Der gestohlene Mond

  1. Ø 0
   2003
Der gestohlene Mond Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Der gestohlene Mond: Großstadtmärchen um einen Fotografen, der vor seinen Problemen davonläuft, bis er plötzlich die Verantwortung für einen kleinen vietnamesischen Jungen übernehmen soll.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • „Warum immer ich?!“, fragt sich Nikolaus „Nick“ Ataman verzweifelt. Der Mann hat aber auch in der Tat eine Menge Pech: Wenn ihm eine Galeristin eine Ausstellung seiner Fotos verspricht, geht sie zwar garantiert mit ihm ins Bett, aber eine Ausstellung gibt’s trotzdem nicht. Wenn er Landsleute beim Billard abzockt, kann man darauf wetten, dass sie hinter der nächsten Ecke lauern, ihm die Kohle wieder abnehmen und ihm außerdem eins überbraten. Und wenn irgendwelche asiatischen Mafiosi eine Vietnamesin so unsanft aus dem Revier drängen, dass sie ins Krankenhaus muss, wen sucht sich dann ihr kleiner Sohn aus, um sich wie eine Klette an ihn zu hängen? Genau: Nick (Birol Ünel). Dabei hat der ganz andere Sorgen: Wenn er nicht schleunigst 5.000 Euro auftreibt, muss er zum türkischen Militär. Den Kleinen kann er so gut brauchen wie ein Loch im Kopf, und auch die rigorose Reinigungsbesitzerin Lisa (Lisa Martinek), die ihm immer ins Gewissen redet, wenn der Junge mal wieder abhanden gekommen ist, geht ihm ziemlich auf die Nerven. Zu allem Überfluss kommen auch noch zwei finstere Russen ins Spiel, die einen ominösen Schließfachschlüssel suchen und überzeugt sind, ihn bei Nick, Lisa oder dem kleinen Luan (Duy Than Pham) zu finden. Zu dumm, dass sie damit nicht mal falsch liegen: Luan hat ihn eingesteckt, und da es um viel Geld geht, lassen die Russen nicht locker.

    „Der gestohlene Mond“ von Thomas Stiller (Buch und Regie) ist ein ziemlich unordentlicher Film. Es dauert eine Weile, bis man die verschiedenen Handlungsstränge sortiert hat. Und doch gibt es keine Zufälle oder gar Überflüssigkeiten in der Geschichte. Sämtliche Details spielen irgendwann eine Rolle, und das große Chaos um den kleinen Luan ist letztlich natürlich nur der Motor für die Romanze. Bei der Besetzung lag Stiller genau richtig: Birol Ünel spielt seinen charmanten Lebenskünstler, der davon träumt, als Fotograf berühmt zu werden, mit jenem leicht schmuddeligem großmäuligen Charme, wie man ihn von Dieter Landuris kennt. Lisa Martinek stattet ihre Lisa, die alsbald in Nicks Leben die Fäden zieht, mit dem Stolz und der natürlichen Autorität einer Königstochter aus. Und Dietmar Bär gönnt sich ein Kleinod als maulfauler russischer Gangster, Spezialität: Ohren umdrehen.

    Am schönsten aber sind die märchenhaften Elemente, die Stiller meist nur ganz behutsam am Rand einbaut. Die Fenster zum Beispiel zeigen nie die tatsächliche Aussicht auf die Frankfurter Großstadtlandschaft. Nicks japanischer Nachbar blickt auf den Fujiyama, die Vietnamesen sehen sattes Grün mit Mond (der irgendwann verschwindet, daher der Titel), und vor Nicks Fenster steht ein Minarett. Und wenn der Japaner die Russen verprügelt, wechselt der Film zum Zeichentrick. tpg.

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