Filmhandlung und Hintergrund

Ein auf Fakten beruhendes, ans Herz gehendes Drama über die Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder.

Schwester Helen Prejean erklärt sich bereit, die spirituelle Betreuung des wegen Vergewaltigung und Mordes inhaftierten Rednecks Poncelet zu übernehmen. Als sie von den in Schmerz aufgelösten Eltern der Opfer zur Rede gestellt wird, geht Helen dazu über, auch ihnen Trost zu spenden. Je näher der Hinrichtungstermin rückt, desto mehr drängt die Schwester Poncelet dazu, seiner Schuld in die Augen zu blicken und Buße zu tun.

Die Nonne Helen Prejean erhält einen Brief von dem verurteilten Mörder Matthew Poncelet. Trotz mangelnder Erfahrung in derlei Dingen beschließt sie, Poncelet seelischen Beistand zu leisten. Zug um Zug lernt sie dabei den Mensch hinter der Maske des eiskalten Täters kennen, sucht aber auch Kontakt zu den Familien der Opfer, um deren Situation zu verstehen. Zwar kann sie Poncelets Hinrichtung nicht verhindern, doch erreicht sie mit ihrer Arbeit schließlich sowohl beim Mörder als auch bei den Eltern der Opfer ein Umdenken.

Schwester Helen soll sich um das Seelenheil des inhaftierten, zum Tode verurteilten jungen Rednecks Poncelet kümmern. Auch mit der Trauer der Hinterbliebenen der Mordopfer wird sie konfrontiert. Engagiertes, bewegendes Drama um die Todesstrafe von Tim Robbins.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dead Man Walking: Ein auf Fakten beruhendes, ans Herz gehendes Drama über die Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder.

    Ein kurzer Film über das Töten: Fernab von billiger Rhetorik, Polemik und falscher Sentimentalität ist Tim Robbins‘ zweite Regiearbeit ein seltenes Juwel in Hollywoods Massenbetrieb: Ein auf Fakten beruhendes, aufregendes und ans Herz gehendes Drama über die komplexe Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder und Vergewaltiger, das einfachen Antworten aus dem Weg geht - der kompromißloseste und zugleich passionierteste amerikanische Film zu einem unbequemen Thema. Es ist ein weiter Weg, den Tim Robbins‘ seit seinem Regiedebüt „Bob Roberts“ im Jahr 1992 zurückgelegt hat. Ideologische Schönfärberei oder liberale Reden sucht man vergebens in „Dead Man Walking“, der auf der 1993 erschienenen Autobiografie der Nonne Schwester Helen Prejean aus New Orleans und ihren Erfahrungen als spirituelle Begleiterin im Todestrakt eines Südstaatengefängnisses beruht. Robbins‘ Lebensgefährtin Susan Sarandon spielt diese außergewöhnliche Frau mit ungeschminkter Intensität. Sie verurteilt die Verbrechen dieser Männer, nicht aber die Männer selbst. Eine große Leistung, denn ihr Schützling Matthew Poncelet - Sean Penn in einer ungewöhnlich fein modulierten Vorstellung, die einmal mehr beweist, warum er als bester Schauspieler seiner Generation gilt - ist beileibe kein Waisenknabe, der nur aufgrund eines Justizirrtums in die Todeszelle gewandert ist: Er ist ein Mörder, Vergewaltiger, Rassist mit Hakenkreuz-Tätowierungen, ein Mann, dessen Leben von Haß dominiert wird und der nun auf seine Exekution wartet. In einer Anzahl von in erster Linie in entlarvenden Großaufnahmen gehaltenen Begegnungen zwischen der Schwester und Matthew gelingt Robbins das Kunststück, den Unflätigkeiten speienden Redneck als vollständigen Charakter zu zeichnen, als Menschen mit Seele, Ängsten und Gefühlen, ohne ihn jedoch jemals sympathisch werden zu lassen. Denn der Regisseur wirbt im gleichen Maße um Verständnis für die ohnmächtige Wut der Eltern der Opfer. Als Schwester Helen im Gerichtssaal von ihnen attackiert wird, wie sie es mit ihrem katholischen Gewissen vereinbaren kann, ein Monster wie Poncelet zu unterstützen, geht sie dazu über, auch ihnen Trost zu spenden. Ihr Besuch im Haus dieser gebrochenen, einfachen Menschen ist ebenso erschütternd und sensibel inszeniert wie das letzte Zusammentreffen von Matthew, seiner Mutter und seinen drei Brüdern im Gefängnis einen Tag vor seiner Hinrichtung. Weil Robbins weiß, welch leicht entzündbares Thema er einer Packung Nitroglyzerin gleich in Händen hält, gibt er allen Seiten viel Raum für ihre Belange. Keine Figur dieses faszinierenden Death-Row-Dramas gerät zur Karikatur. Und wenn der in seiner offensichtlichen Emotion stets um Sachlichkeit bemühte Robbins schließlich doch ein eigenes Argument gegen die Todesstrafe ins Feld führt, dann ist es der bis ins letzte Detail geschilderte Akt der bestialischen Hinrichtung selbst. Die Bilder des ritualisierten Staatsmordes, von der entmenschlichenden Ankündigugng eines Wärters, daß ein toter Mann seinen letzten Gang antritt (daher der Titel), bis zur mit bürokratischer Präzision ausgeführten tödlichen Injektion, gegengeschnitten mit Schwarzweiß-Rückblenden von Matthews Verbrechen, können niemanden kalt lassen. Tief im Herzen ist „Dead Man Walking“ ein Film über Vergeben, Erlösung und die universelle Macht des Glaubens. Gerade weil endlose Diskussionen über die Todesstrafe ausgespart werden, ist Robbins‘ wunderbarer Beitrag zum Thema - immer wieder untermalt mit fantastischen Songs von u. a. Eddie Vedder und Bruce Springsteen - der gegenwärtig definitive. ts.

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