Filmhandlung und Hintergrund

Drama um einen Polizisten, dessen Tochter verdächtigt wird, zwei seiner Kollegen getötet zu haben.

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Kritikerrezensionen

  • Der blinde Fleck: Drama um einen Polizisten, dessen Tochter verdächtigt wird, zwei seiner Kollegen getötet zu haben.

    Mit einer intelligent erzählten Mischung aus Sozialdrama und Krimi leitet Tom Zenker die jüngste Ausgabe der ZDF-Nachwuchsreihe „Gefühlsecht“ ein.

    „Der blinde Fleck“ erzählt die Geschichte des Hauptkommissars Eckhard König, dessen heile Welt zusammenbricht, als seine Tochter Laura in Verdacht gerät, zwei seiner Polizistenkollegen getötet zu haben. Für König kann nicht sein, was nicht sein darf. Er ermittelt auf eigene Faust und wird letztlich sogar selbst zum Mörder.

    Regisseur und Drehbuchautor Zenker, der für „Der blinde Fleck“ mit dem First Steps Award ausgezeichnet wurde, inszeniert die packende Geschichte ohne reißerische Bilder. Die Gewalttaten werden nur am Rande gezeigt, viel mehr steht die Zeichnung der Charaktere und die Entlarvung der scheinbaren Harmonie, in der sie leben, im Vordergrund. Vor allem Jan-Gregor Kremp brilliert in der Rolle des Familienvaters, der sich vom Sympathieträger zum gebrochenen Mann wandelt, der sich von Kollegen und Ehefrau zunehmend entfremdet.

    Durch die komplexe Erzählstruktur von „Der blinde Fleck“ deckt der Regisseur schrittweise die heile Familienwelt der Königs als Trugbild auf. Der Film beginnt mit einer Szene, in der Vater und Tochter nach dem Sporttraining gemeinsam nach Hause fahren. Beide verstehen sich offenbar gut. Wenig später bricht die Nachricht vom angeblichen Polizistenmord, den Laura begangen haben soll, und ihrer Verhaftung scheinbar aus heiterem Himmel in den Alltag ein.

    Zenker zeigt jedoch in zahlreichen Rückblenden, dass bei der kleinen Familie auch vor der Gewalttat keineswegs alles in bester Ordnung gewesen ist. Die Tochter hat sich durch die Beziehung zu ihrem Freund Max verändert, den Sport vernachlässigt und radikale politische Ansichten vertreten. Mit ihren Andeutungen über ein angebliches Verhältnis der Mutter hat sie in der Beziehung der Eltern ein Klima des Misstrauens erzeugt, dass sich nach Lauras Verhaftung weiter verschärft.

    Das „Happy End“ von „Der blinde Fleck“ ist kein wirkliches. Die Tochter kehrt ins Elternhaus zurück. Ihr Freispruch basiert allerdings vor allem auf dem Mangel an Beweisen und der Tatsache, dass ihr Vater den wichtigsten Belastungszeugen „in Notwehr“ erschossen hat. Mit dem Schlussbild greift Zenker das Anfangsmotiv des Films noch einmal auf: Die Reihenhaussiedlung, in der die Königs wohnen, macht immer noch einen beschaulichen Eindruck. Doch hinter der Fassade ist nichts mehr so, wie es einmal war. Der Regisseur lässt den Zuschauer mit vielen offenen Fragen zurück. jl.

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