Filmhandlung und Hintergrund

Existenzialistischer Liebesreigen im Hongkong der 60er Jahre. Künstlerisch umgesetzt von Hongkong-Avantgardist Wong Kar-wai.

Der verwöhnte, bei einer Prostituierten aufgewachsene Playboy Yuddy schlägt seine Langeweile lustlos mit sexuellen Affären tot. Eine von ihnen ist die unbedarfte Verkäuferin Li Chen, die ihm verfallen ist. Ihr läuft erfolglos Polizist Tide hinterher. Bargirl Fung Ying ist eine andere Affäre Yuddys, doch auch sie verläßt er, um in Manila seine Mutter zu suchen.

Existenzialistischer Liebesreigen im Hongkong der 60er Jahre. Künstlerisch umgesetzt von Hongkong-Avantgardist Wong Kar-wai.

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Kritikerrezensionen

  • Days of Being Wild: Existenzialistischer Liebesreigen im Hongkong der 60er Jahre. Künstlerisch umgesetzt von Hongkong-Avantgardist Wong Kar-wai.

    Im knallhart Genre definierten Kommerzkino zu Beginn dieser Dekade hatte dieses unvollendete Kammerspiel um einen Müßiggänger trotz sechsfacher Megastar-Besetzung und vier Hongkong Film Awards keine Chance. Fast acht Jahre später stehen in der westliche Kinokultur die Chancen für das poetische Meisterwerk des mittlerweile international gefeierten Wong Kar-wai (Regie-Preis für „Happy Together“ In Cannes) natürlich weitaus besser.

    „Days of Being Wild“ war einer der ersten Filme, die West-Cineasten wie Tarantino die Augen dafür öffneten, daß auch im Hexenkessel der kantonesischen Filmindustrie durchaus innovative, anspruchsvolle Filme entstehen können. Der überragende Kameramann Christopher Doyle lichtete den Film ab in extrem blassen Tönen, die dem Film im Verein mit der Hawaiigitarrenmusik und den Leitmotiven von tickenden Uhren, Spiegeln und philippinischen Palmenwäldern sowohl eine romantische Tristesse, als auch eine zeitlupenhafte Traumqualität verleihen.

    Alle Regeln des damaligen Marktes mißachtend, improvisierte Wong Kar-wai eine nonlineare Erzählung über einen jungen Mann, der als Waisenkind bei einer Prostituierten aufwuchs und unfähig ist, eine Liebesbeziehung von Dauer einzugehen. Seine Ersatzmutter emigriert nach Amerika. Seine leibliche Mutter, die er endlich auf den Philippinen aufspüren kann, weigert sich, ihn zu sehen. Sein Todeswunsch erfüllt sich schließlich im kriminellen Milieu eines fremden Landes. Zurück bleiben die wenigen Freunde und Geliebten mit ihrem Liebeskummer und einem Funken Hoffnung auf ein bißchen Glück.

    Der zweite Teil, auf den der Kurzauftritt von Tony Leung Chiu-wai („Happy Together“) überleiten sollte, wurde nie gedreht. Dennoch ist der Film so aktuell wie zur Zeit seiner Entstehung: Wong zeigt Menschen zwischen Jugend und Alter, zerbrechenden Familien und überkommenen Traditionen, stellt Neurose, Entwurzelung und Bindungsangst der vagen Suche nach Liebe, Identität und einem Lebensentwurf gegenüber. So trifft der Film, der von den Zukunftsängsten der Twens und 30jährigen der Vor-97er-Noch-Kolonie bestimmt, aber aus ästhetischen und autobiographischen Überlegungen heraus in den 60er Jahren angesiedelt war, auch das existentialistische Lebensgefühl seines heutigen Zielpublikums in Ost und West. Mit dem zeitgleich startenden „As Tears go by“ könnte „Days of Being Wild“ deshalb für Beachtung, wenn nicht gar für Aufregung in den Programmkinos sorgen. gas.

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