen Reise von Russland nach Spanien. Eines Tages ist der Bär verschwunden und im Käfig sitzt ein junger Mann, der vorgibt, Mischa zu sein. Lola traut ihren Augen nicht, befragt in der Kirche Gott, ob sie vielleicht den Verstand verloren hat. Doch Mischa ist tatsächlich ein Gestaltwandler, ein Wesen, gefangen zwischen den Welten, das sich als Mensch erst bewähren muss.

    Als Mischung aus Road Movie und fantastischer Fabel, aus klassischer Liebesgeschichte und modernem Drama legt Bodrov „Der Kuss des Bären“ an. Viel, manchmal vielleicht sogar zu viel packt er in seine eigentlich einfache Geschichte um die Allmacht der Liebe, deren Kraft größer ist als jede Realität. Oft bleibt er zu wenig nah am Thema, verliert seine Heldin Lola, gespielt von der jungen Schwedin Rebecka Liljeberg („Raus aus Amal“), aus den Augen, verzettelt sich in (durchaus interessanten) Nebenschauplätzen und spart (leider) nicht mit Klischees und Stereotypen wie geldgierigen Russen, heißblütigen Italienern, vulgären Deutschen oder Flamenco-tanzenden Spaniern.

    Als zuverlässig, teilweise auch sehr gut, erweist sich in diesem in Englisch gedrehten „Europudding“ die internationale Besetzung, aus der Joachim Król als Gruppo der Clown, Keith Allen als Lou, Chef einer Straßentheatertruppe, und Sergei Bodrov Jr., der bei einem Lawinenunglück tödlich verunglückte Sohn des Regisseurs, als animalisch-erotischer Bären-Mensch herausragen. Auf optischer Ebene verzaubern die verblüffenden Kostüme von Karin Lohr, die einfallsreiche Ausstattung Bernd Lepels sowie die farbenfrohe, frische und ruhige Kameraarbeit von Xavier Pérez Grobert. geh.
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