Filmhandlung und Hintergrund

In meditative Bilder verpackte Geschichte eines Außenseiters in der konsumorientierten, japanischen Gesellschaft.

Takuro bringt seine Frau und ihren Liebhaber um. Nach acht Jahren aus dem Gefängnis entlassen, versucht er sich auf dem Land mit einem Frisiersalon eine neue Existenz aufzubauen. Sein einziger Freund ist wie im Gefängnis ein Aal, mit dem er lange Gespräche führt. Erst seit er eine junge Frau vom Selbstmord abgehalten hat, beginnt er wirklich zu leben.

In meditative Bilder verpackte Geschichte eines Außenseiters in der konsumorientierten, japanischen Gesellschaft.

Darsteller und Crew

  • Kôji Yakusho
    Kôji Yakusho
  • Misa Shimizu
    Misa Shimizu
  • Fujio Tsuneta
    Fujio Tsuneta
  • Mitsuko Baisho
    Mitsuko Baisho
  • Akira Emoto
    Akira Emoto
  • Sho Aikawa
    Sho Aikawa
  • Ken Kobayashi
    Ken Kobayashi
  • Sabu Kawara
    Sabu Kawara
  • Etsuko Ichihara
    Etsuko Ichihara
  • Tomorowo Taguchi
    Tomorowo Taguchi
  • Shohei Imamura
    Shohei Imamura
  • Motofumi Tomikawa
    Motofumi Tomikawa
  • Daisuke Tengan
    Daisuke Tengan
  • Hisao Iino
    Hisao Iino
  • Shigeru Komatsubara
    Shigeru Komatsubara
  • Hajime Okayasu
    Hajime Okayasu
  • Shinichiro Ikebe
    Shinichiro Ikebe

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Aal: In meditative Bilder verpackte Geschichte eines Außenseiters in der konsumorientierten, japanischen Gesellschaft.

    Der japanische Altmeister Shohei Imamura scheint das Glückskind der Croisette zu sein. Schon fünf Mal nahm er am Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes teil, 1983 erhielt er die begehrte Trophäe für „The Ballad of Nayarama“, 1989 den Technikpreis für „Schwarzer Regen“, der durch eine exzellente schwarzweiß Kamera das Grauen der Hiroshima-Katastrophe beschwört, und in diesem Jahr wurde „Unagi“ (Der Aal) ex aequo mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

    In „Der Aal“ erzählt der 70-jährige Regisseur das Schicksal von Takuro (Koji Yakusho). Als Prolog erlebt der Zuschauer, wie der passionierte Angler seine untreue Frau samt Liebhaber im Affekt brutal umbringt und sich dann der Polizei stellt. Nach acht Jahren kommt der Mann auf Bewährung frei und versucht, sich auf dem Land mit einem Friseursalon eine neue Existenz aufzubauen. Sein einziger Freund und Kommunikationspartner in der Haft war ein Aal, den er auch in der neuen Freiheit als Vertrauten betrachtet und mit dem er lange Zwiegespräche hält. Erst die Liebe einer jungen Frau, die er vor dem Suizid rettet, ändert sein Leben, gibt ihm Mut und neue Perspektiven.

    In meditativen Bildern zeichnet Imamura die Isolation eines Außenseiters in der konsumorientierten japanischen Gesellschaft und läßt trotz allem Hoffnung auf den Sieg der Menschlichkeit in einer kalten Welt aufkommen. Den drei Drehbuchautoren Motofumi Tomikawa, Daisuke Tengan und Shohei Imamura gelingt es allerdings nicht, der psychologisch orientierten Story eine spannende Dramaturgie einzuhauchen. Im Stil der fünfziger Jahre ist „Der Aal“ solide, aber ohne jegliche Inspiration inszeniert; Journalisten verließen in Cannnes die Vorführung in Scharen. Die schwermütige Adaption des japanischen Bestsellers von Akira Yoshiura ist für westliche Zuschauer nicht ganz einfach nachzuvollziehen und wird es an der Kinokasse, sollte sie überhaupt einen Verleiher finden, äußerst schwer haben. Dabei wollte Imamura, der 1975 die renommierte, staatlich anerkannte Filmschule Nihon Eiga Gakko gründete, ein junges Publikum mit dieser 1,6 Mio.-Dollar-Produktion ansprechen. Mehr als einen Preis zu gewinnen, lag ihm daran, die Lebendigkeit japanischen Kinos zu zeigen. Vielleicht hilft die Goldene Palme Imamura, sein aus finanziellen Gründen bisher auf Eis gelegtes Traumprojekt, den gegen Ende des Krieges angesiedelten Historienfilm „Doktor Akagi“, zu realisieren. Dann hätte die Auszeichnung wenigstens einen Sinn gehabt. mk.

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