Der 13te Krieger

   Kinostart: 09.09.1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Kompromißlose Actionschlacht nach Michael Crichtons "Schwarze Nebel", in der ein Trupp Wikinger gegen einen Menschenfresser-Stamm ins Feld zieht.

Ein Zufall zwingt den arabischen Poeten Ibn Fahdlan (Antonio Banderas), mit zwölf Normannen die Überfahrt übers Eismeer zu wagen. Er muss an ihrer Seite als 13. Krieger ein bedrohtes Wikingerdorf vor den Überfällen sagenumwobener Menschenfresser schützen. Nach wiederholten blutigen Attacken gehen die todesmutigen Kämpfer zum Gegenangriff über.

Nach Michael Crichtons Vorlage „Schwarze Nebel“ entstand diese kompromisslose Schlachtplatte aus dem hohen Norden: John McTiernan erschuf einen elektrisierenden Actionfilm, in dem alle Nebenhandlungen gekappt wurden, um den ausgedehnten und bestechend realisierten Kampfsequenzen die Bühne zu überlassen. Antonio Banderas überzeugt in seiner bislang besten Rolle.

Auf der Flucht vor dem rachsüchtigen Vater seiner letzten Liebschaft verschlägt es den jungen Araberfürsten Ahmed Ibn Fahdlan an den arktischen Hof eines Wikingerfürsten, dessen Stamm einer Bedrohung der unheimlichen Art ausgesetzt ist: In immer kürzeren Abständen überfallen mysteriöse Krieger aus den Wäldern im Norden die Küstenorte und dezimieren deren Einwohnerschar. Eine Gruppe von 13 geweihten Kämpfern soll dem blutigen Spuk ein ebensolches Ende bereiten, und Ahmed ist einer der Auserwählten.

Der junge Araberfürst Ahmed Ibn Fahdlan soll sich im hohen Norden gemeinsam mit zwölf geweihten Wikingern mysteriösen Kriegern entgegenstellen, die die dortigen Küstenorte verwüsten. Düstere Mittelaltersaga, deren bereits 1974 von Michael Crichton verfasste Vorlage mehr als 20 Jahre später mit Antonio Banderas als schöngeistigem Krieger verfilmt wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der 13te Krieger: Kompromißlose Actionschlacht nach Michael Crichtons "Schwarze Nebel", in der ein Trupp Wikinger gegen einen Menschenfresser-Stamm ins Feld zieht.

    Die Wikinger kommen - endlich! Mehr als eineinhalb Jahre nach dem ersten angekündigten US-Starttermin erhebt sich nun doch noch John McTiernans („Stirb langsam 1&3“) gewaltige Verfilmung von Michael Crichtons („Jurassic Park“) Schauerroman „Schwarze Nebel“ wie ein Phoenix aus der Schattenwelt der ewigen Testvorführungen und Nachdrehs. Dem Vernehmen nach von Produzent Crichton gegen den Willen des Regisseurs erstellt, überzeugt die martialisch-kompromißlose Schlachtplatte aus dem hohen Norden, in der Antonio Banderas an der Seite von zwölf hünenhaften Normannen gegen einen Stamm von Menschenfressern zu Feld zieht, restlos: als perfekte Actionunterhaltung ohne Kompromiß, pures Nihilismus-Kino ohne sozialpolitische Relevanz, das elektrisiert wie in letzter Zeit bestenfalls „Matrix“.

    So lange zogen sich die Arbeiten an „Der 13. Krieger“ hin, daß John McTiernan einstweilen sogar die Zeit fand, sich von der Drehstrapaze (angeblich war er gezwungen, sämtliche Actionsequenzen ein zweites Mal drehen) und erbitterten Infights mit Michael Circhton mit dem weniger nervenaufreibenden Remake von „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ zu erholen. Dem 80-Mio.-Dollar-Spektakel über einen arabischen Poeten, der mit einem Schrecken von kaum vorstellbaren Ausmaßen konfrontiert wird, sieht man die Kämpfe an: Auf das Rudimentärste reduziert und von jeglichem Ballast vermutlich gedrehter Nebenhandlungen befreit, wirkt der Film ebenso vernarbt und von zahllosen Schlachten gezeichnet wie die Gesichter seiner von Wind und Wetter gegerbten Wikinger - was zur authentischen Atmosphäre bestens beiträgt. Wie die Männer, die keine Angst kennen und sich dem Schicksal ergeben, zieht auch „Der 13. Krieger“ unverdrossen in zahllose Auseinandersetzungen, die McTiernan zu einem nicht enden wollenden Crescendo der Apokalypse anschwillen läßt. Das Ergebnis ist ein durchschlagender Filmtrip, angesiedelt zwischen der letzten halben Stunde von McTiernans „Predator“, der Fantasy-Gewalt von „Conan der Barbar“ und der Echtheit des Schlachtengetümmels von „Braveheart“.

    Peinlichst genau folgt „Der 13. Krieger“ dem Vorbild der Vorlage. Nach einer hastigen Exposition, in der Antonio Banderas als arabischer Schöngeist Ibn Fadlan auf einen Trupp Nordmänner trifft und in deren Kreis aufgenommen wird, geht es sehr schnell in nördliche Breitengrade. Dort sollen, so ein Orakel, zwölf Krieger und ein Nicht-Normanne einen bedrohten Stamm vor einer unaussprechlichen Bedrohung schützen, die halb Mensch, halb Bär, des nächtens im Schutz des Nebels auftaucht, um die Köpfe ihrer Gegner zu sammeln. Kurz gewährt McTiernan zur Einstimmung einen Blick auf eine der Greueltaten der Menschenfresser, danach müssen sich seine Helden im Kampf bewähren. Und was für Kämpfe das sind: Während die Geschichte ganz klassisch, ganz einsilbig erzählt wird, entwickelt McTiernan im Angesicht unmittelbarer Gefahr eine filmische Eloquenz, die atemberaubend ist. Komplett mit handgehaltener Kamera gefilmt, in bedrohliche Schatten und Nebel getaucht oder gar vor Feuersbrünsten mit Scherenschnitteffekt fotografiert, schleudert der Regisseur den Zuschauer in vier großen Actionsequenzen, eine gewaltiger als die andere, mitten hinein in das barbarische Geschehen.

    Antonio Banderas ist als zivilisierter Fremdkörper der ideale Führer durch diesen brachialen Culture Clash, denn er steht dieser atavistischen Welt, in der fressen oder gefressen werden die einzigen Optionen darstellen, mit der gleichen Mixtur aus Entsetzen und Faszination gegenüber wie der Zuschauer im Kinosessel. Daß es schließlich seine Intelligenz und Rationalität sind, die die Wende im aussichtslos scheinenden Kampf gegen die Dämonen einleiten, ist das einzige Zugeständnis an das Funktionieren der Vernunft. Sonst zählt hier nur der Krieg - und der wurde so wahnwitzig umgesetzt, daß „Der 13. Krieger“ eines der großen rauschartigen Erlebnisse ganz puren Kinos in diesem Jahr ist - ausschließlich für Erwachsene, wohlgemerkt. ts.

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