Filmhandlung und Hintergrund

Klassisches, ein wenig einfach gestricktes Liebesmelodram mit politischen Untertönen. Vom Regisseur von "Im Namen des Vaters".

Nach 14 Jahren im Gefängnis kehrt Danny Flynn in sein Heimatviertel zurück. Die einstige Boxhoffnung baut den alten Ring aufs Neue auf, um sowohl nordirische als auch irische Kids zu trainieren, und zieht sich damit den Haß des Hardliners Harry zu, dem der Waffenstillstand der IRA nicht so recht schmecken will. Als Danny auch noch mit seiner einstigen Liebe neu anbandelt, bringt er das Faß zum Überlaufen.

Nach 14 Jahren Gefängnis kehrt der IRA-Kämpfer Danny Flynn wieder in die freie Welt zurück. Von Terror-Anschlägen will der 33jährige nichts mehr wissen, dafür umso mehr von Versöhnung. Der passionierte Boxer macht eine Schule auf, in der katholische und evangelische Jugendliche ihre Kräfte friedlich miteinander messen können. Als Danny sich auch noch seiner Jugendliebe Maggie zuwendet, wird er für seine alten Mitstreiter endgültig zum Feind. Denn Maggie ist mit einem inhaftierten IRA-Aktivisten verheiratet und gilt deshalb als unberührbar.

Klassisches, ein wenig einfach gestricktes Liebesmelodram mit politischen Untertönen. Vom Regisseur von „Im Namen des Vaters“.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Boxer: Klassisches, ein wenig einfach gestricktes Liebesmelodram mit politischen Untertönen. Vom Regisseur von "Im Namen des Vaters".

    Erzielte Regisseur Jim Sheridan mit „Im Namen des Vaters“ vor vier Jahren einen eindrucksvollen, mit sieben Oscarnominierungen belohnten, emotionalen K.O., landet er mit „Der Boxer“ erneut einen Sieg – wenngleich nur nach Punkten. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale erzählt eine berührende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der zerissenen nordirischen Befreiungsbewegung und kann trotz mancher Vereinfachungen mit exzellenten Darstellern und gut dosiertem Gefühlshaushalt überzeugen.

    Wie schon in „Mütter & Söhne“ versuchen die Autoren Terry George und Jim Sheridan abermals eine emotionale Gratwanderung zwischen Sympathie für politische Ziele der nordirischen Aktivisten (Vertreibung des britischen Militärs) und deutlicher Kritik an den eingesetzten blutigen Mitteln. Mit „The Boxer“ geraten die verblendeten „Provisionals“, der schon vor Jahren abgespaltene radikale IRA-Flügel, endgültig ins Abseits, soll die Last des Kampfes auf die Schulter der gemäßigten, mit dem Polit-Sprachrohr Sinn Fein kooperierenden Fraktion gelegt werden. Fast zermalmt in der Reibung zwischen blindem Haß und weitsichtiger Vernunft wird Ex-IRA-Aktivist Danny Flynn (Sheridan-Veteran Daniel Day-Lewis als nicht nur sportlich glaubwürdige Titelfigur), der nach 14jähriger Haft nun am Kriegsschauplatz in Belfast seinen eigenen Frieden sucht. Der IRA und ihrer Gewalt den Rücken kehrend, ist Danny nicht nur politisch, sondern auch privat ein Konfliktherd. Seine Liebe zu Maggie (Emily Watson aus „Breaking The Waves“), der Tochter des lokalen IRA-Führers, opferte er den politischen Zielen – ein Irrtum, den er jetzt korrigieren möchte. Flynn, dem Day-Lewis mit Understatement Profil verleiht, ist eine ideale Identifikationsfigur: unbeugsam, integer, aber für den Zuschauer nicht unerreichbar. Maggie, von der ausdrucksstarken Emily Watson sehr verletzlich angelegt, ein ebenso einnehmendes Pendant. Weil sie, verheiratet mit einem IRA-Häftling, als Frau mit eigenen Wünschen und Gefühlen von den Solidaritätserwartungen ihres Umfelds stillgelegt wurde, ist ihre wiederbelebte Liebe ein gefährliches Tabu. Gäbe sich Sheridan nur realistisch, hätte diese Love Story aus der Vergangenheit keine Zukunft. Der Haß der blindwütigen Radikalen gegen den Pazifisten und deren fast sizilianisch ausgeübte Kontrolle moralischer Regeln treibt die Beziehung ins Ausweglose. Die Love Story und nicht das gestörte Betriebsklima der IRA ist aber für den Zuschauer der emotionale Kern von „The Boxer“, und das Wissen darum läßt die Autoren Kurs auf ein optimistisches, aber unglaubwürdiges Finale nehmen. Dafür opfert der Film eine ausgewogenere Charakterzeichnung, verlegt sich auf eine konventionelle Dramaturgie, in der Dannys Rivale, ein Hardliner, zum Advokat des Teufels wird. Einen größeren Schaden trägt „The Boxer“ freilich nicht davon. Zu gelungen sind intime emotionale Momente zwischen den Liebenden, zu involvierend sämtliche Darsteller, zu authentisch wirkend das Front-Milieu in Belfast, das Sheridan in einer plakativen, aber wirkungsvollen Szene mit britischem Protz kontrastiert. Nach dem relativ enttäuschenden Abschneiden von Terry Georges „Mutter & Söhne“ (und dem bei Nil in Dauer-Warteschleife ausharrenden exzellenten „Nothing Personal“) hat „The Boxer“ durchaus Chancen, mit nordirischer Thematik einen respektablen kommerziellen Treffer zu landen. Im Falle eventueller Oscar-Nominierungen scheint eine Börse in der Nähe von „Im Namen des Vaters“ (Zuschauer: 483.000) in Reichweite. kob.

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