Der Dieb

  1. Ø 0
   1997
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Dieb: Für den Oscar nominiertes, sehr emotionales und packendes Drama um Menschen, die sich im Rußland zur Zeit des Kalten Krieges durchschlagen.

Sanya wird kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Seine Mutter ist mittellos und ohne Mann. Als Sanya sechs Jahre ist, treffen er und seine Mutter im Zug den lebenstüchtigen Dieb Tolyan in Soldaten-Uniform. Er stiehlt sich die Herzen von Mutter und Sohn. Fortan ziehen sie gemeinsam durch die Lande, und Tolyan hält die Familie über Wasser, indem er Bekanntschaften betrunken macht und anschließend ausraubt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Um den russischen Film ist es still geworden, die Mosfilm-Studios sind verwaist, die Filmindustrie kocht auf Sparflamme. Daß dennoch „Der Dieb“ von Pawel Chukhrai, eine berührende „Coming of Age“-Geschichte, in diesem Jahr eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film erhielt, läßt für die Zukunft hoffen.

    Produzent Igor Tolstunov von NTV-Profit, die bis zu fünf Spielfilme pro Jahr produzieren will, holte die Franzosen mit ins Boot – Productions Le Pont und Roissy Films, um diesen Film überhaupt finanzieren zu können. In bester russischer Tradition präsentiert Pawel Chukhrai eine Tragikkomödie zwischen Lachen und Weinen in einer Welt voller Chaos. In den frühen 50er Jahren der UDSSR sind die Menschen arm, mehrere Familien teilen sich Wohnraum. Man hilft sich gegenseitig, denn auf den Staat ist kein Verlaß. Auch Katya (Ekaterina Rednikova) und ihren sechsjährigen Sohn Sanya (Misha Philipchuk) treibt es durch das Land. Im Zug lernt die junge Witwe einen schnittigen Offizier (Vladimir Mashkov) kennen und bald darauf lieben. Eine Uniform heißt Autorität und wer in ihr steckt, dem öffnen sich leicht die Türen. Zu leicht, denn der charmante „Kriegsheld“ Tolyan entpuppt sich schnell als gewiefter Betrüger, räumt gutgläubigen Mitmenschen die Wohnung aus, während sie auf seine Einladung hin sich im Zirkus oder Theater vergnügen. Das mag zwar ehrenrührig sein, bringt aber ein angenehmes Leben – bis die Handschellen zuschnappen. Jahre später trifft Sanya eine erbarmungswürdige Gestalt, den einst so bewunderten Ersatzdaddy.

    Was als Gaunerkomödie begann, endet als bittere Tragödie. Der 52jährige Regisseur erzählt aus der Perspektive des Kindes eine Familiengeschichte vom Überleben im Chaos, von schwieriger Vaterbindung und Faszination durch falsche Helden. Gleichzeitig erlebt der Zuschauer durch Sanyas erstaunte Augen das Ende der Stalin-Ära und die Zerrissenheit und Desorientierung eines Landes nach der Diktatur, Parallelen zur Gegenwart drängen sich auf. Für Chukhrai ist sein Film auch ein Blick zurück – nicht nur in die eigene Kindheit, sondern in die schwierige Kindheit der Generation, die vom Stalinismus geprägt wurde und im heutigen Rußland Schlüsselpositionen besetzt hält, sich vielleicht – wie damals – nach einer starken Hand zurücksehnt. mk.

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