Der Feind in meinem Leben

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   2012
Der Feind in meinem Leben Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Feind in meinem Leben: TV-Drama um einen Polizisten und Familienvater, der zum Stalker wird.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Die schauspielerische Leistung Katarina Witts ist die große Überraschung dieses sehenswerten Psychodramas über einen Polizisten, der zum Stalker wird.

    Die beiden Welten könnten kaum weiter voneinander entfernt sein. Hier der Streifenpolizist, der mit Müh‘ und Not die Raten für seinen Bausparkredit abstottert, dort der an Glamour gewohnte Eislauf-Star: Das passt einfach nicht zusammen; außer in der Phantasie von Martin Breiler. Matthias Koeberlin verkörpert diesen schleichenden Wandel ungemein glaubwürdig. Schon die erste Begegnung ist großartig gespielt, als Breiler und sein Kollege Lorenz (Martin Brambach) einer Beschwerde über nächtliche Ruhestörung nachgehen und dem Polizisten klar wird, dass die Gastgeberin der Party Katarina Witt ist. Zunächst ist Breiler wie bezaubert, aber dann steigert er sich in eine regelrechte Besessenheit hinein. Er opfert Familie, Beruf und Freundschaften, nur um dem Star nahe zu sein. Breiler wird zum Stalker.

    Viele Aspekte rund um diese Produktion sind ungewöhnlich. Autor und Regisseur Bernd Böhlich, Schöpfer des Potsdamer Polizeihauptmeisters Krause („Polizeiruf 110“), ist durch und durch öffentlich-rechtlich geprägt. Bemerkenswert ist auch die Zurückhaltung, mit der der Grimme-Preisträger den Film umsetzen durfte: „Der Feind in meinem Leben“ (Arbeitstitel war „Das Verhängnis“) kommt komplett ohne die bei solchen Sujets naheliegenden Thriller-Elemente aus. Böhlich schildert den unaufhaltsamen seelischen Absturz seines Protagonisten konsequent als Psychodrama. Die größte Überraschung des Films aber ist Katarina Witt. Sich natürlich zu verhalten, wenn Kameras auf sie gerichtet sind, wird ihr nicht völlig fremd gewesen sein. Trotzdem ist ihre Leistung bemerkenswert. Sie hat nicht nur für die vergleichsweise kurze finale Eiskunstlaufszene trainiert, sondern auch Schauspielunterricht genommen, und das hat sich ausgezahlt. Daher wird es auch sehr bald völlig nebensächlich, wie authentisch die Figur ist, die Witt gemeinsam mit Böhlich entwickelt hat. Ähnlich wie bei Horst Krause, der denselben Namen trägt wie sein Darsteller, sind die Grenzen fließend. Witt vermeidet zudem den Fehler, den Star-Status durch zusätzliches Spiel zu betonen; ihre Leistung zeichnet sich ohnehin durch eine konsequente Sparsamkeit aus. Das macht sie zum perfekten Pendant für Koeberlin, der den Absturz Breilers auch eher nuanciert verkörpert. Ähnlich treffend besetzt ist sein Freund und Partner: Martin Brambach verkörpert gewissermaßen das Korrektiv, einen Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht. Breiler dagegen steigert sich immer stärker in seinen Wahn, weshalb Witt das Versprechen, er werde sie nie mehr aus den Augen lassen, mehr und mehr als Bedrohung empfindet. tpg.

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