Der Kommissar und das Meer: An einem einsamen Ort

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Krimi nach einem Roman der schwedischen Autorin Mari Jungstedt mit Walter Sittler in der Hauptrolle.

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Kritikerrezensionen

  • Der Kommissar und das Meer: An einem einsamen Ort: TV-Krimi nach einem Roman der schwedischen Autorin Mari Jungstedt mit Walter Sittler in der Hauptrolle.

    Wer derart bestialisch mordet, hatte nicht bloß den Tod des Opfers im Sinn: Eine junge Frau wurde erst ertränkt, dann regelrecht zermetzelt und schließlich aufgehängt. Robert Anders, aus Deutschland eingewanderter schwedischer Kriminalkommissar, kann das Zeichen natürlich nicht deuten. Die Bewohner der schwedischen Ferieninsel Gotland schon: Der grausame Mord entspricht einem uralten Wikingerritual.

    Weiß man dann noch, dass der Baum, an dem der Leichnam hängt, auf einer als heilig geltenden Wikingerstätte steht, ist die Botschaft klar, zumal die Frau, eine Archäologiestudentin, den Ort zuvor durch Grabungen entweiht hatte. Prompt fällt der Verdacht auf eine Gruppe Naturschützer, die sich dem Schutz des Geländes verschrieben haben: Der Vater der Toten will hier eine Hotelsiedlung errichten. Allein Anders, der als Zugereister die Dinge nüchtern analysieren kann, glaubt nicht an den Ritualmord.

    Alte Krimihasen werden schon nach einer halben Stunde ahnen, wer die junge Frau tatsächlich auf dem Gewissen hat. Sogar mit dem Motiv werden sie richtig liegen, obwohl das Drehbuch (Henriette Piper und Peter Petersen, nach einem Roman der Schwedin Mari Jungstedt) diese Ahnung zunächst sehr clever als falsche Fährte ausgibt. Für die Einen liegt die Spannung des Krimis also in der Frage, ob sich ihre Vermutung bestätigen wird, für die Anderen präsentiert die Geschichte eine gleichfalls plausible Alternative: Das Interesse des Doktorvaters der Studentin ging offenbar deutlich über ihre Promotionsforschungen hinaus; sehr zum Unmut seiner impulsiven und äußerst eifersüchtigen Gattin übrigens.

    Geschickt kombiniert der Film den für skandinavische Krimis so typischen Gegensatz aus reizvoller Landschaft und grausamen Verbrechen mit deutschem Produktions-Knowhow. Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus Schweden und Dänemark, deren Inszenierungen dank ihrer Vorliebe für Atmosphäre mitunter auch gewisse Längen haben, konzentriert sich Regisseur Anno Saul ganz auf den Fall und die handelnden Personen. Dass wiederum ausgerechnet die Hauptfigur, von Walter Sittler gewohnt gelassen und sympathisch verkörpert, mittlerweile gewisse routinierte Züge hat, ist zwar schade, aber völlig normal; im dritten Film muss nicht erneut lang und breit thematisiert werden, dass Robert Anders aus Deutschland stammt. Schade nur, dass auch seine Wasserphobie gar keine Rolle mehr spielt.

    Ungleich irritierender aber ist die Tonspur des Films: Sittler spricht sich natürlich selbst, doch die restlichen Darsteller sind Einheimische und mussten synchronisiert werden. Diesen Teil der Postproduktion hat Saul zwar persönlich überwacht, doch auch er konnte nicht verhindern, dass den Dialogen jene für synchronisierte Fernsehfilme so typische Künstlichkeit anhaftet. Die Sprecherleistungen sind zum Teil sogar richtig schlecht, was die Qualität des Films naturgemäß erheblich mindert. tpg.

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