Den Tagen mehr Leben!

  

Filmhandlung und Hintergrund

Romantisches TV-Melodram mit Thekla Carola Wied.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Den Tagen mehr Leben!: Romantisches TV-Melodram mit Thekla Carola Wied.

    Der auf den ersten Blick vielleicht rätselhafte Titel erschließt sich, wenn man den Sinnspruch vervollständigt: Der Mensch sollte nicht danach streben, dem Leben mehr Tage abzutrotzen, sondern den Tagen mehr Leben zu geben. Am Ende der Geschichte hat die frühere Krankenschwester Anne (Thekla Carola Wied), die ihr Dasein bislang stets den Wünschen anderer untergeordnet hat, das Motto verinnerlicht; und auch Gatte Norbert (Manfred Zapatka), ein Egozentriker, der ausgerechnet seiner Frau die Schuld am Scheitern der Ehe gibt, lernt seine Lektion.

    Man mag kritisieren, dass die Geschichte (Drehbuch: Heidrun Arnold) die Institution Ehe in Frage stellt, um sie schließlich doch zu bestätigen. Der Soziologe Dieter Prokop nannte so etwas mal „kalkulierten Konformismus“. Dabei sieht es zunächst überhaupt nicht danach aus, als sei die Beziehung noch zu retten: Schon lange ist es Annes Herzenswunsch, Richtung Nordkap zu reisen und Wale zu beobachten. Der sparsame Norbert will das nötige Wohnmobil erst in Dänemark mieten und konfrontiert sie dort mit einer Villa auf Rädern. Anne hatte sich das Gefährt deutlich kleiner vorgestellt, und als klar wird, dass Norbert ohnehin keine Lust auf den Trip hat, trennen sich ihre Wege. Der Gatte, überzeugt, seine Frau werde ihm auf dem Fuße folgen, reist zurück nach Hamburg. Anne aber denkt gar nicht daran, im Gegenteil: Sie lernt den bekannten Meeresbiologen Hansen (Peter Haber) kennen, verliebt sich in ihn und verbringt eine Nacht mit ihm. Hansen ist allerdings schwerkrank, er wird sie nicht nach Norwegen begleiten können; also fährt Anne einfach allein, mit Norbert im Schlepptau, denn der hat erkannt, dass er den Fehler seines Lebens begangen hat.

    Jan Ruzicka hat schon öfter vordergründig vorhersehbaren Stoffen viel Tiefe abgewonnen; Beispiele für gelungene ARD-Freitagsfilme unter seiner Regie sind etwa „Annas Geheimnis“ oder „Meine Mutter tanzend“ (beide mit Jutta Speidel). Auch diese im Grunde schlichte Geschichte der Selbstfindung einer älteren Frau hat er mit viel Feingefühl inszeniert; und vor allem mit großartigen Darstellern. Gerade die beiden Männer setzen die Akzente: Manfred Zapatka spielt den sturen Gatten ohne Rücksicht auf Sympathieverluste; es fällt einem schwer, tatsächlich zumindest ein wenig Mitgefühl für ihn zu empfinden. Der Schwede Peter Haber hat die vermeintlich dankbarere Rolle, aber auch Konrad Hansen ist ein durchaus kerniger Typ.

    Ergänzt wird das Trio durch interessante Nebenfiguren, darunter auch die Tochter (Esther Zimmering) des Ehepaars, die gleichfalls in einer Lebenskrise steckt. Heidrun Arnold reichert die Handlung zudem immer wieder mit Details an, die den Charakteren zu mehr Komplexität verhelfen. Und das Finale lebt natürlich von der zerklüfteten Landschaft Nordnorwegens, wo Anne endlich auch die ersehnten Wale sieht. tpg.

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